IKOM Bau: Grußwort des Präsidenten Dr.-Ing. Heinrich Schroeter

Grußwort des Präsidenten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
anlässlich der Eröffnung der
IKOM Bau am Donnerstag, den 03.02.2011
10.00 Uhr, Audimax Foyer
Stammgelände der TUM, Arcisstraße 21, 80333 München

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe  Kolleginnen und Kollegen,

Ich darf Sie so anreden, denn auch wenn Sie das Zeugnis als Ingenieur noch nicht in den Händen haben, stehen wir doch im gleichen Beruf. Sie am Anfang einer Karriere, ich am Ende des Berufslebens.

Die Vielfalt unseres Berufs ist eine große Chance und sie ist es auch, die den Beruf des Bauingeni-eurs gegenüber anderen Ingenieurberufen attraktiv macht. Während für die Maschinenbauer und Elektrotechniker mit überwiegender Mehrheit die Großindustrie die meisten Arbeitsplätze anbietet, ist das Feld der Tätigkeiten bei uns Bauingenieuren vielfältiger. Es gibt große und kleine Ingenieurbüros der verschiedenen Fachrichtungen, es gibt den öffentlichen Dienst, der viele Arbeitsplätze anbietet. Es gibt die Bauindustrie, das Baugewerbe und die Hersteller von Bauprodukten, die Ingenieure unserer Fachrichtungen brauchen. Nicht zu ver-gessen sind Wissenschaft und Forschung.

Wie sehen aktuell die Chancen für Ingenieure im Bauwesen aus? Ist nicht der Bau ein Wirtschaftszweig, der besonders krisenanfällig ist? Lassen Sie mich folgendes sagen: Erstmals seit vielen Jahren ist die Zahl der Studienanfänger nun wieder ge-stiegen. Dennoch fehlen im Moment jedes Jahr rund 1.000 Hochschulabsolventen. Die Beschäftigungsquote liegt bei 97 Prozent. Sie und Ihr Wissen sind gefragt und werden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht.

An der TU München erhalten sie eine hervorragende Ausbildung in den theoretischen Grundlagen des Bauingenieurwesens. Aber Theorie ist nicht alles. Sie können zwar Teilaufgaben innerhalb eines Projekts lösen, aber ein ganzes Projekt erfordert mehr.

Ein guter Weg zum Einstieg in die Praxis am Anfang der beruflichen Laufbahn sind ein oder zwei Jahre in der Bauleitung. Hier erleben Sie die Umsetzung einer Planung in konkrete Bauwerke. Dabei werden alle Unzulänglichkeiten einer Planung schonungslos aufgedeckt. Manches, was auf dem Papier im Büro so wunderbar aussah, ist auf der Baustelle manchmal nicht ausführbar.

Ganz nebenbei werden Sie dabei lernen, dass Bauen auch bedeutet, das Geld des Bauherrn auszugeben. Und gutes Planen ist immer auch wirtschaftliches Planen. Auf der Baustelle lernt ein Ingenieur kostenbewusstes Denken. Und dies braucht er in seiner gesamten Laufbahn.

Wahrscheinlich kann die erste Stelle, die Sie als Ingenieur antreten, nicht die ganze Breite der Praxis bieten, die Sie anstreben. Oder Sie stellen nach einem Jahr fest, dass es andere Fachgebiete gibt, die viel interessanter sind als Ihre derzeitige Tätigkeit. Scheuen Sie sich nicht, zu wechseln. Ein beruflicher Lebenslauf, der zeigt, dass Sie mit Bedacht und Überlegung Ihre Stelle gewechselt haben, ist bei Bewerbungen viel wert. Das ist nicht zu verwechseln mit beruflichen Biographien, bei denen alle halbe Jahre die Stelle gewechselt wurde und die Tätigkeiten sich eigentlich nicht geändert haben.

Und scheuen Sie sich nicht zu wechseln, wenn Sie merken, dass Sie beruflich in eine Sackgasse geraten sind. Machen Sie einen neuen Anfang. Es gibt keine vergeudete Zeit im Leben, solange man aus den Umwegen lernt. Dann sind es produktive Umwege die Erfahrung bringen.

Bei Ihrem Berufseinstieg unterstützt Sie gerne die Bayerische Ingenieurekammer-Bau. Eine Mitglied-schaft bietet auch einem jungen Ingenieur in den ersten Berufsjahren viele Möglichkeiten. Abgesehen von der Möglichkeit zum Aufbau einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge beim Versorgungswerk der Kammer erhalten Sie von der Rechtsberatung bis zum Weiterbildungsangebot der Aka-demie und der Hilfestellung unseres Ingenieurreferats ein vielfältiges Angebot. Sie können sich als Student in die Interessentenliste eintragen lassen und sofort nach dem Examen freiwilliges Mitglied werden.
Besuchen Sie uns an unserem Stand auf der IKOM Bau. Sie finden uns am Stand mit der Nummer 1, wenn Sie am Eingang TU Campus rein-kommen auf der linken Seite.

Aber es gibt nicht nur die Kammer, sondern auch die Berufsverbände. Einige sind auch hier auf der IKOM vertreten. Manchmal werde ich gefragt: Wozu noch Berufsverbände, wenn es doch eine Kammer gibt.

Ohne Verbände gäbe es keine Kammer. Verbände sind die Interessenvertretung, die Kammer verwaltet eher. Deswegen ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Kammer ist zur Zurückhal-tung verpflichtet, ein Verband kann die Interessen des Berufsstandes ohne eine solche Zurückhaltung vertreten. Deswegen informieren Sie sich und werden Sie Mitglied in einem Berufsverband.

Ich wünsche Ihnen nicht nur Glück bei der Wahl Ihrer ersten Arbeitsstelle nach dem Studium son-dern auch Weitsicht und Mut.  Ich wünsche Ihnen auf der Messe viele interessante Gespräche und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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