Ingenieurleistungen im Denkmalschutz

1. Fachkongress Energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden auf der Renexpo
28. September 2012, 09:05 Uhr
Kongresszentrum "Kongress am Park", Augsburg
Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrter Herr Röhm,
sehr geehrter Herr Professor Greipl,
sehr geehrte Damen und Herren,

auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen Ihnen allen. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich gekommen sind. Dass die Renexpo, die internationale Energiefachmesse, heuer bei ihrer 13. Veranstaltung erstmals einen Fachkongress für energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden veranstaltet, ist für mich, als den Vertreter aller am Bau tätigen bayerischen Ingenieure, eine ganz besondere Freude. Es ist gut, dass diesem Thema ein ganzer Tag mit vielen Vorträgen fachkundiger Kollegen gewidmet wird. Ein guter Grund für die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, auch in diesem Jahr wieder ideeller Träger der Renexpo zu sein.

Für unsere Kammer gibt es dazu sogar einen doppelten Grund.

Einmal liegt es mir als als Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau am Herzen, dass unsere Kammer und ihre Mitglieder bei der Gestaltung der Energiewende vorangehen und Flagge zeigen. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ist die berufsständische Vertretung aller im Bauwesen tätigen Ingenieure aus Bayern. Wir haben inzwischen mehr als 6.000 Mitglieder aus allen Bereichen des Planens und Bauens. Dazu zählen Tragwerksplaner und Vermessungsingenieure, aber auch Energieberater und Sachverständige nach ZV EnEV. So ist es nur folgerichtig, dass Vertreter unserer Kammer in vielen verschiedenen Arbeitskreisen in Ministerien oder anderen Institutionen aktiv daran mitarbeiten, dass die Energiewende gelingt.

Zum anderen ist die Kammer seit Jahren im Bereich der Denkmalpflege aktiv. Schon kurz nach Gründung der Kammer vor nun 22 Jahren wurde vom Vorstand der Leben gerufen. In diesem Kreis arbeiten aber außer den Ingenieuren von Anfang an auch Vertreter der Denkmalpflege und der Architekten mit. Das ist selbstverständlich, denn Denkmalpflege ist immer nur im Team möglich und sinnvoll. Gerade die Denkmalpflege ist eine interdisziplinäre Aufgabe, bei der viele Fachrichtungen zusammenarbeiten müssen. Ich selbst erlebe das gerade bei einem Projekt, an dem ich als Tragwerksplaner beteiligt bin. Die Sanierung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth. Bei Projektbesprechungen sitzen neben dem Architekten, den Ingenieuren für Tragwerksplanung, technische Ausrüstung, Elektrotechnik und Bühnentechnik auch der Restaurator, der Schadstoffspezialist, der Brandschutzplaner, der Baugrundgutachter und der Vermessungsingenieur mit am Tisch. Besonders wichtig ist bei diesem Projekt die Zusammenarbeit von Restaurator und dem Ingenieur für die technische Ausrüstung. Denn die Anforderungen des Restaurators an das Raumklima, um die hölzerne Logenkonstruktion vor weiteren Schäden zu bewahren, muss der Planer der Klimatisierung auch für den großen Feuchtigkeitseintrag durch die Zuschauer und den Wärmeeintrag durch die Scheinwerfer erfüllen.

In unterschiedlichem Rahmen und Umfang ist diese Zusammenarbeit heute bei jedem Baudenkmal erforderlich. Denn bei Denkmalen gibt es ein großes Energieeinsparpotential, das wir nutzen müssen, um die Energiewende zu einem Erfolg werden zu lassen.

