Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2017

Konjunkturumfrage 2017 - Ergebnisse

Die berufspolitische Situation von Ingenieuren und  Ingenieurbüros positiv zu beeinflussen ist Aufgabe und Ziel der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Als „Große Kammer“,  die alle bayerischen Ingenieure aus Bauwesen, Freien  Berufen  und  öffentlichem Dienst unter ihrem Dach vereint, vertreten wir ihre Anliegen in Politik, Wirtschaft,  Verwaltung  und  Öffentlichkeit mit einer Stimme.

Die  Grundlage  für diese Tätigkeit sind aktuelle Daten über  die Leistungen unserer  Mitglieder und die Veränderungen  in den Ingenieurbüros in den vergangenen Jahren. Deswegen führen wir regelmäßig eine bayernweite Konjunkturumfrage  durch. 

Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2017 (PDF)


Gute Geschäfts- und Auftragslage, aber Ingenieurmangel verschärft sich weiter


Die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage wird von den bayerischen Ingenieurbüros weiterhin positiv eingeschätzt und hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar weiter verbessert. Auch die derzeitige Ertragslage wird von der Mehrheit der Büros als gut oder befriedigend eingeschätzt.

Trotz der überwiegend positiven Gesamteinschätzung zeichnen sich jedoch auch negative Entwicklungen ab. So hat sich der Mangel der am Bau tätigen Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärft. Rund 48 Prozent der befragten Ingenieurbüros haben offene Stellen zu besetzen und mit 69 Prozent geben über zwei Drittel der Büros an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit qualifiziertem Personal zu haben.

 Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.„Diese Entwicklung beobachten wir mit großer Sorge“, sagt Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Ingenieure sind Gestalter der Gesellschaft. Sie tragen mit ihren Leistungen für das Gemeinwesen große Verantwortung. Wenn nicht mehr genügend Menschen in diesem schönen Beruf, der viele Zukunftsperspektiven zu bieten hat, arbeiten, wird das über kurz oder lang jeder Einzelne zu spüren bekommen. Es muss uns gelingen, mehr junge Menschen für den vielseitigen Beruf des Ingenieurs im Bauwesen zu begeistern“, warnt Prof. Dr. Gebbeken.

Die Konjunkturumfrage wird regelmäßig im Frühjahr von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau unter ihren rund 6.600 Mitglieder durchgeführt. Darunter sind rund 3.400 Inhaber von Ingenieurbüros und freiberuflich sowie gewerblich tätige Ingenieure. An der Konjunkturumfrage 2017 haben 422 Inhaber von Ingenieurbüros und Ingenieure teilgenommen.

Geschäfts- und Auftragslage


Die allgemeine Geschäftslage ihres Planungsbüros bewerten 80,9 Prozent der Teilnehmer als gut. 17,4 Prozent der Befragten bewerten die allgemeine Geschäftslage als befriedigend und 1,7 Prozent als schlecht.

Das derzeitige Auftragsvolumen wird von 79,5 Prozent als gut eingeschätzt, 18,9 Prozent bewerten das Auftragsvolumen als befriedigend und 1,7 Prozent als schlecht.

Für das Jahr 2017 gehen 33,5 Prozent von einem steigenden Auftragsvolumen aus. 59,8 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden und 6,7 Prozent mit einem sinkenden Auftragsvolumen.

Umsatzentwicklung und Ertragslage


Der durchschnittliche Honorarumsatz netto lag im Jahr 2016 bei 42 Prozent der Büros und Unternehmen unter 250 Tsd. Euro. Bei 23,7 Prozent lag er zwischen 250 Tsd. Euro und 1 Mio. Euro und bei 27,1 Prozent zwischen 1 und 5 Mio. Euro. Bei 7,2 Prozent lag der Honorarumsatz bei mehr als 5 Mio. Euro.

Für das Jahr 2017 rechnen 35,9 Prozent mit steigenden Umsätzen. Die Mehrheit von 54,6 Prozent geht von gleich bleibenden Umsätzen und 9,5 Prozent von sinkenden Umsätzen aus.

