2. Bayerischer Brandschutzkongress

06. November 2011, 09.30 Uhr
Bürgerhaus Garching, Rathausplatz 3, 85748 Garching bei München
Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Scherzer,
sehr geehrter Herr Wabnig,
sehr geehrter Herr Peck,
sehr geehrte Referenten und Vertreter der Veranstalter,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr, Sie heute beim 2. Bayerischen Brandschutzkongress hier in Garching begrüßen zu dürfen. Vor einem Jahr hatte diese Veranstaltung Premiere – und großen Erfolg. Die Veranstaltung war gut besucht und wir haben gute Resonanz bekommen. Es war an der Zeit, einen Brandschutzkongress ins Leben zu rufen, denn der Brandschutz nimmt in der Arbeit von Ihnen allen eine wichtige Rolle ein. Der Kongress hat viele namhafte Unterstützer, vom DAI, VBI und der Vereinigung Deutscher Brandschutzplaner über den BDA und BDB bis hin zur Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und der Ingenieurakademie Bayern. Mit dieser geballten Kompetenz möchten wir an den Erfolg des 1. Bayerischen Brandsschutzkongresses im Oktober 2011 anknüpfen.

Brandschutz ist ein ebenso wichtiges wie hochaktuelles Thema. Und es ist auch in der Öffentlichkeit angekommen. Jeder Zeitungsleser weiß, dass die verschobene Eröffnung des Berliner Flughafens u.a. darauf zurückgeht, dass dort der Brandschutz noch nicht richtig funktioniert. Auch bei Stuttgart 21, ein weiteres Großprojekt im Kreuzfeuer der Kritik, war jüngst zu lesen, dass der Brandschutz nicht ausreichend sei.

Ich möchte hier nicht näher ins Detail gehen – Ursachenforschung für den Berliner Flughafen und den Stuttgarter Bahnhof müssen andere betreiben. Aber ich frage mich, was bleibt hängen beim Otto-Normalverbraucher, der über kein fachliches Hintergrundwissen verfügt? Natürlich kann ich da nur spekulieren. Aber ich denke, dass viele Bürgerinnen und Bürger Brandschutz als etwas sehr Komplexes sehen und vermuten, dass die Experten auf diesem Gebiet vielleicht eher spärlich gesät sind. Denn sonst gäbe es gerade bei großen Prestigeprojekten keine Probleme mit dem Brandschutz. Und natürlich wird auch die Summe, die den Steuerzahler der Brandschutz solcher Projekte kostet, vielen Menschen im Gedächtnis sein. Unstrittig aber wird sein, dass der Brandschutz eine hohe Priorität haben muss.

Fakt ist, dass der bauliche Brandschutz in den vergangenen 50 Jahren stetig verschärft wurde. Ich finde: Wir haben strenge Brandschutzvorschriften - Und das ist auch gut so! würde wohl Klaus Wowereit sagen. Denn oberste Priorität bei Bauvorhaben muss stets die Sicherheit der Menschen sein, die dieses Bauwerk nutzen. Brandschutz beinhaltet definitionsgemäß alle Maßnahmen, die der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorbeugen und bei einem Brand die Rettung von Menschen sowie wirksame Löscharbeiten ermöglichen. Aufgabe von uns Ingenieuren und Architekten ist es, dies sicherzustellen.

Durch die Änderungen der Bauordnung in den letzten Jahren ist die Verantwortung der Planer erheblich gestiegen. Genügte es früher, die Planung bei den Fachleuten der Verwaltung vorzulegen und deren Auflagen zu übernehmen, übernehmen heute Planer allein die volle Verantwortung. Auch der Umfang der Planung ist erheblich gestiegen. Da kann es nicht sein, dass die Planung des vorbeugenden Brandschutzes einfach im Honorar der Objektplanung enthalten ist. Wenn schon kein eigenes Leistungsbild in der HOAI geschaffen werden soll, ist zumindest die Honorierung als Besondere Leistung notwendig.

Wer nachgewiesen hat, dass er im Bereich Brandschutz über die notwendigen Kenntnisse verfügt, kann sich in die entsprechenden Listen aufnehmen lassen, die bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau geführt werden. Die Kammer leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung.

Die stetige Aus- und Weiterbildung ist auch im Bereich Brandschutz der Schlüssel zu guten Ergebnissen. Und das heißt in diesem Fall: zu sicheren Gebäuden. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bietet daher regelmäßig Fortbildungen zum Brandschutz an. In diesem Herbst gibt es eine ganze Veranstaltungsreihe zu Brand- und Blitzschutz. Diesen Monat finden noch drei Fortbildungsveranstaltungen statt, zwei davon sogar als Intensivkurse über drei Tage. All unsere Seminare stoßen auf großes Interesse, nicht nur bei unseren Mitgliedern und werden gut gebucht. Unsere Akademie bereitet bereits jetzt weitere Termine für 2013 vor. Nähere Informationen dazu bekommen Sie an unserem Stand im Foyer und auf der Website der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Im Mittelpunkt des heutigen 2. Bayerischen Brandschutzkongresses, der auch als Fortbildungsveranstaltung bei unserer Kammer anerkannt ist, stehen die Veränderungen und die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse im Bereich des Brandschutzes. Die Schwerpunkte haben wir auf Basis der Rückmeldungen zum Brandschutzkongress im letzten Jahr entwickelt. Die Frage der geeigneten Rettungswege sowie das Verhältnis von Brandschutz und Bestandsschutz und Abweichungen stehen heute im Zentrum der Vorträge, die Sie hören werden.

Der beste Brandschutz ist ohne jeden Zweifel der, der vorbeugt und sozusagen schon in der Planungs- und Bauphase das Feuer im Keim erstickt. Wir Ingenieure und Architekten haben das Wissen und die Kompetenz, Gebäude so zu bauen, dass das Risiko eines Brandes so gering wie möglich gehalten werden kann.

Beim Bauen im Bestand stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Hier müssen Lösungen entwickelt werden, die den modernen Anforderungen Rechnung tragen und gleichzeitig mit dem bestehenden Bauwerk in Einklang zu bringen sind.

Welche Rolle kommt den Prüfsachverständigen und den Bauaufsichtsbehörden bei der Brandschutzprüfung zu? In welchem Verhältnis stehen Brandschutz und Bestandsschutz zueinander? Welche Sonderbauvorschriften gibt es und wie können die Schutzziele eingehalten werden? Zu diesen und vielen weiteren wichtigen Themen werden Sie im Anschluss Vorträge hören. Ich hoffe, dass wir auch in diesem Jahr das Programm so gestaltet haben, dass all jene Themen zur Sprache kommen, die Ihnen unter den Nägeln brennen. Wir sind schon jetzt gespannt auf Ihr Feedback und Ihre Anregungen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse an diesem so wichtigen Thema. Nun darf ich das Wort an Herrn Dipl.-Ing. Rudolf Scherzer, den Vizepräsidenten der Bayerischen Architektenkammer, übergeben.

Ich wünsche Ihnen noch eine interessante Veranstaltung sowie gute Gespräche im Anschluss.

 

 

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