23. Bayerischer Ingenieuretag

am Freitag, 23.01.2015, 10.30 Uhr
Messe München, ICM, Saal 13

Begrüßung: Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[Es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


ich heiße Sie alle herzlich zu unserem 23. Bayerischen Ingenieuretag willkommen. Ich will mich bei der Begrüßung ganz kurz fassen und auf die namentliche Nennung weitgehend verzichten. Dafür bitte ich um Ihr Verständnis. In der Gästeliste werden alle genannt, die sich angemeldet haben.

Der Saal ist voll. So viele Gäste hatten wir noch bei keinem Ingenieuretag zuvor.

Ich freue mich außerordentlich, Sie alle heute hier als unsere Gäste begrüßen zu dürfen. Ich begrüße

Ich begrüße

Ihnen allen ein herzliches Willkommen!

Diese große Bandbreite, liebe Gäste, zeigt den hohen Stellenwert unseres Ingenieuretages als bedeutender Branchentreff des bayerischen Bauwesens. Und ich sehe in diesem großen Zuspruch vor allem auch Anerkennung für die Arbeit der vielen aktiven Mitglieder unserer Kammer.

Einer, der in den letzten Jahren immer hier war, kann heute leider nicht dabei sein. Herr Staatsminister Herrmann, unser Bau-, Verkehrs- und Innenminister, musste wegen eines anderen wichtigen Termins absagen. Er bedauert dies sehr. Ich freue mich aber außerordentlich, dass stattdessen Herr Ministerialdirektor Helmut Schütz, der Leiter der Obersten Baubehörde gekommen ist. Ich bin sicher, lieber Herr Schütz, dass Sie in Ihrem Grußwort den Staatsminister würdig vertreten werden.

Überhaupt ist es ein großartiges Zeichen, dass mit Ihnen nach Herrn Poxleitner wieder ein Bauingenieur an der Spitze der Obersten Baubehörde steht. Und auch, dass Sie, sehr geehrter Herr Schütz, später in Vertretung des Staatsministers den Ingenieurpreis 2015 verleihen werden, freut mich sehr. Als langjähriger Vizepräsident unserer Kammer können wir ja bereits auf eine außerordentlich gute Zusammenarbeit zurückblicken – und ich bin sicher, dass wir dies auch in Zukunft so fortsetzen werden.

Das Thema des heutigen Ingenieuretages zeigt die Bedeutung der Ingenieure für den technischen Fortschritt und die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft. Unser Berufsstand steht für fortschrittliche Ingenieurleistungen und innovative Techniken. Für Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Innovationskraft und Ästhetik bei der Planung, Errichtung und Nutzung von Bauwerken.

Ich möchte in meiner Rede vor allem auf drei Punkte eingehen: Tradition – Fortschritt – Innovation.

Im Jahr 1990 trat das Kammergesetz in Kraft. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau feiert also in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau versteht sich von Anfang an als „Große Kammer“. Als eine Kammer, die die beruflichen Interessen aller bayerischen Ingenieure im Bauwesen aus der Bauwirtschaft, aus Freien Berufen und öffentlichem Dienst unter ihrem Dach vereint und mit einer Stimme vertritt. 

Unser Einsatz für die im Bauwesen tätigen Ingenieure macht die Bayerische Ingenieurekammer-Bau attraktiv: So konnten wir auch im vergangenen Jahr unsere Mitgliederzahl kontinuierlich steigern - auf aktuell über 6.400 Mitglieder.

Wir werden 2015 also 25 Jahre alt. Wobei „alt“ ja nun nicht wirklich das richtige Wort ist. Denn mit 25 Jahren ist man ja noch sehr jung. Dennoch können wir auf eine spannende Geschichte zurückblicken. Auch unser Ingenieuretag, den wir heute zum 23. Mal durchführen, ist ein Teil dieser Geschichte.

25 Jahre Bayerische Ingenieurekammer-Bau – das ist für uns nicht der Anlass zu überschäumenden Festlichkeiten. Aber vielleicht ist es ein Anlass, zurückzuschauen. Deswegen gibt die Ingenieurekammer zum 25-jährigen Jubiläum ihres Bestehens eine umfassende Chronik heraus, in der Frau Dr. Cornelia Oelwein die Geschichte unserer Kammer in einem facettenreichen Buch nachzeichnet. Viele der heute hier in diesem Saal versammelten sind ein Teil der gemeinsamen Geschichte unserer Kammer.

Werden auch Sie Teil der Kammer-Chronik! Bis zum 15. Mai 2015 gibt es die Möglichkeit der Subskription. Sie können die Chronik zu einem Vorzugspreis vorbestellen und so über 20 Prozent gegenüber dem normalen Buchpreis sparen. Und: Die Subskribenten werden in der Chronik namentlich aufgeführt.

Exklusiv für die Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau haben wir noch ein besonderes Angebot: Ab 25 Exemplaren der Kammer-Chronik gibt es eine persönliche Widmung des Präsidenten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Damit möchten wir „Danke“ sagen - für Ihre Unterstützung der Kammerarbeit und das damit verbundene Engagement für den Berufsstand. Einen Flyer mit allen Infos zur Chronik haben wir ausgelegt. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Subskriptionsphase zahlreich nutzen würden.

Aber was ist Tradition ohne Fortschritt? Was ist Fortschritt ohne Tradition? Das eine ist nichts ohne das andere. Wie Tradition und Fortschritt zusammen gehören, zeigt die Bayerische Ingenieurekammer-Bau zum Beispiel mit der Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises, den wir im September des vergangenen Jahres bereits zum vierten Mal vergeben haben.

