9. Münchner Gespräche

Zusammenarbeit von Gerichten, Anwaltschaft, Sachverständigen - (k)ein Problem?
16. April 2013, 13:30 Uhr
IHK-Akademie München, Forum, Orleansstr. 10-12, 81669 München

Grußwort Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis
Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

Sehr geehrter Herr Staatsminister Zeil,
sehr geehrte Frau Dr. Ortlepp,
sehr geehrter Herr Dr. Heßler,
sehr geehrter Herr Bestelmeyer,
sehr geehrten Damen und Herren,

auch von meiner Seite aus ein herzliches Willkommen Ihnen allen! Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, die ich heute hier vertrete, ist auch dieses Mal wieder Mitveranstalter der „Münchner Gespräche“. Eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Ingenieure, Architekten, Rechtsanwälte, Richter und Sachverständige ist wichtig und sinnvoll, denn im Arbeitsalltag haben diese Berufsgruppen oft genug mit einander zu tun.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau befasst sich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Baurecht und Sachverständigenwesen. Es gibt hierzu in unserer Kammer einen eigenen Ausschuss, für den ich als Vorstandsbeauftragter verantwortlich bin. Eine wichtige Leistung des Ausschusses war u.a. die Erstellung der Broschüre „Außergerichtliche Streitbeilegung“. Darin zeigen wir auf, welche Wege Gerichte, Anwälte und Sachverständige wählen können, um möglichst gut und effizient Streitfälle zu klären. Und warum es sinnvoll ist, bereits beim Vertragsabschluss zu klären, welcher Weg der Streitbeilegung beschritten werden soll, falls es zu Meinungsverschiedenheiten kommen sollte.
Kammermitglieder können sich jederzeit auch an unseren Schlichtungsausschuss wenden oder Rat beim Justiziariat einholen.

Unsere Kammer ist aber noch einen großen Schritt weitergegangen. In monatelanger Gremienarbeit wurden Musteringenieurverträge entworfen, die nun für jedermann kostenfrei über die Website der Kammer erhältlich sind. Es gibt einen allgemeinen Vertragsteil sowie verschiedene Module, die je nach Bauvorhaben variabel ergänzt werden. Derzeit liegen vier Module vor: Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen, Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung. Vier weitere Module - Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz und Vermessung – werden voraussichtlich im Herbst vorliegen.

Bei der Ausarbeitung der Vertragsmuster wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Muster absolut neutral sind und somit von Auftraggeber wie Auftragnehmer gleichermaßen gut eingesetzt werden können. Gleichzeitig sind die Vertragsmuster bewusst schlank und übersichtlich gehalten.

Die Musteringenieurverträge haben sich als wahre Erfolgsgeschichte entpuppt. Seit Ende November sind sie erhältlich und bis dato wurden die Vertragsvorlagen mehr als 10.000 Mal von der Website der Kammer heruntergeladen. Unter www.bayika.de finden Sie die Muster in der Rubrik „Downloads“ gleich an erster Stelle.

Zuletzt darf ich Sie noch auf ein weiteres Ergebnis der Arbeit der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau hinweisen: die neue erschienene Broschüre „Die Leistungen der bayerischen Ingenieure zur Energiewende“. Darin geht es – wie auch bei der heutigen Veranstaltung – u.a. um die Kosten und Wirtschaftlichkeit energieeinsparender Maßnahmen. Gleichzeitig zeigen wir auf, warum es uns Ingenieure so dringend braucht, damit die Energiewende realisiert werden kann. Ich darf die Gelegenheit auch nutzen, Ihnen meine Sicht der Dinge zum Thema der Kosten und Wirtschaftlichkeit von energiesparenden Maßnahmen zu erläutern.

In meiner beruflichen Praxis stellt sich bei entsprechenden Sanierungsvorhaben häufig die Frage der Finanzierung. Ein wesentlicher Baustein ist die Möglichkeit der Vermieters gemäß § 559 BGB die Sanierungskosten in Höhe von 11 % der aufgewendeten Kosten auf die Mieter umlegen. Dies gilt jedoch nur für diejenigen Kosten, bei denen es sich um solche für Modernisierungsmaßnahmen gehandelt hat, welche die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern oder nachhaltig die Einsparung von Energie oder Wasser bewirken. Die Sanierungskosten sind somit auch zwingend hinsichtlich Ihrer energetischen Relevanz zu bewerten. Die Bestimmung der sogenannten Sowiesokosten für angefallenen Instandhaltungsstau spielt hier eine ganz wesentliche Rolle. Gerade die Bewertung eines Sowiesokostenanteils erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Unabhängigkeit und Objektivität. Und das sind Wesenszüge, die dem ö.b.u.v. Sachverständigen gut anstehen.

Die erwähnten Broschüren zur außergerichtlichen Streitbeilegung, der Energiewende und die Musteringenieurverträge liegen auch heute hier aus. Bedienen Sie sich gerne! Nun bedanke ich mich nur noch für Ihr Interesse und wünsche Ihnen eine interessante Veranstaltung sowie gute Gespräche im Anschluss.


 

 

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