Doch gerade bei Denkmalen muss man besonders sensibel vorgehen. Keiner hätte Interesse daran, wenn ein Denkmal so verschlimmbessert würde, dass es nachher zwar den höchsten energetischen Ansprüchen genügt, aber nichts mehr von seinem Denkmal-Charakter übrig ist. Zum Beispiel ist es unsinnig, ein Denkmal mit gestalteter Fassade, sei es Fachwerk, Stein oder Bemalung, in einfallslose, ja geradezu dumme Außendämmung einzupacken. Es ist immer möglich, auch bei der Sanierung von Denkmalen gute Resultate im Bereich der Energieeinsparung zu erreichen, und zwar ohne den Charakter des Bauwerks oder seinen Wert als Denkmal zu beeinträchtigen. Es ist nur nicht immer ganz einfach. Und es geht eben nicht mit Standardlösungen. Wie das gehen kann, ist Thema der Vorträge, die sie heute noch hören werden. Oswald Silberhorn beispielsweise, der Regionalbeauftragter unserer Kammer für Schwaben ist, wird später zum Thema „Gesamtenergieeffizienzbilanz aus historischen Materialressourcen und intelligenter Anlagentechnik“ sprechen.

Denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft. Denkmale sind identitätsstiftende Bauwerke – gerade in Bayern mit unserer Fülle an Baudenkmalen und unserem historisch reichen Erbe. Denn nur, wenn wir unser historisches Erbe auch für nachfolgende Generationen bewahren, können vergangene Zeiten im Bewusstsein der Menschen verankert bleiben. Zukunft braucht Erinnerung, davon bin ich fest überzeugt.

Aber noch einmal: Warum engagiert sich die Bayerische Ingenieurekammer-Bau im Denkmalschutz? Eine wesentliche Aufgabe der Kammer ist die Förderung der beruflichen Belange ihrer Mitglieder. Und das Bauen im Bestand ist ein Arbeitsfeld, das von Jahr zu Jahr bedeutender wird. Über 50 % der Umsätze im Bauwesen werden im Bestand generiert. Und die Denkmalpflege ist die Königsdisziplin beim Bauen im Bestand. Deswegen sieht es die Kammer als ihre Verpflichtung an, für ihre Mitglieder die Arbeit im Denkmalschutz zu fördern.

Als Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau bin ich stolz, dass wir den bereits erwähnten, sehr aktiven Arbeitskreis Denkmalpflege und Bauen im Bestand haben, der mit viel Liebe zum Detail alle wichtigen Themen an der Schnittstelle von Denkmalschutz und Ingenieurwesen diskutiert, Themen auf den Prüfstand stellt und neue Wege aufzeigt. Der Vorsitzende dieses Arbeitskreises, Klaus-Jürgen Edelhäuser, engagiert sich z.B. auch als Referent bei der Ingenieurakademie Bayern, die ein Teil unserer Kammer ist. Sein fundiertes Wissen gibt er dort in Lehrgängen und Seminaren an unsere Kammermitglieder weiter. Es freut mich, dass die Fortbildungen regelmäßig auf großes Interesse stoßen. Wenn ich sehe, wie viele Berufskollegen sich hier weiterbilden, bin ich zuversichtlich, dass der Gleichklang von Ingenieurskunst und Denkmalpflege auch weiterhin so ausgezeichnet funktionieren wird.

Apropos Auszeichnen: Vergangene Woche haben wir im wunderschönen Schloss Schleißheim bei München den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 verliehen. Dieser Preis wird alle zwei Jahre von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vergeben. Der Preis wurde ausgelobt, um neben den bereits zahlreichen Denkmalpreisen in Deutschland und vor allem in Bayern, bei denen es vorrangig um Gestaltung geht, ganz besonders die Leistung der Ingenieure in der Denkmalpflege ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Denn das Erhalten eines Denkmals beschränkt sich nicht auf die Restaurierung der schönen Oberfläche. Die Leistung des Architekten oder des Restaurators ist meist sichtbar und wird wahrgenommen. Aber die Leistung der Ingenieure ist gerade dann besonders lobenswert, wenn sie nicht offen sichtbar ist.

Die Ertüchtigung eines Tragwerks kann mit klobigen Verstärkungen erfolgen, die jedem sofort ins Auge fallen. Aber es geht fast immer auch durch den Einbau einer sparsamen, unauffälligen Subsidiärkonstruktion, die nur der Fachmann erkennt. Aber das erfordert hohen Einsatz des planenden Ingenieurs.Heizungen, Einrichtungen für Klimatisierung und Beleuchtungsanlagen sollen prinzipiell nur an ihrer guten Wirkung erkennbar sein, die gerne als selbstverständlich hingenommen wird. Welche Ingenieurleistung dahinter steht, erkennen die Wenigsten. Um diese für den Laien unsichtbaren Leistungen der Ingenieure ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, wurde der Denkmalpreis von der Kammer ausgelobt.