Die derzeitige Ertragslage wird von 54,8 Prozent als gut eingeschätzt, 40,6 Prozent bewerten ihre aktuelle Ertragslage als befriedigend und 4,6 Prozent als schlecht.

Für das Jahr 2017 rechnen 27,1 Prozent mit einer Verbesserung ihrer Ertragslage. 67,4 Prozent gehen davon aus, dass sich an ihrer Ertragslage nichts ändern wird und 5,5 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.


Investitionen


Die Ingenieurbüros investieren konsequent und nachhaltig in die Zukunft: Im Jahr 2017 planen 35,1 Prozent der Befragten, ihre Investitionen weiter zu steigern, bei 53,8 Prozent werden sie gleich bleiben und bei 11,1 Prozent sinken.


Beschäftigung, Mitarbeiterentwicklung, offene Stellen und Einstiegsgehälter


Die Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden bayerischen Ingenieurbüros haben bis zu 5 Mitarbeiter (50,4 Prozent). 27,7 Prozent beschäftigen zwischen 6 und 20 Mitarbeiter, weitere 12,4 Prozent haben 21 bis 50 Mitarbeiter 9,6 Prozent mehr als 51 Mitarbeiter.

Für das Jahr 2017 planen 31,3 Prozent, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. 65,4 Prozent rechnen mit keiner Veränderung und 3,4 Prozent mit einer Verringerung.

48 Prozent der befragten Ingenieurbüros haben offene Stellen und über zwei Drittel (68,8 Prozent) der Büros haben Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen. Hier zeigt sich, dass sich der gerade bei den Ingenieuren im Bauwesen seit einigen Jahren bestehende Mangel an qualifiziertem Personal auf dem Arbeitsmarkt den bayerischen Ingenieurbüros weiter Schwierigkeiten bereitet. Obwohl die Zahl der Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen ansteigt, liegt der Einstellungsbedarf weiterhin deutlich über den Absolventenzahlen.

Die durchschnittlichen Bruttoeinstiegsgehälter für Bachelor-Absolventen (40 Stunden Woche, inkl. 13. Monatsgehalt/Urlaubsgeld) verteilen sich wie folgt: 19 Prozent der Bachelor-Absolventen erhalten ein Einstiegsgehalt von unter 30.000 Euro, 30,6 Prozent zwischen 30.000 und 35.000 Euro, 33,4 Prozent zwischen 35.000 und 40.000 Euro und 16,8 Prozent über 40.000 Euro.

Bei den Master-Absolventen wird tendenziell ein höheres Einstiegsgehalt gezahlt: Nur 6,1 Prozent der Master-Absolventen erhalten ein Einstiegsgehalt von unter 30.000 Euro, 15,7 Prozent zwischen 30.000 und 35.000 Euro, 31,1 Prozent zwischen 35.000 und 40.000 Euro und 47,1 Prozent über 40.000 Euro.

Öffentliche und private Auftraggeber, Auslandsaufträge


Der Anteil der öffentlichen Auftraggeber verteilt sich unterschiedlich. 17,1 Prozent haben gar keine öffentlichen Aufträge, bei 28,9 Prozent der Umfrageteilnehmer beträgt der Anteil der öffentlichen Auftraggeber bis zu 20 Prozent, bei 33,9 Prozent liegt der Anteil zwischen 20 und 60 Prozent. 20 Prozent gaben an, dass über 60 Prozent aller Aufträge aus der öffentlichen Hand stammen.

Die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber beurteilen 47,2 Prozent als gut, 44,5 Prozent als befriedigend und 8,4 Prozent als schlecht. Die Zahlungsmoral der privaten Auftraggebern wird besser beurteilt: 57,6 Prozent beurteilen sie als gut, 39,3 als befriedigend und 3,1 Prozent als schlecht.

Der Anteil der Aufträge aus dem Ausland bietet nach wie vor noch unerschlossenes Potenzial. 27,6 Prozent der Befragten haben Auslandsaufträge, die große Mehrheit mit 72,4 Prozent aller Teilnehmer gab jedoch an, keine Auslandsaufträge zu haben.

