VSVI-Jahrestagung 2015

Freitag, 3. Juli 2015, 15.00 Uhr
Schlossberghalle im Vogelanger 2, 82319 Starnberg

Grußwort Dipl.-Ing. Univ. Michael Kordon
1. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[es gilt das gesprochene Wort]

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ein herzliches Willkommen von mir zur heutigen VSVI-Jahrestagung in Starnberg. Ich bin nun seit gut einem Jahr Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und es ist schön, dass ich hier die Gelegenheit bekomme kurz über unsere Arbeit in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau zu berichten.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau zählt inzwischen mehr als 6.400 Mitglieder - Tendenz steigend. Sie sind in allen Bereichen rund um das Ingenieurwesen im Bau – und natürlich auch im Straßen- und Brückenbau – zu finden.

Bayerische Ingenieurekammer-Bau verleiht die Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ und vertritt die beruflichen Belange und Anliegen der bayerischen Ingenieure in Politik, Wirtschaft, und Öffentlichkeit.

Gerade unsere öffentliche Wahrnehmung halte ich für besonders wichtig und hier ist die Kammer sehr erfolgreich unterwegs. Was sich aus den laufenden Presseauswertungen zeigt.

Lassen sie zwei aktuelle Themen, die uns derzeit in der Kammer bewegen herausgreifen.

Ein paar Sätze zum Thema Bildung bzw. zur Ausbildung von Bauingenieuren.
Unsere Hochschulen bieten  nach wie vor gute Bauingenieurstudiengänge und bilden gute Ingenieure aus. Aber wenn in einer kurzen Internetrecherche 73 verschiedene Studiengänge in den Baubereichen der Hochschulen zu finden sind, stellt sich schon die Frage, ob diese Entwicklung sinnvoll ist.

Weder Studierende noch Arbeitgeber haben etwas davon wenn mit Abschluss eines „Mode-Studiengangs“ nur eine eingeschränkte Berufsfähigkeit erreicht wird. Anstatt das Studium auf ein breites Fundament zu stellen, scheinen eine ganze Reihe von Studiengängen eher am kurzlebigen Zeitgeist zu hängen oder von Anfang an Spezialisten für ein stark eingeengtes Berufsfeld auszubilden.

Ganz aktuell hat die Kammer deshalb eine Resolution zum Thema Bauingenieurstudiengänge verabschiedet. Darin setzen wir uns kritisch mit dieser Entwicklung auseinander und sprechen wir uns gegen diese zunehmende Ausdifferenzierung von Bauingenieurstudiengängen aus.
Die Kammer sendet damit ein klares Signal an Hochschulen, Politik und Wirtschaft, dass nur ein grundständiges, breit angelegtes Ingenieurstudium im Spektrum des Bauingenieurwesens zukunftsfähig ist.

Viele Berufsverbände unterstützen die Kammer bereits bei dieser Resolution und kämpfen Seite an Seite mit uns für eine solide Hochschulausbildung, die die Nachwuchsingenieure durch ein ganzes Berufsleben tragen kann.

Neben BAB, BDB, IfKom, VBI, VDI, VIB, vpi und ZVI hat sich auch der VSVI kürzlich dieser Resolution angeschlossen. Ich halte das für eine gute Entscheidung und freue mich, dass VSVI und Kammer bei diesem und vielen anderen Themen an einem Strang ziehen.

Und wo wir gerade beim Thema Ausbildung sind: seit geraumer Zeit hören wir in der Kammer die Klagen der Arbeitgeber, dass sie ihre Angestellten, die frisch von der Universität oder der Hochschule kommen, erst langwierig in das Tagesgeschäft einarbeiten müssen und dass wir, in unserer kleinteiligeren Struktur, nicht die firmeneigenen Fortbildungsmöglichkeiten bieten können wie das Großkonzerne möglich ist.

In der Einarbeitungsphase muss dem Jungingenieur/in ein erfahrener Kollege an die Seite gestellt werden, der ihn an die Hand nimmt und ihm zeigt, wie sein theoretisches Wissen in der Praxis umgesetzt werden muss. Der Arbeitgeber zahlt in der Situation natürlich drauf, denn der erfahrene Kollege kann sich mangels Zeit weniger um seine eigentlichen Projekte kümmern.

Und hier darf ich Sie auf ein ganz neues Angebot der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau hinweisen: das Trainee-Programm.

Aktuell verleiht die Kammer dem Trainee-Programm gerade den letzten Schliff. Und der VSVI ist da ganz vorne mit dabei. Denn unser VSVI-Vorsitzender Karl Wiebel ist auch Vorsitzender des Arbeitskreises „Trainee-Programm“ und arbeitet dabei gemeinsam mit Klement Anwander und anderen engagierten Kollegen aus der Kammer federführend an diesem Programm mit.

Das Trainee-Programm startet erstmals am 15. Oktober und endet nächstes Jahr am 27. Juli. Es umfasst 21 Präsenztage sowie ein Selbststudium in Form von Webinaren und Projektarbeiten. Das Trainee-Programm umfasst vier Module: Vernetztes Planen und Steuern, Tragwerksplanung, Planungs- und Bauordnungsrecht sowie den Themenbereich Planen, Ausschreiben, Baustelle.

Wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, also Mitarbeiter in der frühen Berufsphase haben – überlegen Sie sich doch, ob es nicht lohnenswert wäre, ihn oder sie für dieses Trainee-Programm anzumelden.

Wir alle können ein Lied davon singen, wie schwer es ist, qualifizierte Jungingenieure zu bekommen. Die besten Nachwuchskräfte werden nun zukünftig wohl bei der Wahl ihrer Arbeitgeber auch darauf schauen, wer ihnen die Teilnahme an einem berufsqualifizierenden Programm wie unserem Trainee-Programm ermöglicht.

Und nicht zu vergessen: wenn Sie ihre Mitarbeiter rechtzeitig anmelden gibt es bis 31. Juli noch Frühbucherrabatt. Infobroschüren mit näherer Information liegen vor dem Saal aus.

Ich würde mich freuen, wenn Sie dieses oder ein anderes Angebot der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau nutzen und würde mich sehr freuen wenn, der eine oder andere aus dem VSVI noch in der Kammer mitmachen würde. Angestellte und beamtete Ingenieure zahlen als Freiwillige Mitglieder übrigens eine Gebühr von nur 80 Euro pro Jahr und jedes zusätzliche Mitglied stärkt unseren Berufsstand.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen informativen Tag sowie interessante Gespräche!

 

 

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