Bayerischer Denkmalpflegepreis 2010: Begrüßung Kammerpräsident Dr.-Ing. Schroeter

Begrüßungsrede von Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter anlässlich der Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2010 am 7. September 2010 im Neuen Schloss Schleißheim.

Sehr geehrter Herr Staatsminister,
sehr geehrte Preisträger des Bayerischen Denkmalpflegepreises,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich begrüße Sie sehr herzlich in diesem wunderbaren Saal im Neuen Schloss Schleißheim zur Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2010.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat diesen Preis im Jahr 2008 – in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – erstmals ausgelobt. Die Reaktionen darauf waren sehr positiv und es gingen zahlreiche herausragende Wettbewerbsbeiträge ein.

Dass Denkmalpflege ein Thema ist, das viele berührt – persönlich, beruflich, aber auch emotional – , das zeigen vor allem Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie heute unserer Einladung gefolgt sind. So zeigt ein Blick in die Gästeliste die Vielfalt der Personen und Organisationen, die sich in der Denkmalpflege in Bayern engagieren oder sich ihr verbunden fühlen.
 
An erster Stelle möchte ich hier unseren Innenminister Joachim Herrmann nennen. Zu Ihrem Ressort als Bauminister gehören die Baudenkmäler, die unteren Denkmalschutzbehörden sind in Ihrem Verantwortungsbereich angesiedelt. Wir freuen uns sehr, dass Sie – trotz ihres dicht gedrängten Terminplans – die Zeit gefunden haben, heute die Verleihung unseres Bayerischen Denkmalpflegepreises 2010 vorzunehmen.

Aber was kann die Exekutive ohne die Legislative bewirken? Beim Parlament liegt die Budgethoheit und jeder, der in der Denkmalpflege tätig ist, weiß um die Notwendigkeit der staatlichen Hilfe. Deswegen freue ich mich, dass ich aus dem Bayerischen Landtag Frau Julia Sandt und Herrn Thomas Mütze begrüßen kann. Seien Sie willkommen und ich hoffe, Sie erinnern sich daran, welch schöne Leistungen der Denkmalpflege hier heute zu sehen waren, wenn es um Geld für die Denkmale Bayerns geht,.

Zur Legislative, also den gewählten Vertretern des Volks, gehören auch die Bezirkstage. Die ganze Breite ihres Wirkungsbereiches ist vielen Bürgern gar nicht klar - oft sind die Bezirke nur als Träger von Krankenhäusern bekannt. Aber die Bezirkstage haben auch eine wichtige Stellung in der Denkmalpflege. Schließlich sind zum Beispiel die meist von den Bezirkstagen getragenen Dorfmuseen eine der letzten Möglichkeiten, bedrohte Denkmäler vor dem Untergang und dem Vergessen zuretten.
 
Stellvertretend für die Bezirkstage begrüße ich den Präsi-denten des Bezirkstags von Oberbayern, Herrn Josef Mederer. Herr Mederer hat eine ganz besonders enge Verbindung zur Denkmalpflege: Er ist Mitglied des Landesdenkmalrats, der die Staatsregierung auf diesem Gebiet berät.

Nach der Legislative kommen in der protokollarischen Rangfolge die Beamten unserer Staatsregierung. Als ersten unter unseren beamteten Gästen möchte ich den Sachwalter der Denkmalpflege in Bayern begrüßen: Seien Sie heute Abend herzlich willkommen, Herr General-konservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl. Ohne die Unterstützung der Mitarbeiter Ihres Amtes, für die ich stellvertretend Herrn Landeskonservator Dr. Bernd Vollmar begrüßen möchte, wären die preiswürdigen Leistungen, die heute Abend geehrt werden, nicht zustande gekommen. Mit Ihrem Amt, Herr Prof. Greipl, besteht eine lange, intensive und fruchtbare Zusammenarbeit. Die Früchte in Form einiger vielfach nachgefragter Broschüren sind inzwischen wohl allen Aktiven in der Denkmalpflege gut bekannt. Und natür-lich auch der Bayerische Denkmalpflegepreis, den wir heute in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege verleihen.