Ausgezeichnet werden öffentliche wie private Bauwerke. Wir haben unsere Mitglieder aufgerufen, sich mit ihren besten Projekten bei uns um diesen Preis zu bewerben. Es sind zahlreiche Bewerbungen bei uns eingegangen, ein Zimmer unserer Geschäftsstelle konnte man für einige Wochen kaum betreten, weil all die vielen Projekte dort erfasst und gelagert wurden. Eine siebenköpfige Jury entschied schließlich darüber, welches Büro für seine Leistungen ausgezeichnet werden sollte. Keine leichte Aufgabe.

Die sechs Preisträger, die schließlich nach gründlicher Beratung gekürt wurden, repräsentieren die ganze Bandbreite an Aufgaben in der Denkmalpflege, von der Planung bis zum ausführenden Handwerk. Sie sind Zeugnisse eines öffentlichen und privaten Engagements in der Denkmalpflege, das gar nicht genug gewürdigt werden kann. Denn die politischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden immer schwieriger. Diese ausgezeichneten Bauwerke überzeugen durch eine denkmalgerechte dauerhafte Instandsetzung mit einer Problemlösung, die über die bei Neubauten üblichen technischen Normen und Richtlinien weit hinausgeht.

Bei den öffentlichen Bauwerken wurden am Ende sogar zwei mit Gold ausgezeichnet: die Wallfahrtskirche Maria-Birnbaum in Sielenbach und der Kettensteg in Nürnberg. Warum zweimal Gold, werden Sie sich vielleicht fragen. Nun, unsere Jury hatte hier zwei Projekte vor sich, die beide auf großartige Weise gelöst worden waren, in ihrem Ansatz aber nicht vergleichbar waren. Beide Objekte zeigen exemplarisch eine besondere Qualität der Ingenieurleistung in der Tragwerksplanung.

Bei der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum in Sielenbach wurde mit dem Einbau eines raffinierten subsidiären Raumtragwerkes zur Aufhängung des zentralen Turmes über der Kuppel unter Belassung eines historischen Ertüchtigungsversuches eine überzeugende Verbindung zwischen einem denkmalpflegerischem Konzept und einer intelligenten Ingenieurleistung gefunden. Es waren in vielen Fällen die Barockbaumeister, die fast übermütig die Architektur in den Vordergrund stellten, ohne dabei die technischen Grundlagen zu beherrschen oder gar zu beachten. Das erinnert manchmal an sehr moderne Tendenzen des Dekonstruktivismus in der Architektur. Bei der Wallfahrtkirche Maria Birnbaum in Sielenbach sind es nicht nur Überschreitungen bei üblichen Konstruktionen, sondern es handelt sich um einen Bautyp, der zu seiner Zeit keine Vorbilder in Bayern besaß. Der zentrale Turm (Apostelturm), der im Zentrum der gemauerten Kuppelkonstruktion steht, zeigte bereits im 18. Jahrhundert Absenkungen, die zu Rissen und Verformungen an den angrenzenden Bauteilen führten.
Reparaturversuche bereits ab 1794 brachten keine wesentlichen Verbesserungen des Zustandes. Später zusätzlich hinzugekommene Schäden am Holztragwerk führten zu einer bedrohlichen Situation, die sofortiges Eingreifen erforderte.

Nach gründlichen Voruntersuchungen wurde ein Sanierungs- und Instandsetzungskonzept erarbeitet, das zu einer »Speichenradkonstruktion« in der Form eines räumlichen Fachwerks führte. Diese Konstruktion kann sowohl den Apostelturm als auch die anschließenden Bauteile des Daches tragen. Wegen der Rücksichtnahme auf den originalen Baubestand stellte der Einbau dieses Subsidiärtragwerks äußerst hohe Anforderungen an die Projektierung und Ausführung. Es bedurfte einer besonderen Ingenieurleistung, um das Erscheinungsbild des Denkmals so wenig wie möglich zu beeinträchtigen und gleichzeitig die grundlegenden konstruktiven Fehler der Erbauer zu beheben.

