5. Bayerischer Brandschutzkongress

Dienstag, den 17. November 2015, ab 09.30 Uhr
Bürgerhaus Garching, Bürgerplatz 9, 85748 Garching bei München

Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

 

[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrter Herr Scherzer,
sehr geehrter Herr Godl,
sehr geehrter Herr Peck,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen beim Bayerischen Brandschutzkongress. Bereits zum fünften Mal richten wir, die Beton Marketing Süd GmbH, die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, und viele weitere wichtige Institutionen und Verbände, diese Veranstaltung aus. Es freut mich, dass auch in diesem Jahr das Interesse am Bayerischen Brandschutzkongress hoch ist und Sie so zahlreich gekommen sind.

Denn: Brandschutz geht uns alle an. Werden Brandschutzmaßnahmen missachtet, kann das weitreichende Folgen haben – manchmal sogar tödliche.

Glücklicherweise sind gerade die tödlichen Folgen in Deutschland eher selten. Dass das so ist, ist aber keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Dies gelingt nur durch gute, funktionierende und sichere Brandschutzkonzepte. Und dafür braucht es uns: gut ausgebildete Ingenieure und Architekten, die ihren Job verstehen und sich – wie Sie heute – immer wieder fortbilden!

Dass Sie heute hier sind, zeigt, dass Sie alle Ihre Verantwortung ernst nehmen. Dafür danke ich Ihnen herzlich! Denn: Die Fortbildungen wirken sich positiv auf den Berufsstand aus und sind ein Zeichen unserer Seriosität. Indem wir uns regelmäßig fortbilden, zeigen wir schwarz auf weiß, dass wir vom Fach sind. Wenn wir unsere Arbeit gut und sorgfältig machen, treten schwere Brandkatastrophen erst gar nicht ein und viele Planungsfehler lassen sich vermeiden.

Brandschutz muss aber auch vertraglich geregelt und festgehalten werden. Bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sind bereits seit mehreren Jahren Musteringenieurverträge erhältlich – darunter ein aktualisierter Vertrag zu detaillierten Regelungen für den Leistungsbereich Brandschutz. Mit Stolz dürfen wir sagen, dass unsere Verträge großen Anklang finden. Sie wurden bereits mehr als eine Dreiviertel Million Mal herunter geladen. Das Erfolgsrezept der Vertragsmuster besteht darin,

Mit dem allgemeinen Teil und den detaillierten Regelungen zu den verschiedenen Leistungsbereichen sind insgesamt 11 Vertragsvorlagen kostenlos bei der Kammer erhältlich. Alle Vertragsmuster werden regelmäßig aktualisiert, so dass sie auf dem neuesten Stand sind. Gehen Sie einfach auf die Website der Kammer, www.bayika.de, in die Rubrik Downloads. Dort finden Sie die Vertragsvorlagen.

Wenn Sie Ihr Wissen in Sachen Brandschutz noch weiter vertiefen möchten, kann ich Ihnen auch die Seminare der Ingenieurakademie Bayern zu diesem Themenkomplex wärmstens empfehlen, beispielsweise zum Schwerpunkt „Brandschutz und Bauen im Bestand“ und zum Thema „Vorbeugender Brandschutz“. Frau Bardenheuer von der Ingenieurakademie hat draußen an unserem Stand die Terminübersichten ausgelegt und informiert Sie gern über die kommenden Akademieveranstaltungen. Allein in diesem Jahr bieten wir noch drei Fortbildungen an. Und auch im nächsten Jahr bildet der Brandschutz wieder einen wichtigen Schwerpunkt unseres Programms.

Bevor ich das Wort an Herrn Scherzer übergebe, möchte ich noch kurz auf zwei Themenbereiche eingehen, zu denen Sie von den Referenten nachher ausführliche Vorträge hören werden.

Eines der zentralen gesellschaftspolitischen Themen dieses Herbstes ist ohne Frage die große Zahl an Flüchtlingen, die in den letzten Wochen und Monaten nach Deutschland gekommen sind bzw. die noch auf dem Weg zu uns sind. Zehntausende Menschen müssen binnen kürzester Zeit untergebracht werden. Der Winter macht die Frage der Unterbringung der ankommenden Menschen nicht gerade einfacher.

Die Bundesregierung hat jüngst Änderungen im Bauplanungsrecht beschlossen, um die Unterbringung von Flüchtlingen in winterfesten Quartieren zu beschleunigen. Länder und Kommunen erhalten so weitgehende Gestaltungsmöglichkeiten, um Umnutzungs- und Neubaumaßnahmen schnell durchzuführen.

Grundsätzlich ist das eine gute Sache, denn es ist niemandem geholfen, wenn wir Lösungen für den Winter erst nach dem Winter erarbeitet bzw. umgesetzt haben. Doch das Baurecht mit seinen verschiedenen Regelungen hat natürlich seine Berechtigung und wir müssen genau hinschauen, wo eine Lockerung hilfreich ist und wo sie vielleicht sogar gefährlich sein kann.

Meldungen über Übergriffe auf Flüchtlingsheime sind inzwischen leider fast schon fester Bestandteil der täglichen Nachrichten. Etliche Male wurden bereits Brandanschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte verübt. Inzwischen gab es sogar schon mehrere Fälle, in denen bewohnte Unterkünfte in Brand gesteckt wurden.

Diese Nachrichten manchen mich ein ums andere Mal fassungslos. Aber statt nur den Kopf darüber zu schütteln und zu hoffen, dass diese Anschläge endlich enden, müssen wir Planer handeln. Die Sicherheit von Menschenleben muss immer oberste Priorität haben. Wir Ingenieure und Architekten dürfen gerade beim Brandschutz, gerade bei Flüchtlingsunterkünften keine Abstriche machen. Hier ist unser ganzes Know-How gefragt. Und hier ist nach meiner festen Überzeugung das bestehende Baurecht auch nicht verhandelbar.

Abschließend möchte ich Sie noch informieren über ein neues Projekt der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Unser Arbeitskreis Denkmalpflege und Bauen im Bestand erarbeitet gerade eine Broschüre zum Thema Kulturgüter und Feuerwehreinsatz. Wir richten uns damit an die Planer einerseits, aber auch an Versicherungen, Eigentümer von Denkmälern und die Feuerwehren. Wir gehen auf Prävention, Schutzgüter und Schutzziele ein. Wir geben Hinweise, wie beispielsweise bei Museen Evakuierungsräume für die Kunstwerke geplant oder nachgerüstet werden können, um im Brandfall möglichst viele der kostbaren Kulturgüter zu retten. Das gilt natürlich auch für Gebäude selbst, speziell wenn es sich um Denkmäler handelt.

Und da wir gerade bei Denkmälern sind: die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat gerade den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2016 ausgelobt. Noch bis zum 6. Mai läuft die Bewerbungsfrist. Wir freuen uns, wenn auch Sie Ihre Projekte einreichen.

Damit die Projekte, die Sie vielleicht einreichen, in jedem Fall nicht einem Feuer zum Opfer fallen, steigen wir nun gleich tiefer in den heutigen Brandschutzkongress ein. Ich wünsche Ihnen schon jetzt einen erkenntnisreichen Tag und bedanke mich für Ihr Interesse.

 

 

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