Bei Fachleuten in der Denkmalpflege denken die meisten Menschen zuerst wohl an Architekten. Das ist auch nicht falsch. Aber erfolgreiche Denkmalpflege ist immer die Leistung eines Teams, zu dem sowohl der Architekt als auch der Ingenieur, der beamtete Denkmalpfleger wie der Restaurator gehören. Dieser Gedanke der Teamarbeit ist uns wichtig und daher freue ich mich, den Dekan der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München begrüßen zu können. Sehr geehrter Herr Prof. Dietrich Fink, Ihre Anwesenheit ehrt uns und sie zeigt, dass wir nur gemeinsam Gutes und Großes am Bau bewirken können.

Viele Behörden in Bayern sind mit der Denkmalpflege befasst. Ich freue mich, zahlreiche Beamte hier begrüßen zu können. Aus unserer eigenen Aufsichtsbehörde, der Obersten Baubehörde begrüße ich Herrn Ministerialdirigenten Friedrich Geiger. Herr Geiger leitet den Bereich Hochbau und ist damit für die Planungen der Staatlichen Bauämter verantwortlich. Was dort beispielsweise geleistet wird, werden wir bei der Preisverleihung sehen und würdigen können. Mit Ihm begrüße ich auch die zahlreich erschienen Mitarbeiter der Staatsbauverwaltung, die heute teilweise auch als Preisträger anwesend sind.

Die Bezirksregierungen wirken als mittlere Baubehörden vielfältig beim Bauen und damit beim Denkmalschutz. Stellvertretend für die Angehörigen der Bezirksregierungen, die heute Abend unsere Gäste sind, begrüße ich Herrn Ulrich Böger, den Vizepräsidenten der Regierung von Oberbayern.

Bauen hat mit Verbraucherschutz zu tun. Und für den Verbraucherschutz ist in Bayern das Justizressort zu-ständig. Aus diesem Ressort sind heute zu uns gekommen Herr Ministerialdirigent Franz Grünewald, der Leiter der Abteilung Finanzen – Bauwesen – Organisation und der Vizepräsident des OLG Bamberg, Herr Dr. Ernst Tschanett. Mancher wird sich fragen: Was hat das Justizministerium mit Denkmalschutz zu tun? Zur Beantwortung dieser Frage empfehle ich einen kleinen Ausflug ins Internet, auf die Seite www.justiz.bayern.de. Dort wird man zu seinem Erstaunen einen Link finden: Denkmalgeschützte Justizgebäude. Wussten Sie, dass fast die Hälfte der von der Justiz verwalteten Gebäude und Gebäudekomplexe unter Denkmalschutz steht? 151 Eintragungen aus dem Bereich der Justiz verzeichnet derzeit die Denkmalliste, viele Bauwerke haben einen hohen kunsthistorischen Rang. Eines dieser Bauwerke werden wir heute auszeichnen! Herzlichen Dank Herr Grünewald und Herr Tschanett, dass Sie heute zu uns gekommen sind.

Es gibt noch weitere Institutionen in Bayern, deren Vertreter unserer Einladung gefolgt sind. Eine dieser Körperschaften des öffentlichen Rechts, die zwar nicht unbedingt mit dem Denkmalschutz, aber sehr viel mit uns Ingenieuren zu tun hat, ist die Bayerische Versorgungskammer. Aus diesem Haus begrüße ich ganz herzlich den Vorstandsvorsitzenden Herrn Lothar Panzer. Herr Panzer, sie hüten den Juliusturm der Ingenieurversorgung und Ihr Haus hat die Finanzkrise glorios gemeistert. Der Dank der Mitglieder des Versorgungswerks der Ingenieure ist Ihnen sicher.

