Fachtagung: Marktchancen im lateinamerikanischen Raum

Marktchancen für kleinere und mittlere Architektur- und Ingenieurbüros im lateinamerikanischen Raum, Schwerpunkt Brasilien
Fachtagung am Donnerstag, den 18. März 2010, 15.00 bis 20.00 Uhr, Haus der Architektur, München
Begrüßung Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Präsident Heese,

Sehr geehrter Herr Ministerialrat Gotschlich,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Traum eines jeden Stadtplaners: Auf unbebauter Erde eine neue Stadt bauen zu dürfen. In Brasilien ist dieser Traum mit der Hauptstadt Brasilia wahr geworden. Brasilia wurde von Oscar Niemeyer und Lucio Costa in den 1960er Jahren innerhalb von nur drei Jahren erbaut. Die Stadt ist als Höhepunkt brasilianischer Architektur weltberühmt geworden. Als Basis des Entwurfs wählten Costa und Niemeyer die Form eines Kreuzes, das als Symbol der Landmarkierung auf einer Landkarte gesehen werden sollte.

Auch wir wollen mit dieser Veranstaltung Ihre ganz persönliche Landkarte ein wenig erweitern. Die Erfahrung zeigt, dass wirtschaftliches Engagement - ob in Brasilien oder in anderen Ländern – für die beteiligten Partner die meisten Früchte trägt, wenn dabei Kooperationen eingegangen werden. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ist fest davon überzeugt, dass die Bedeutung von Kooperationen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird und Ingenieuren wie Architekten große Möglichkeiten bietet. Deshalb haben die Aktiven in beiden Kammern gemeinsam diese Fachtagung gestaltet.

Denn die Zahl der Ingenieure und Architekten wächst, die sehr intensiv mit Kollegen kooperieren und allein oder mit Kooperationen im Ausland tätig sind. Eine Untersuchung des VBI zeigt, dass es bereits eine wachsende Gruppe von Mitgliedern mit etwa 30% Anteil des Umsatzes aus dem Ausland gibt. Viele berichten von einer langen Lernphase, die aber endlich zum Erfolg führt.

Ein gutes Beispiel dafür ist unser Arbeitskreis Kooperation und Außenwirtschaft. Fast alle Teilnehmer dieser Gruppe waren vor acht Jahren nur in Deutschland tätig. Aus dem zu Beginn nur theoretischen Gedanken an Kooperationen hat sich inzwischen ergeben, dass alle Partner intensiv kooperieren und im Ausland Fuß gefasst haben. Beim VBI sind inzwischen 38% der Mitglieder an einem Engagement im Ausland interessiert.

Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade unsere Ingenieure- und Architektenkammern mit ihren engen Bindungen zu Bayern und zur Bayerischen Regierung ihren Mitgliedern einen großen Vorteil im Ausland bringen können. Und damit meine ich nicht nur die großen Unternehmen und Büros. Auch kleine, kooperationsbereite Teams mit ihrem hoch innovativen Denken sind gefragt, wenn sie sich den Herausforderungen stellen. Denn jedes Land verlangt ein anderes Denken und schreibt andere Abläufe vor. Was für eine Chance für unsere Vielfalt an Büros.

Gerade deshalb unterstützt die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ihre Mitglieder hier aktiv. Meine Vorgängerin im Präsidentenamt, Frau Aschl, hat schon 2004 ein Kooperationsabkommen mit dem Architekten- und Ingenieurverband des südlichen Bundesstaates Santa Catarina in Brasilien abgeschlossen. So können wir in unsere Kooperationen uns bereits bekannte Partner vor Ort mit einbeziehen.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, der heutige Tag soll Ihnen Informationen geben und dem Erfahrungsaustausch dienen. In der Diskussionsrunde berichten Ingenieure und Architekten aus Deutschland aus erster Hand von ihren Erlebnissen, die sie bei Projekten im lateinamerikanischen Raum gesammelt haben.

Der Schwerpunkt der heutigen Fachtagung liegt dabei auf Brasilien. Ein unglaublich großes Land, in dem Deutschland rund 24 Mal Platz hätte. Ein Land der Extreme: So ist der Amazonas neben dem Nil einer der längsten Flüsse der Welt. Wer tatsächlich der längere Fluss ist, darüber streiten sich die Experten. Aber nicht nur die Wasserstraßen haben beachtliche Ausmaße, auch das Fernstraßennetz Brasiliens ist mit etwa zwei Millionen Kilometern eines der längsten der Welt.

Allein an diesen wenigen Informationen und Zahlen können Sie erkennen: Brasilien ist ein Land, das für deutsche Architekten- und Ingenieurbüros aus Deutschland durchaus von großem Interesse sein kann. Zuhörer, die sich nach der heutigen Fachtagung für ein wirtschaftliches Engagement in dem Land entscheiden, wären nicht die ersten: Rund 2.000 deutsche Unternehmen haben in Brasilien einen Zweigsitz. Seit 1820 sind mehr als 300.000 Deutsche in Brasilien eingewandert. Die Infrastruktur in Städten wie Blumenau im Bundesstaat Santa Catarina zeugt noch heute von den deutschen Wurzeln. Übrigens: in der rund 300.000-Einwohner-Stadt gibt es seit 1983 ebenfalls ein Oktoberfest.
Soweit zu den Gemeinsamkeiten beziehungsweise Ähnlichkeiten. In der Diskussion, auf die ich mich sehr freue, werden wir sicherlich auch etwas über die Besonderheiten beim Planen und Bauen in Brasilien hören.

Der Vorstand der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau ist froh um die Arbeit des Arbeitskreises „Kooperationen und Außenwirtschaft“. Ein besonderer Dank für die bisher geleistete Arbeit und das hohe Engagement geht an den Vorsitzenden Dipl.-Ing. Dieter Stumpf die Mitglieder des Arbeitskreises. Danken möchte ich auch den Mitgliedern und Mitarbeitern der Bayerischen Architektenkammer für die gemeinsame Organisation der Fachtagung.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, im Namen der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau darf ich Sie herzlich zu dieser Veranstaltung begrüßen. Herzlichen Dank.

 

 

 

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