11. Akademischer Mauerwerkstag des Ziegel Zentrum Süd e.V.

Innovatives Ziegelmauerwerk an der Technischen Hochschule Nürnberg

 

Nürnberg   -  28.11.2017

Unter großer Beteiligung der Studiengänge
Architektur, Werkstoffingenieur-Mauerwerkstag
und Bauingenieurwesen fand der 11. Akademische Mauerwerkstag nun zum zweiten Mal an der Technischen Hochschule Nürnberg statt. Die Entwicklung von modernem Ziegelmauerwerk aus technischer wie architektonischer Sicht stand im Vordergrund dieser praxisorientierten Veranstaltung. Den über 200 Teilnehmer/innen bot sich ein reichhaltiges Programm an Informationen rund um den Mauerwerksbau. Spannende Vorträge aus Praxis und Forschung wurden durch Produktpräsentationen und Anwendungsvorführungen während der Pausen ergänzt.

Niels Oberbeck, Vizepräsident der TH Nürnberg, und Thomas Thater, Vorstandsvorsitzender des Ziegel Zentrum Süd e.V., betonten den hohen Stellenwert der langjährigen, guten Zusammenarbeit und gaben das Startsignal für einen erlebnisreichen Akademischen Mauerwerkstag, an dem auch Berufsschullehrer, Planer und Bauingenieurstudierende der Technischen Hochschule Deggendorf teilnahmen.

Den regionalen Bezug zur Ziegelarchitektur lieferte Professor Michael Stößlein mit einem Einblick in das Schaffen von Ernst Neufert anhand der noch immer leerstehenden Bauten des ehemaligen Versandhauses Quelle in Nürnberg. Professor Friedo Mosler und Professor Eric Simon zeigten auf, dass auch die bewährten Konstruktionsregeln im Mauerwerksbau weiterhin Gültigkeit besitzen. In den meisten Fällen greift der Tragwerksplaner auf ein vereinfachtes Berechnungsverfahren zurück. Nur vereinzelt wie beispielsweise beim gelegentlich notwendigen Nachweis von Aussteifungswänden ist auch die Anwendung des etwas zeitaufwendigeren, genaueren Berechnungsverfahrens nötig.

Dr. Pohl, DGNB-Consultant und Prokurist der LCEE GmbH, verdeutlichte, dass Nachhaltigkeitsbewertung mehr umfasst als die reine Ökobilanzierung. Der in Deutschland gewählte ganzheitliche Ansatz schließt auch wirtschaftliche, technische und soziokulturelle Aspekte ein. Im direkten Vergleich der Bauweisen Mauerwerk, Holz und Stahlbeton werden sehr ähnliche Ergebnisse erreicht, wenn der ökobilanzielle Ansatz über eine Lebensdauer der Bauteile von 50 oder gar 80 Jahren gewählt wird.

Professor Wolfgang Krcmar, der nicht nur Grobkeramik lehrt, sondern auch am Energiecampus Nürnberg forscht, zeigte neue Forschungsergebnisse bei Mauerziegel, Dämmstoffen, Mörteln und Gebäuden. Er betonte die Notwendigkeit der künftigen Vernetzung energieeffizienter Bauteile und haustechnischer Anlagen mit dem Nutzer.

Die abschließenden Werkberichte der Architekten Daniel Binder und Timm Kleyer verdeutlichten die große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten mit Mauerziegel. Binders Museumsbauten in Singen am Hohentwiel sind Metaphern auf die dort typische Topographie. Von geschwungenen Fassaden bis zu kantig-schroffen Formationen hat er den wärmedämmenden Hochlochziegel ästhetisch komplexen Formen folgen lassen. Die  mehrfach prämierte Kindertagesstätte der kleyer.koblitz.letzel.freivogel gesellschaft von architekten mbh beeindruckt als kleinformatiges Sichtmauerwerk mit perforierten Fassadenabschnitten und zeigt den gekonnten Umgang mit Klinkermauerwerk im Bestand der Kleinstadt Wittstock in Brandenburg.

(Quelle: Ziegel Zentrum Süd e.V.)

 

 

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