Stellvertretend für die Vertreter der Berufsverbände, die heute gekommen sind, möchte ich Frau Petra Schober, die Landesvorsitzende des BDA, und Herrn Gert Karner, Landesvorsitzender des VBI, begrüßen. Ich habe schon bei der Begrüßung des Dekans der TUM, Herrn Fink, über das gemeinsame Wirken von Architekten und Ingenieuren gesprochen. Ich kann dies nur wiederholen und Ihnen versichern, dass Sie uns ganz besonders will-kommen sind.

Was wäre Denkmalpflege ohne die Praktiker vor Ort? Aus dem Kreis dieser Praktiker begrüße ich den Präsidenten des Verbandes der Bayerischen Bauinnungen und Vizepräsidenten der Handwerkskammer München, Herrn Franz Xaver Peteranderl. Herr Peteranderl, Sie vertreten heute diejenigen, die unsere Planungen in die Wirklichkeit umsetzen. Ohne gute Handwerker gibt es nun einmal keine Denkmalpflege.

Für alle Vertreter der Ingenieurkammern begrüße ich stellvertretend Herrn Karlheinz Gärtner, Mitglied im Vorstand der Bundesingenieurkammer.

Besonders begrüßen möchte ich selbstverständlich alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie die an den ein-zelnen Projekten beteiligten Planer – Ingenieure und Architekten.
Die Preisträger werden namentlich später vorgestellt. Aber einen Gast möchte ich hier schon besonders begrüßen: Herrn Hofrat Franz Brandauer vom Amt der Salzburger Landesregierung. Ihre Anwesenheit freut mich ganz besonders, weil sie zeigt, wie Europa zusammenwächst. Und sei es mit der Auszeichnung eines grenzüberschreitenden und unsere Länder verbindenden Bauwerks.

Ebenso grüße ich die Vertreter der ausführenden Firmen, die Handwerker und die Restauratoren, die Gebietsreferenten des Landesamtes und nicht zuletzt die Familienangehörigen unserer Preisträger.
Sie, liebe Bauherren und Eigentümer und ihre prämierten Bauwerke stehen im Mittelpunkt des heutigen Abends.

Eduard Knoll, der Vorsitzende der Jury, die aus den rund 60 Einsendungen die Preisträger ausgewählt hat, wird ihre Bauwerke später im Detail vorstellen. An dieser Stelle möchte ich den Mitgliedern unserer Jury sehr herzlich für Ihre Tätigkeit danken.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, auf Ihrem Platz haben Sie bereits die Broschüre mit den ausgezeichneten Objekten des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2010 vorgefunden.  Wenn Sie vielleicht schon einen kleinen Blick hinein geworfen haben, dann haben Sie gesehen, welch enorme Bandbreite die Denkmalpflege in Bayern umfasst.

Wegen dieser Fülle der Aufgaben in der Denkmalpflege haben wir als Kammer aller im Bauwesen tätigen Ingenieure diesen Preis ausgelobt. Der Preis soll dazu beitragen, Leistungen des Bauherren zusammen mit den beauftragten Ingenieuren verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und beispielhaft zu wirken.

Denn im Vergleich mit anderen Berufen spielt sich die Tätigkeit des Ingenieurs weniger im Lichte der Öffentlichkeit sondern oft eher im Verborgenen ab. Und auch die Resultate sind am fertigen Bauwerk gerade im Bereich der Denkmalpflege nicht immer so offensichtlich auf den ersten Blick zu sehen. Während ein Fachwerk noch auf wunderbare Weise für jedermann verständlich zeigt, wie so ein Tragwerk standsicher „funktioniert“, ist dies bei verputztem Mauerwerk schon schwieriger. Haustechnik-Anlagen sollen sogar möglichst unauffällig sein und grundlegende planerische Leistungen wie bauphysikalische Untersuchungen, Vermessungsleistungen oder Bauablaufplanungen sind am fertig instand gesetzten Denkmal überhaupt nicht ablesbar.