Der andere erste Preisträger, der Kettensteg in Nürnberg, stellt als älteste erhaltene Hängebrücke Europas ein besonderes Ingenieurbaudenkmal dar. Der Kettensteg wurde 1824 als Fußgängerbrücke über zwei Pegnitzarme mit Spannweiten von 34 und 33 Metern erstellt. Ein Nachteil der ursprünglichen Konstruktion war die Schwingungsanfälligkeit, derentwegen bereits im Jahr 1836 das Befahren des Kettenstegs mit Handkarren vom Rat der Stadt verboten wurde. Die im Jahr 1931 angebrachten Zusatzkonstruktionen in Form zusätzlicher Tragjoche und Brückenträger beeinträchtigten das Erscheinungsbild der Brücke erheblich. Neben der Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes des Technikdenkmals verursachten die hölzernen Zusatzkonstruktionen einen hohen Bedarf an Bauunterhalt.  Die Unzulänglichkeiten früherer Umbauten und Sanierungsversuche erforderten eine grundlegende ingenieurtechnische Aufarbeitung der schwingungsanfälligen Konstruktion. Die gefundene Lösung mit Rückführung auf die Gestaltung des frühen 20. Jahrhunderts, bei wesentlicher Verbesserung des schwingungsanfälligen statischen Systems, überzeugt als außergewöhnliche Sonderlösung.

Das jetzt entwickelte denkmalpflegerische Sanierungskonzept geht von einer annähernden Wiederherstellung des Systems der ursprünglichen Hängebrücke aus. Dabei wurde das Ziel verfolgt, einen maximalen Erhalt originaler Bauteile mit äußerst zurückhaltenden Ergänzungen zu erreichen. Zur Vermeidung der systembedingten Schwingungen wurde als wesentliche Ingenieurleistung der Steg mit einem geschweißten Stahlkasten verstärkt, der jedoch als gerade verlaufender Träger die ursprünglichen »Durchhängungen« der Brücke aufhob.

Durch die historisch begründete geringe Bauhöhe des Brückenquerschnitts mussten große Anstrengungen unternommen werden, um die geforderte denkmalbedingte Gestaltung nicht zu beeinträchtigen. Die vorgestellte Lösung zeigt nahezu das Bild der Hängebrücke, wie im sie im Jahr 1824 entworfen wurde. Zusätzlich konnten die stählernen Pylone und das Geländer aus dem Jahr 1909 bei der Instandsetzung trotz der statischen Nachweise nach aktuellen Bestimmungen erhalten werden.

Näher vorstellen möchte ich Ihnen aber vor allem den Sieger der Bronze-Medaille im Bereich öffentliche Bauwerke. Dieser Preis passt genau in das Thema unseres Kongresses, die energetische Sanierung von Baudenkmalen. Ausgezeichnet wurde das Herrenschießhaus in Nürnberg. Hier hat die Jury ganz besonders das Konzept der energetischen Sanierung des Denkmals überzeugt.

Aufgrund umfassender bauphysikalischer Untersuchungen wurde bei diesem Objekt ein beispielgebendes Konzept gefunden, das im Einklang mit den gestalterischen, denkmalpflegerischen und ingenieurtechnischen Anforderungen steht. Besonders die Häuser mit Sichtmauerwerk, wie hier der Fall, erweisen sich als äußerst problematisch. Dämmungen derartiger Fassaden sind, wenn überhaupt, lediglich als Innendämmung vorstellbar. Die damit verbundenen bauphysikalischen Gefahren sind bekannt, werden aber in den seltensten Fällen mit gründlichen Untersuchungen ausgeschlossen.

Die bei diesem Projekt durchgeführten Messungen und Berechnungen führten zu einem Konzept, dessen Richtigkeit auch mit den bisher vorliegenden Messungen nach der Fertigstellung belegt werden konnte. Energieeinsparende Maßnahmen erbrachten eine Unterschreitung der Anforderungen der EnEV 2009 um 30 % beim Transmissionswärmeverlust und um 20 % beim Primärenergiebedarf.
Ein großartiges Ergebnis!