Wir konnten wieder sechs herausragende Baudenkmale auszeichnen - und dabei ganz unterschiedliche Aspekte und Herangehensweisen bei der Sanierung von Denkmälern würdigen. Dazu haben wir eine umfangreiche Broschüre herausgegeben, die Sie kostenlos bei uns bestellen können. An den ausgezeichneten Gebäuden, die mit hoher Sensibilität und viel Gespür für alte Bausubstanz gepflegt und wiederhergestellt wurden, kann jeder sehen, wie sehr Altes und Neues, Tradition und Fortschritt, Hand in Hand gehen. 

Kein Fortschritt ohne Wissen. Kein Fortschritt ohne Bildung. Albert Einstein hat einmal gesagt: „Der Fortschritt lebt vom Austausch des Wissens.“  Damit bin ich beim Thema Ingenieurausbildung – und auch beim Ingenieurmangel. Die Schwierigkeiten der Büros und auch des öffentlichen Dienstes, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, haben sich weiter verschärft. 

Bei unserer Umfrage im Mai 2014 hatten 73 Prozent Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen.
Im Oktober waren es jetzt bereits 81 Prozent. Deswegen setzen wir uns gemeinsam mit den Hochschulen intensiv dafür ein, die Ausbildung der Ingenieure und den Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Praxis zu fördern. Deswegen gehen wir in die Schulen und Hochschulen und betreiben so eine intensive Nachwuchswerbung für unseren Beruf. Um junge Menschen für unseren schönen Beruf zu begeistern. Und um ihnen eine optimale und umfassende Ausbildung während ihres Studiums zu ermöglichen.

Aber da gibt es natürlich auch Probleme und Schwierigkeiten. Zunehmend bieten Hochschulen Studiengänge im Bauingenieurwesen mit einer Spezialisierung über aktuell positiv besetzte Begriffe an: „Bachelorstudiengang für nachhaltiges Bauen“, „Masterstudiengang Ressourcenschonendes Planen und Bauen“ oder ähnliches. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau sieht solche zwischenzeitlich immer weiter ausufernden Spezialisierungen als problematisch an. 

Denn damit bewegen wir uns weg von flexibel einsetzbaren Bauingenieurinnen und Bauingenieuren.
Der Schwerpunkt der Ingenieurausbildung muss jedoch weiterhin auf dem Erwerb grundständiger Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen, ergänzt durch entsprechende Vertiefungsangebote innerhalb der Masterstudiengänge. Eine grundsätzlich positiv zu beurteilende Profilbildung der Hochschulen darf sich nicht im späteren Berufsleben zu Lasten der Absolventinnen und Absolventen auswirken.

Bildung ist eines der wichtigsten Themen überhaupt – gerade in der Wissens- und Informationsgesellschaft, in der wir heute leben. Zitat John F. Kennedy:  „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ Deswegen bin ich auch schon sehr gespannt auf den Vortrag von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, einem der renommiertesten deutschen Philosophen.

Sehr geehrter Herr Professor Nida-Rümelin, ich freue mich, Sie heute hier begrüßen zu dürfen. In Ihrem Vortrag geht es darum, was gute berufliche und akademische Bildung heute bedeutet. Für uns und unsere Zukunft - aber eben auch für den Erhalt unseres Ausbildungs- und Wissenschaftssystems mit praktischer Berufsausbildung und wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Ich bin schon sehr neugierig.

Fortschritt ist immer Bewegung. Dynamik. Flexibilität. Neue Entwicklungen und auch neue Anforderungen verbreiten sich immer schneller. Oft rasend schnell. Gerade in unserer globalisierten Welt. Besonders bei Großprojekten, im Inland wie im Ausland, kommt es auf die enge Verzahnung der Abläufe an. 

Auf die direkte Kommunikation aller Beteiligten und auf kurze Entscheidungswege - von der Konzeption über die Planung bis zur Bauleitung und Projektsteuerung. Genau darum geht es auch im Vortrag von Hermann Tilke: Bauen für einen schnellen Sport: immer sofort - immer einzigartig - immer schneller.

Herr Tilke, ich freue mich, Sie heute als Redner bei uns begrüßen zu dürfen. Als international erfolgreicher deutscher Bauingenieur zeigen Sie uns in Ihrem Vortrag, dass deutsche Ingenieurskunst nicht nur in der Formel 1 Weltklasse ist, sondern auch beim Bau von Rennstrecken und Großprojekten. Ich bin schon sehr gespannt.

Kein Fortschritt ohne Innovation. Neue Anforderungen und neue Entwicklungen brauchen auch neue Impulse und neue Lösungen. Vor diesem Hintergrund gewinnen herausragende Ingenieurleistungen und technische Innovationsstärke weiter an Bedeutung. Wenn es um Innovationen geht, sind wir Ingenieure Spitzenklasse.

Und genau darum geht es auch heute bei der Vergabe unseres Ingenieurpreises. Deswegen haben wir dieses Mal das Thema „Ingenieure setzen Maßstäbe“ gewählt. Denn wir Ingenieure setzen Maßstäbe.

Unser Berufsstand leistet einen wertvollen Beitrag zur ökonomischen und baukulturellen Entwicklung. Wir setzen bedeutende Impulse für Zukunftsfähigkeit, Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. Eben: Wir Ingenieure setzen Maßstäbe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Ingenieuretag. 

Vielen Dank.

 

 

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