6. Bayerischer Brandschutzkongress

Dienstag, 25. Oktober 2016, 09:30 Uhr
Bürgerhaus Garching, Bürgerplatz 9, 85748 Garching bei München

Grußwort Dipl.-Ing. Univ. Michael Kordon
1. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

 

[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrter Herr Scherzer,
Sehr geehrter Herr Veitinger,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzlich willkommen beim Bayerischen Brandschutzkongress. Bereits zum sechsten Mal richten wir, die Beton Marketing Süd GmbH, die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, und unsere Partner am Bau, diese Veranstaltung aus. Es freut mich, dass auch in diesem Jahr das Interesse am Bayerischen Brandschutzkongress hoch ist und Sie so zahlreich gekommen sind.

Vor gut drei Wochen hat uns alle die Nachricht von einem Großbrand in Bochum in einem der größten Krankenhäuser im Ruhrgebiet aufgeschreckt. Zwei Tote und 10 Verletzte waren zu beklagen. Solch folgenschwere Brände sind in Deutschland – Gottlob – sehr selten.

Inzwischen weiß man, dass eine Patientin in Selbsttötungsabsicht den Brand ausgelöst hat. Gegen solche Dinge kann man sich nie 100 Prozent schützen. Aber natürlich wird nach einem solchen Unglück gleich die Frage gestellt, ob der Brand hätte vermieden werden können oder ob er glimpflicher hätte abgehen können, wenn der Brandschutz ein anderer gewesen wäre. War der Brandschutz auf dem neuesten Stand? Wurde etwas versäumt? Hätten schon längst neue Regelungen erlassen werden müssen?

Diese Fragen werden wir heute nicht beantworten können. Aber wir können einige dieser Aspekte diskutieren und Sie können Ihr Wissen in punkto Brandschutz erweitern. Wichtig erscheint mir, dass gerade vor dem aktuellen Hintergrund, wenn Menschen zu Tode gekommen sind, sachlich diskutiert, analysiert und reagiert wird. Was in der öffentlichen Diskussion häufig nicht der Fall ist.

Beim Kongress im vergangenen Jahr war der Brandschutz in Krankenhäusern noch eines der Schwerpunktthemen. Herr Maiworm von der Münchner Branddirektion, der auch heute wieder als Referent dabei ist, hatte einen Vortrag zu diesem Thema gehalten.

Wo immer pflegebedürftige Menschen von einem Feuer betroffen sind, sind die Auswirkungen noch massiver und die Selbstrettung schwieriger. Umso wichtiger ist ein sorgfältig geplanter und umgesetzter Brandschutz, denn nur so können wir die Gefahren für Leib und Leben so gering wie möglich halten. Auch der Punkt der Barrierefreiheit spielt hier eine wichtige Rolle.

Ein besonderes Thema bei unserem diesjährigen Kongress ist der Brandschutz bei historischen Gebäuden. Unser historisches Erbe, und damit auch Bauwerke vergangener Zeiten zu erhalten, ist für unsere Gesellschaft wichtig. Und für uns Planer eine besondere Herausforderung. Ein altes Gebäude soll seinen historischen Charakter durch Modernisierungsmaßnahmen nicht verlieren. Aber die Sicherheit steht ganz oben auf Prioritätenliste. Und das ist richtig so. Denn was nutzt uns das schönste, geschichtsträchtige Haus, wenn es abbrennt?

In diesem Zusammenhang darf ich Sie auf ein aktuelles Projekt der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau hinweisen. Unser Arbeitskreis Denkmalpflege und Bauen im Bestand bringt demnächst eine Broschüre zum Thema "Kulturgüter und Feuerwehreinsatz" heraus. Wir richten uns damit an Planer einerseits, aber auch an Versicherungen, Eigentümer von Denkmälern – Privatleute, aber auch Museen – und an die Feuerwehren. Wir gehen auf Prävention, Schutzgüter und Schutzziele ein. Wir geben Hinweise, wie beispielsweise in Museen Evakuierungsräume für die Kunstwerke geplant oder nachgerüstet werden können, um im Brandfall möglichst viele der kostbaren Kulturgüter zu retten. Das gilt natürlich auch für die Gebäude selbst, speziell wenn es sich um Denkmäler handelt.

Unser Arbeitskreis arbeitet zudem an einer Broschüre "Brandschutz im Baudenkmal". Diese soll voraussichtlich nächstes Jahr veröffentlicht werden. Das ist bestimmt im Nachgang zum heutigen Kongress für einige von Ihnen interessant.

Denn wir brauchen kompetente, verantwortungsvolle Planer, die die Anforderungen an den Brandschutz mit der historischen Bausubstanz in Einklang bringen. Deswegen sind Sie heute hier und dafür danke ich Ihnen.

Die Maßnahmen des Brandschutzes müssen nicht nur solide geplant und ausgeführt sein. Sie müssen immer auch vertraglich sauber vereinbart werden. Hierzu darf ich Ihnen die Musteringenieurverträge ans Herz legen, die die Bayerische Ingenieurekammer-Bau in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Mit dem allgemeinen Teil und den detaillierten Regelungen zu den verschiedenen Leistungsbereichen sind insgesamt 11 Vertragsvorlagen kostenlos bei der Kammer erhältlich. Alle Vertragsmuster werden regelmäßig aktualisiert, so dass sie auf dem neuesten Stand sind. Das Modul Brandschutz haben wir erst im Juni überarbeitet.

Mit Stolz dürfen wir sagen, dass unsere Verträge großen Anklang finden. Sie wurden bereits knapp eine Million Mal herunter geladen. Das Erfolgsrezept der Vertragsmuster besteht darin,

Sollten Sie unsere Musteringenieurverträge noch nicht kennen, schauen Sie doch mal auf unsere Website www.bayika.de.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen erkenntnisreichen Tag!


 

 

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