Rechtsform und Fachbereiche


Bei der Rechtsform der Planungsbüros stehen „Freier Beruf“ (45,5 Prozent) und die GmbH (38,6 Prozent) an der Spitze. 5,1 Prozent sind Partnerschaftsgesellschaften mit beschränkter Berufshaftung, 3,9 Prozent sind Partnergesellschaften, 2,7 Prozent sind Aktiengesellschaften und 4,3 Prozent Sonstige.

Bei der Verteilung auf die Fachbereiche (Mehrfachnennungen möglich) ergibt sich folgendes Bild:

41,2 Prozent der befragten Planungsbüros sind in der Tragwerksplanung Hochbau tätig, 27,4 Prozent arbeiten im Bauen im Bestand und 25,5 Prozent im Bereich Bautechnische Nachweise Standsicherheit.

Im Bereich der Objektplanung Hochbau sind 23,8 Prozent, in der Objektplanung Tiefbau 23,8 Prozent und im Bereich Baubetrieb und Objektüberwachung 21,2 Prozent tätig.

Sachverständigenwesen und Gutachtertätigkeiten sind mit 18,1 Prozent vertreten, gefolgt von der Tragwerksplanung Tiefbau mit 15,5 Prozent und Projekt- und Objektmanagement mit 15,0 Prozent.
Im Bereich Wasser, Abwasser, Abfall arbeiten 14,8 Prozent, im Bereich der Technischen Ausrüstung 13,3 Prozent und 13,1 Prozent in der Bauphysik .

Bautechnische Nachweise im Brandschutz sind mit 12,1 Prozent vertreten, gefolgt von Verkehrswesen und Raumplanung mit 11,9 Prozent und der Brandschutzplanung mit 11,4 Prozent.

11,2 Prozent arbeiten im Bereich SiGeKo, 10,5 Prozent in der Wiederkehrenden Bauwerksprüfung und 9,8 Prozent in der Gebäudeplanung und Sanierungsplanung.

Im Bereich Vermessung und Geoinformation sind  9,3 Prozent der Befragten tätig, gefolgt von der Elektrotechnik mit 7,9 Prozent, Umwelt und Energie mit 6,7 Prozent und Geotechnik mit 6,0 Prozent.

Fazit: Positive Geschäfts- und Auftragslage, aber Ingenieurmangel gefährdet Marktchancen


Die aktuelle finanzielle und wirtschaftliche Situation wird von den bayerischen Ingenieurbüros positiv eingeschätzt. Das belegen die Zahlen zur Geschäfts- und Auftragslage. Auch bei den Geschäftserwartungen für das Jahr 2017 stellt sich die Situation vorwiegend optimistisch dar.

Große Sorgen bereitet den Ingenieur- und Planungsbüros jedoch weiterhin die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. 48 Prozent der Büros haben offene Stellen und über zwei Drittel der Büros geben an, Schwierigkeiten bei der Besetzung der Stellen mit qualifiziertem Personal zu haben. Hier haben sie die Werrte im Vergleich zum Vorjahr weiter verschärft. Der beträchtliche Mangel an Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt gefährdet  so das wirtschaftliche Wachstum und die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen.

Gerade vor dem Hintergrund einer sehr guten Auftragslage können Marktchancen nicht genutzt werden. Dies beeinträchtigt Attraktivität und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bayern. Eine Verknappung von insbesondere natur- und ingenieurwissenschaftlichem Personal nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Forschung und Entwicklung lassen negative Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit vieler Unternehmen befürchten und könnten sich damit als Wachstumsbremse - mit negativen Folgen für das Gemeinwesen und den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern - erweisen.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau belegt, wie wichtig die Arbeit der Ingenieure im Bauwesen für Gesellschaft und Wirtschaft sind: Die 94.438 Ingenieurbüros in Deutschland verzeichnen im Jahr 2014 43 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigen 426.968 Personen. Der durchschnittliche Umsatz je Ingenieurbüro liegt dabei bei 454.076 €.

Die 16.932 bayerischen Ingenieure und Ingenieurbüros steuern dabei mit 8,67 Milliarden Euro rund ein Fünftel des bundesweiten Umsatzes bei. Die mittelständischen Ingenieurbüros in Deutschland betreuen dabei Bauinvestitionen von rund 217 Mrd. Euro und beschäftigen mehr als 400.000 Menschen. Etwa 60.000 jungen Menschen geben sie durch Ausbildungsplätze, Praktikanten- und Diplomandenstellen eine Perspektive.

(Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistisches Bundesamt, Dienstleistungsstatistik, Umsatzsteuerstatistik, VDI, ifo Institut)


Grafiken und Statistiken


Geschäfts- und Auftragslage

Ihre allgemeine Geschäftslage ist
Ihre allgemeine Geschäftslage ist
Ihr derzeitiges Auftragsvolumen ist
Ihr derzeitiges Auftragsvolumen ist
Im Jahr 2017 wird Ihr Auftragsvolumen
Im Jahr 2017 ist Ihr Auftragsvolumen

Umsatzentwicklung und Ertragslage

Honorarumsatz Netto (in Euro) im Jahr 2016
Honorarumsatz Netto (in Euro) im Jahr 2016
Im Jahr 2017 werden Ihre Umsätze
Im Jahr 2017 werden Ihre Umsätze
Ihre derzeitige Ertragslage ist
Ihre derzeitige Ertragslage ist
Im Jahr 2017 wird sich Ihre Ertragslage
Im Jahr 2017 wird sich Ihre Ertragslage

Investitionen

Im Jahr 2017 werden Ihre Investitionsausgaben
Im Jahr 2017 werden Ihre Investitionsausgaben

Beschäftigung, Mitarbeiterentwicklung und offene Stellen

Sie beschäftigen derzeit insgesamt
Sie beschäftigen derzeit insgesamt
Im Jahr 2017 wird sich die Zahl Ihrer Mitarbeiter
Im Jahr 2017 wird sich die Zahl Ihrer Mitarbeiter
Haben Sie derzeit offene Stellen?
Haben Sie derzeit offene Stellen?
Haben Sie Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen?
Haben Sie Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen?
Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt für BACHELOR-Absolventen:
(40 Stunden Woche, inkl. 13. Monatsgehalt/Urlaubsgeld)
Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt für BACHELOR-Absolventen

Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt für MASTER-Absolventen:
(40 Stunden Woche, inkl. 13. Monatsgehalt/Urlaubsgeld)

Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt für MASTER-Absolventen

Öffentliche und private Auftraggeber, Auslandsaufträge

Der Anteil an Aufträgen öffentlicher Auftraggeber beträgt (bitte Schätzwerte angeben):
Der Anteil an Aufträgen öffentlicher Auftraggeber beträgt (bitte Schätzwerte angeben):
Die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber beurteilen Sie als
Die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber beurteilen Sie als
Die Zahlungsmoral der privaten Auftraggeber beurteilen Sie als
Die Zahlungsmoral der privaten Auftraggeber beurteilen Sie als
Der Anteil an Auslandsaufträgen beträgt (bitte Schätzwerte angeben):
Der Anteil an Auslandsaufträgen beträgt (bitte Schätzwerte angeben):

Rechtsform / Fachbereiche

Rechtsform
Rechtsform

Sie arbeiten hauptsächlich in den Fachbereichen (mehrere Antworten möglich)

Sie arbeiten hauptsächlich in den Fachbereichen (mehrere Antworten möglich)



Verbändebündnis fordert schnellere Sanierung von Brückenbauwerken

Gutachten zur Planungsbeschleunigung vorgestellt

17. Forum für Koordinatoren nach Baustellenverordnung

Rückblick zur Fortbildungsveranstaltung in München

Aktuelle Informationen zur Bayerischen Ingenieurversorgung-Bau mit Psycho-therapeutenversorgung

Das Versorgungswerk informiert

Bauprodukte: Bundesregierung reicht Klage gegen EU-Kommission ein

Hohe Standards für Sicherheit, Umwelt- und Verbraucherschutz bei Bauprodukten sollen erhalten bleiben

Großmarkthalle Hamburg wird „Historisches Wahrzeichen“

Ehrung als historisch bedeutendes Ingenieurbauwerk

 

Projekte unserer Mitglieder

Bayerische
Ingenieurekammer-Bau

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de

Planer- und Ingenieursuche
Partner Mittelstandspakt Bayern

Partner Klima-Allianz Bayern