„Seitblick“ Manfred Hollmann

Dipl.-Ing. Univ. Heidi Aschl, Präsidentin der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
zur Eröffnung der Ausstellung „Seitblick“ / Manfred Hollmann in der Nymphenburger Straße 5, München, 28. September 2006

 

 

Sehr geehrter Herr Professor Hollmann,
sehr geehrter Wunderlich,
sehr geehrter Herr von Gaffron,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr herzlich begrüße ich Sie in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau zur Eröffnung der Ausstellung mit Bildern von Manfred Hollmann.

Stellvertretend für all diejenigen, deren Namen ich jetzt nicht nennen kann, weil es den Rahmen sprengen würde, darf ich Herrn Ministerialdirektor Josef Poxleitner, den Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, begrüßen.

Wir freuen uns sehr, dass Sie, sehr geehrter Herr Poxleitner, und dass Sie alle, meine sehr geehrten Damen und Herren, heute bei uns zu Gast sind.

Für die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ist es noch Neuland, Ausstellungen zu veranstalten. Wir haben im Januar dieses Jahres zwei jungen Münchner Künstlerinnen unsere Räume aus „Galerie“ zur Verfügung gestellt. Und wie Sie beim Hereinkommen vielleicht schon gesehen haben, stellen wir zur Zeit im Lichthof Fotografien von Wilfried Dechau aus.

In den Räumen unserer Kammer zeigen wir ab heute Bilder von Manfred Hollmann. Ich freue mich sehr über diese farbenvolle Pracht, über die intensiven Akzente, Signale und Ausrufezeichen, die Ihre Bilder, sehr geehrter Herr Hollmann, in unseren Räumen setzen.

Über die Frage, ob unsere Kammer Kunstausstellungen organisieren soll, und wenn ja, welche Bilder dann gezeigt werden, wurde bei uns intensiv diskutiert.

Wir haben uns, da bin ich mir ganz sicher, in zwei Dingen richtig entschieden:

Zum einen haben wir erstens beschlossen, Kunstausstellungen durchzuführen. Wir sind an Kunst interessiert, wir möchten sie fördern, wir möchten uns mit ihr auseinander setzen. Unser Vorstandsmitglied Karl Heinz Jobst hat es auf die griffige Formel gebracht: „Kunst macht einfach Spaß.“

Die Bilder, die wir hier zeigen, weiten den Blick oder lenken ihn auf andere Aspekte – daher auch der Titel der Ausstellungsreihe „Seitblick“. Das tut insbesondere auch uns im Bauwesen tätigen Ingenieuren gut, deren Leben ja oft geprägt ist von analytischem und rationalen Denken, von Technik oder von Berechnungen.

Zum anderen haben wir als Kammer zweitens beschlossen, den Kreis derer, die entscheiden, was bei uns ausgestellt wird, klein zu halten. Und mit klein meine ich „sehr klein“ – es sind genau drei Personen. Würden wir dies anders handhaben, würden wir sicherlich Gefahr laufen, in endlose Debatten über „Geschmack“ abzudriften. Wir diskutieren aber lieber anschließend über die Bilder, die gezeigt werden.

An dieser Stelle darf ich mich ganz besonders bei Herrn Klaus von Gaffron bedanken; er ist Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler, Landesverband Bayern, und im Rahmen der Ausstellungsreihe „Seitblick“ in diesem Trio unser unverzichtbarer Rat- und Ideengeber, Kontakt-Vermittler und Kunstexperte.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
zum Künstler und den hier ausgestellten Bildern wird der Kunsthistoriker Wolfgang Wunderlich Ihnen im Anschluss an das Grußwort von Herrn von Gaffron weitere Informationen geben. Besten Dank für Ihre Bereitschaft hierzu, Herr Wunderlich.
Bedanken möchte ich mich auch bei Reinhard Fritz, der diesen Abend musikalisch gestaltet.

Und selbstverständlich möchte ich mich bei Professor Manfred Hollmann bedanken, der das Wagnis eingeht, seine Bilder den kritisch-analystischen Blicken unserer Kammermitglieder und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszusetzen.

Zumindest von letzteren kann ich aber schon berichten, dass sie alle einhellig von dieser Ausstellung begeistert sind.

Ihnen allen wünsche ich einen angenehmen Abend und gute Gespräche hier bei uns in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
röffnung der Ausstellung „über brücken“ mit Fotografien von Wilfried Dechau begrüßen.

Für uns ist dies eine Premiere; erstmals nutzen wir den Lichthof dieses Gebäudes für eine Kammer-Veranstaltung.

Wenn sie sich schon ein klein wenig umgesehen haben, dann denke ich, dass Sie mir zustimmen werden: Er ist insbesondere für eine Ausstellung, wie wir sie heute eröffnen, wie geschaffen.

Warum aber haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen gemeinsam mit Herrn Dechau rund 100 Fotografien von Fußgängerbrücken aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien zu zeigen?

Es gibt dafür mehrere Gründe.

