Fortbildungsveranstaltung LVS Bayern

am Dienstag, 02. Mai 2011, ab 13.00 Uhr
IHK-Akademie München
Grußwort Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis
Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[Es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrte Frau Dr. Ortlepp
sehr geehrter Herr Steinhauser,
sehr geehrter Herr Rudat,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

als Vertreter der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau danke ich Ihnen herzlich für die Möglichkeit als Mitveranstalter an der gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung für Architekten, Bauingenieure, Rechtsanwälte, Richter und Sachverständige mitwirken zu dürfen. Ich darf Sie alle herzlich willkommen heißen und Ihnen auch die Grüße unseres Präsidenten Herrn Dr. Schroeter ausrichten. Für mich selbst hat die heutige Veranstaltung so etwas von einem Heimspiel, da ich selbst erst kürzlich meine Prüfung zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen vor der Prüfungskommission in Stuttgart ablegen durfte und nun meiner förmlichen Bestellung im Juli durch die IHK München entgegenblicke.

Im Fokus der heutigen Veranstaltung steht das Thema „Nachträglicher Dachausbau“. Ein in vieler Hinsicht interessantes Thema, da es sich beim nachträglichen Dachausbau um ein Vorhaben handelt, welches in jeder Hinsicht in seiner praktischen Ausführung besondere Sach- und Fachkompetenz von allen Beteiligten abverlangt.

Galt die Dachgeschosswohnung früher noch eher als typisches „Arme-Schlucker-Domizil“, so liegt das Wohnen unter dem Dach heute voll im Trend. Viele Ein- oder Mehrfamilienhäuser haben ihn noch, den geheimnisvollen alten Speicher unterm Dach. Diese Raumreserve, die oft nur als Abstellfläche für Ausrangiertes dient, ist eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, neuen, hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Einer der Gründe für die Attraktivität: Zimmer unter dem Dach zeichnen sich durch besondere Helligkeit und reizvollen Ausblick aus. Nirgendwo sonst im Haus kann so viel natürliches Licht einfallen wie hier.
Zudem hat der Dachausbau eine wichtige städtebauliche Bedeutung. Wesentliche Wohnraumreserven werden von einer bereits vorhandenen eingespielten Infrastruktur umschlossen. Der Dachausbau trägt im Wesentlichen zu einer Wohnraumvermehrung bei, besonders dort, wo Baugrundstücke fehlen.

Meine Damen und Herren, es ist kein Geheimnis: In Bayern werden seit Jahren zu wenig Wohnungen gebaut. Die Konsequenzen werden die Menschen in der Zukunft deutlich zu spüren bekommen. Wenn dieser Trend nicht umgekehrt werden kann, werden die Menschen nicht wohnen können, wo sie wollen und sie werden nicht mehr in einem Umfeld leben können, das sie sich selbst ausgesucht haben. Stattdessen wird der Bestand an Wohnungen der limitierende Faktor werden.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ist deshalb Partner der Aktionsgemeinschaft „Impulse für den Wohnungsbau“. Die Kammer engagiert sich hier zusammen mit führenden Verbänden der bayerischen Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Baustoffindustrie für eine Veränderung der bestehenden politischen Fördermaßnahmen für den Wohnungsbau.

Vor allem in München ist der Wohnraum knapp. Zu einer Entschärfung der Wohnungssituation kann aber - wenn auch nur im geringen Maße - der nachträgliche Dachausbau beitragen.
Der nachträgliche Dachausbau ist dabei aber leider auch ein beliebter Tummelplatz für Heim- und Hobby-Handwerker. Sogar im Internet finden sich unter den 40.000 Ergebnissen einer google-Suche mit dem Suchbegriff „Dachausbau“ Selbstbauanleitungen mit dem Titel „Dachausbau – leicht gemacht!“ Doch Vorsicht! Die Praxis zeigt: Ohne sorgfältige Planung kann das Dach zur Dauer-Baustelle werden. Die technischen Abläufe, Entwicklungen sowie Rechtsvorschriften und technischen Normen sind für den Laien nicht durchschaubar.

Deshalb muss zunächst auf jeden Fall ein Fachmann die Bausubstanz prüfen. Hier ist die Rolle der Sachverständigen von besonderer Bedeutung, denn Bauen im Bestand erfordert Fachwissen und Erfahrung.

Der Sachverständige begegnet uns nicht nur als Gutachter, sondern auch als Berater, Streitschlichter, bei Überprüfungen und Zulassungen. Verbraucher, Staat, Justiz und Wirtschaft sind auf die Hilfe des unparteiischen Sachverständigen angewiesen. Er gibt Entscheidungshofe durch die sachkundige Feststellung von Tatsachen, die fachliche Beurteilung von Sachverhalten und die Erklärung von Abläufen.

Nach Ansicht der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau spielt die Zertifizierung der Sachverständigen eine große Rolle. Wir betrachten das Zertifizierungs- und Bestellungswesen als einen wichtigen Baustein eines soliden Sachverständigenwesens und machen uns hier für eine qualitativ hochwertige Ausbildung stark. Wichtig ist, dass dies auch weiterhin so bleibt.

Ich bin gespannt auf die nun folgenden Vorträge. Ich bedanke mich für Ihr Interesse und wünsche Ihnen eine interessante Veranstaltung, sowie gute Gespräche im Anschluss.

 

 

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