Die Herausforderungen beim Erhalt der Innengestaltung konnten in diesem Einzelfall aufgrund von Bestandserfassungen gut gemeistert werden. Mit der Auszeichnung dieses Projektes möchten wir auch ein Bewusstsein für die immense Verantwortung der Planer und der Bauherrn beim Umgang mit Innendämmungen schaffen. Das hier gezeigte gute Ergebnis belegt die Machbarkeit unter bestimmten Voraussetzungen bei einem nicht unerheblichen Aufwand an Planungsleistung.

Zunächst wurde eine umfangreiche Bestandserfassung des Zustands von Baukonstruktion und Anlagentechnik vorgenommen. Es gab Befunduntersuchungen zu den historischen Putzen und Farben, es wurden Proben zur Bestimmung der bauphysikalischen Materialkennwerte genommen, das Dachtragwerk und die Holzbalkendecken, einschließlich der Auflager wurden statisch überprüft. Anschließend wurden Innendämmmaßnahmen in zwei Räumen getestet. Das Institut für Bauklimatik der Technischen Universität Dresden hatte dabei die wissenschaftliche Begleitung übernommen.
Es gab dynamische hygro-thermische Simulationen zwei- und dreidimensional zur Bemessung der geeigneten Materialien und Dämmdicken. Und es wurden Messfühler zwischen Bestandswandoberfläche und Innendämmung eingebaut, um die Simulationsergebnisse zu überprüfen und die Schadensfreiheit auf Dauer zu dokumentieren.

Die sensible Planung der Innendämmmaßnahmen, des Fenster- und Türaustausches sowie der baulichen und anlagentechnischen Maßnahmen im Innenbereich erfolgten in ständiger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Messfühler wurden an Holzbalkenköpfen in unterschiedlichen Einbausituationen installiert. Dies geschah in Kooperation mit der Fachhochschule Lausitz, Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik und dem Fachgebiet Bauphysik.

Damit möchte ich Ihnen exemplarisch nur ein aktuelles von vielen gelungenen Beispielen zeigen, wie Ingenieure einen aktiven Beitrag zur energetischen Sanierung in der Denkmalpflege geleistet haben.

Die Bayerische Verfassung verpflichtet die Gesellschaft zum Erhalt und zur Pflege von Denkmalen. Doch das allein würde nicht genügen, um dieses wichtige Ziel wirklich umzusetzen. Wir brauchen engagierte Menschen mit Visionen, Einfallsreichtum und Leidenschaft und langem Atem, die diese Verpflichtung umsetzen – und zwar so, dass sie nicht als lästige Pflicht empfunden wird, sondern die Menschen begeistert.

Ich denke, ich konnte Ihnen am Beispiel des Herrenschießhauses konkret aufzeigen, wie die Verbindung von Denkmalpflege und Energiewende gelingen kann. Wenn man behutsam und mit dem nötigen Sachverstand vorgeht, kann man das Eine tun ohne das Andere zu vernachlässigen.

Allerorten hört und liest man, dass Deutschland die Energiewende braucht und will, dass man Vorbild für andere Länder sein will. Viele Floskeln und Gemeinplätze werden gebetsmühlenartig wiederholt. Die Bevölkerung ist von der Notwendigkeit bereits überzeugt. Aber wie die Energiewende praktisch funktionieren kann, ist keine einfache Frage. Es muss im Bewusstsein aller Bauherren verankert werden, dass die energetische Planung integraler Bestandteil jeder Bauplanung sein muss. Die Planer wissen das schon. Innovative Lösungen gibt es bereits. Genau hier kommen die Ingenieure ins Spiel. Wir Ingenieure sind gefragt, wenn es darum geht, die Energiewende wirklich umzusetzen.

Wir achten darauf, dass die Gebäude energieeffizient sind, dass keine Energie verschwendet wird. Doch eine Ausnahme gibt es: an unserer eigenen Energie, die wir beim Planen zeigen, da sparen wir nie. Da stecken wir immer über 100 Prozent Energie hinein! Und kein bisschen weniger.

Und damit ich möchte nun das Wort an Professor Greipl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege weitergeben. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen lehrreichen und dabei spannenden Kongresstag!

 

 

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