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Extremwetterereignisse und Hochwasser

Kolumne von Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, veröffentlicht in der Bayerischen Staatszeitung vom 19.01.2024

19.01.2024 - München

Extremwetterereignisse und Hochwasser

"Der technische Hochwasserschutz nach dem AWA-Prinzip "Ausweichen, Widerstehen, Anpassen" kann vieles, ist aber kein Allheilmittel. Wir müssen alles tun, um noch schlimmere Extremwetterlagen zu vermeiden und Auswirkungen zu begrenzen", sagt Kammerpräsident Prof. Dr. Norbert Gebbeken angesicht von Starkregen und Überschwemmungen in den letzten Wochen. Lesen Sie hier die aktuelle Kammerkolumne in der Bayerischen Staatszeitung.

Kommentar / Kolumne

Extremwetterereignisse und Hochwasser

Nahezu einer Million Menschen wurden die Feiertage des Jahreswechsels in Niedersachsen und Nordbayern verregnet. Lange anhaltender starker Regen ließ ab kurz nach Weihnachten Gewässer über die Ufer treten. Die Pegel erreichten Extremhöhen. Die Grundwasserstände führten zu zusätzlichen Überflutungen außerhalb der eingedeichten Zonen. Deiche wurden aufgeweicht und instabil. Menschen wurden evakuiert oder auf Evakuierungen vorbereitet. Auf Deichen mussten Bäume gefällt werden, weil aufkommender Sturm die nicht mehr standsicheren Bäume entwurzelt hätte und somit die Deiche zerstört worden wären, mit katastrophalen Folgen für das Hinterland.

Anhaltender Sturm über der Nordsee von Nordwest drückte das Wasser in den Dollart, Jadebusen und in die Elbe, sodass das Hochwasser von Ems, Weser und Elbe nicht abfließen konnte und sich staute. Die Gesamtwetterlage führte somit zu einer vierzehn Tage andauernden Extremsituation, insbesondere für die Standsicherheit der Deiche, die oft nur wenige Tage einem extremen Wasserdruck standhalten können.

In den Wetternachrichten erläuterten Meteorologen des DWD die globalen Zusammenhänge von Wetter und Klima – Hochwasser ist eben kein lokal zu betrachtendes Ereignis. Es hat sich zu Beginn des Jahres gezeigt, dass unser Katastrophenschutz im Hinblick auf die Bewältigung großflächiger Hochwasserereignisse sehr gut funktioniert hat.

THW-Kräfte aus Bayern lieferten und installierten mobile Hochwasserschutzwände in Niedersachsen. Auch die zivil-militärische Zusammenarbeit hat bestens funktioniert. Und die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung war großartig. Soweit bekannt ist, kamen weder in Niedersachsen noch in Bayern Menschen zu körperlichen Schäden. Gleichwohl verbleiben erhebliche Sachschäden und psychische Belastungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen.

Soweit die Katastrophenbewältigung. Doch wie sieht es mit der Prävention aus? Christian Drosten sagte während der Corona-Pandemie: “There is no glory in prevention”.

Und tatsächlich kennen wir, die wir in der Prävention tätig sind,
das Präventions-Paradox und die Katastrophen-Demenz. 

Extremereignisse werden schnell vergessen und verdrängt und wenn wir vor Gefahren warnen, dann wirft man uns häufig vor, Ängste zu schüren und Kosten zu verursachen. Tritt das Ereignis ein, dann wirft man uns vor, nicht deutlich genug gewarnt zu haben.

In der Prävention unterscheiden wir bei Risikoanalysen zwischen dem „Schutzgut Mensch“ und dem „Schutzgut Sache“. Bezüglich des „Schutzgutes Mensch“ im Hinblick auf Naturgefahren ist die Gefährdung durch Wasser, Sturm und Erdbeben in Deutschland etwa im Verhältnis 1000 zu 100 zu 1. Aus dieser quantitativen Risikoanalyse ergibt sich der dringende Handlungsbedarf in Bezug auf den Schutz vor Sturmfluten, Flächenhochwasser, Schmelzhochwasser und Sturzfluten.

Doch das umfassende Thema Wasser ist extrem komplex und muss systemisch betrachtet werden. Dort wo im Januar viel zu viel Wasser war, ist womöglich im Sommer Dürre. Die Grundwasserstände schwanken inzwischen so stark, dass an bestimmten Orten die Wasserversorgung gefährdet ist und Schäden an Gebäuden zu verzeichnen sind.

Der technische Hochwasserschutz nach dem AWA-Prinzip
"Ausweichen, Widerstehen, Anpassen" kann vieles, ist aber
kein Allheilmittel. Wir müssen alles tun, um noch schlimmere
Extremwetterlagen zu vermeiden und Auswirkungen zu begrenzen.

Was wird derzeit getan? Europa und Deutschland bereiten ein Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen auf Basis eines All-Gefahren-Ansatzes vor. Die bayerische Staatregierung hat im Jahr 2023 den interdisziplinär besetzten Runden Tisch „Wasser“ ins Leben gerufen, der am 15. Februar wieder tagt.

Wesentliche Kammern und Verbände haben sich in Bayern zum Bündnis „Wassersensibles Planen und Bauen“ zusammengetan (www.schwammstadt.bayern). Das Bündnis erarbeitet Hilfen und Leitlinien und berät die Politik.

Die beste Prävention, um Menschen langfristig zu schützen, ist jedoch die schnelle Reduktion der CO2-Emissionen. Daran arbeiten wir im Bündnis „Sustainable Bavaria“ (www.sustainable-bavaria.de).

 

Kolumne von Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, veröffentlicht in der Bayerischen Staatszeitung vom 19.01.2024


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