Zum einen liegt es ganz sicher an der charismatischen Persönlichkeit von Wilfried Dechau. Sie werden wissen, dass er über viele Jahre sehr erfolgreich Inhalt und Optik der Zeitschrift db geprägt hat – im übrigen gemeinsam mit Frau Dr. Ursula Baus, die ich an dieser Stelle ebenfalls sehr herzlich begrüßen möchte.
Wilfried Dechau hat bei der Messe BAU 2005 den Kontakt zu unserer Kammer gesucht. Ziel war, gemeinsam zu agieren, um Ingenieurbau, Architektur und Baukultur in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Selbstverständlich dachte der – im positiven Sinne Besessene – Wilfried Dechau dabei in erster Linie an das Thema Fotografie. Denn er ist eine der Triebfedern, die im Verein „architekturbild e.v.“ zum Beispiel den Europäischen Architekturfotografiepreis ausloben.

Kurzum, die Kammer ist seit dieser Zeit Mitglied des Vereins – eine sehr gute Sache, die wir gerne unterstützen.
Warum interessiert sich aber eine Ingenieurekammer für das Thema „Architekturfotografie“?
Sicherlich müssen wir neidlos anerkennen, dass dieser Begriff eben allseits akzeptiert ist. Und es ich ja auch nicht so, dass Architekten allein das Copyright auf all das haben, was mit Architektur zu tun hat. An jedem Bauwerk ist in irgend einer Art und Weise immer auch ein Ingenieur beteiligt (denn auch Architekten sind Diplom-Ingenieure!).

Und zum anderen ist der Mensch in seiner Wahrnehmung eben wesentlich durch optische Anreize geprägt.

Sie können in vielen Worten beschreiben, wie eine Brücke aussieht - aber wenn Sie eine Bild davon sehen, dann begreifen Sie die Konstruktion und die Idee, die dahinter steckt – oder sind im einen oder anderen Fall auch schlicht nur erstaunt, dass so etwas überhaupt stabil ist und halten kann.

Als wir die Ankündigung von Wilfried Dechau erhalten hatten, er habe den Bau des Traversiner Stegs fotografisch dokumentiert und begleitet, war unser Interesse natürlich sofort geweckt. Nachdem wir das Buch in Händen hatten, waren wir uns sicher: Wir möchten diese Bilder bei uns ausstellen.

Das Buch liegt übrigens heute zur Ansicht aus, und wir haben auch mehrere Exemplare hier, die Sie käuflich erwerben können.
Doch Wilfried Dechau hatte noch mehr zu bieten. Seit einiger Zeit bereist er einige europäische Länder, um Fußgängerbrücken fotografisch in Szene zu setzen.

Und diese Ingenieurbau-Fotografie ist natürlich unser Thema!

Interessant für mich war eine der Begründungen von Herrn Dechau, weshalb es ihm die Fußgängerbrücken so angetan haben. Nirgends sonst, so sagt er, ist der Kontakt zwischen Nutzer und Konstruktion so eng.

Und er hat recht. Eine schwingende Hängebrücke zu betreten ist etwas ganz anderes, als über eine massive Autobahnbrücke zu fahren.

Zu den Fotografien und zur Person Wilfried Dechau wird Herr Professor Sachsse gleich noch einige Worte an uns richten.

Trotzdem möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einige der Motive lenken.
Zum Beispiel auf die Hängebrücken aus Schottland. Denen sieht man teilweise an, dass hier kein Ingenieur am Werk war. Abenteuerliche Konstruktionen sind da entstanden, bei denen man das Gefühl hat, der Nutzer hat im Schuppen nachgeschaut, was an Baumaterial herumliegt, und hat dann einfach mal angefangen zu basteln.

Heraus gekommen sind dabei Brücken von erstaunlicher Stabilität – obwohl ich mir gut überlegen würde, sie zu betreten – und einer oft hohen ästhetischen Qualität.

Auf der anderen Seite zeigt Wilfried Dechau moderne elegante Konstruktionen, selbstbewusste Ausrufezeichen in der gebauten Stadtlandschaft, durchkonstruiert bis ins kleinste Detail.

Mich faszinieren diese Bilder. Und ich hoffe, Ihnen geht es genau so.

Selbstverständlich liegt nur ein Teil dieser Faszination in den Brücken an sich; der andere Teil besteht ganz sicher in der gekonnten Art und Weise, wie diese Brücken fotografisch dokumentiert und inszeniert wurden.

Aber hierzu möchte ich gleicht das Wort an Herrn Professor Sachsse weiter reichen; er ist Experte in diesen Dingen und wird Ihnen sicherlich noch so manch Interessantes zu den Fotografien sagen können.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich, dass Sie alle heute Abend den Weg in die Bayerische Ingenieurekammer-Bau gefunden haben. Genießen sie den Abend, lassen Sie sich faszinieren von den Fotografien, die im übrigen noch bis zum 11. Oktober hier ausgestellt werden.

Bedanken möchte ich mich selbstverständlich zu aller erst bei Wilfried Dechau, der sehr viel Zeit investiert hat in die Zusammenstellung und den Aufbau dieser Ausstellung; mein Dank gilt dem Vorstand, der diese Ausstellung mit trägt; und Dank auch an all diejenigen, die zum Gelingen dieser Ausstellung beigetragen haben.

Ihnen allen wünsche ich einen angenehmen Abend in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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