Eine denkmalgerechte, den heutigen Anforderungen ent-sprechende und dauerhafte Instandsetzung fordert nicht nur von den beteiligten Ingenieuren hohe Kreativität, Einfühlungsvermögen und individuelle Problemlösungen, die über den bei Neubauten üblichen Anwendungsbereich technischer Normen und Richtlinien weit hinausgehen.

Es sind genau diese Leistungen und Tätigkeiten, die Denkmalpflege erst ermöglichen.

Unsere Kammer ist der festen Überzeugung, dass für eine wirkungsvolle Denkmalpflege eine enge und umfassende Zusammenarbeit aller an diesem Prozess Beteiligten notwendig ist.

Da sind zunächst einmal die Eigentümer und Bauherren. Ihre Bereitschaft, sich mit einem Baudenkmal auseinander zu setzen, viel Geld in die Hand zu nehmen und Zeit – und oft auch Nerven – zu investieren, kann nicht deutlich genug gelobt werden. Da sind die Ingenieure und Architekten, die die Wünsche des Bauherren und die Möglichkeiten, die das Bauwerk bietet, unter einen Hut bringen müssen.

Da ist der fachliche Rat der Experten der Denkmalschutzbehörden, ohne den echte Denkmalpflege überhaupt nicht vorstellbar ist.

Und da sind nicht zuletzt die Handwerker und Restauratoren, die über die Fertigkeiten verfügen, das Geplante dann auch umzusetzen.

Sie alle tragen dazu bei, dass in Bayern eine Vielzahl von Baudenkmälern erhalten und genutzt wird. Für dieses Engagement danke ich Ihnen sehr herzlich. Denn es trägt dazu bei, das historische bauliche Erbe zu bewahren und damit an vielen Stellen Orte der Identität zu schaffen.

Die Bayerische Verfassung und das Denkmalschutzgesetz verpflichten zum Erhalt und zur Pflege von Denkmälern. Allen Bürgern, den öffentlichen Verwaltungen, den Ingenieuren und Architekten ist es ein großes Anliegen, das bauliche Erbe zu bewahren und – wo notwendig – behutsam weiter zu entwickeln.

An der Vielzahl der Gebäude, die mit hoher Sensibilität und viel Gespür für alte Bausubstanz gerade auch von privaten Besitzern gepflegt und wiederhergestellt werden, kann jeder sehen, welch tiefe Verwurzelung die bayerischen Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat haben und wie sehr Altes und Neues, Tradition und Zukunft hier in Bayern Hand in Hand gehen.

Wie wichtig dieses Engagement ist, das zeigt auch, dass unser Innenminister Joachim Herrmann sofort „ja“ gesagt hat, als wir angefragt haben, ob er die Preisverleihung vornehmen möchte. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich.

Ebenso danke ich allen, die sich an der Auslobung zum Bayerischen Denkmalpflegepreis beteiligt haben – den Ideengebern und den Mitgliedern unseres Arbeitskreises Denkmalpflege und Bauen im Bestand unter der Leitung von Herrn Klaus Pauler, die die Auslobung betreut und in der Jury mitgewirkt haben. Bedanken möchte ich mich auch bei Frau Susanne Günther aus unserer Geschäftsstelle für ihren großen Einsatz bei der Organisation von der Auslobung bis zur Auszeich-nungsfeier.

Mein besonderer Glückwunsch gilt den Preisträgern, die wir heute Abend auszeichnen werden.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend hier im Neuen Schloss Schleißheim.

Die musikalische Beleitung des Abend wird von den vier jungen Damen des Streichquartetts Gaudi Quattro aus Freising gestaltet.

Nach einem kurzen musikalischen Intermezzo darf ich Sie, sehr geehrter Herr Staatsminister, ans Rednerpult bitten.

 

 

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