Mitreden. Mitgestalten.

Profitieren Sie von den Vorteilen der Mitgliedschaft!

 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
Mitreden. Mitgestalten.
Mitreden. Mitgestalten.

Profitieren Sie von den Vorteilen der Mitgliedschaft!

20
21
22

Roboter-Teams für die Baustelle

Doppel-Erfolg für Universität Stuttgart bei der EIC Pathfinder Challenge

06.10.2026 - Stuttgart

Roboter-Teams für die Baustelle

Höhere Produktivität, mehr Nachhaltigkeit: In zwei neuen Projekten denken Forschende mit innovativer Robotik und integrativer Planung das Bauen neu. Mit zwei Projekten, die im November 2026 starten, erzielte die Universität Stuttgart einen herausragenden Erfolg bei der hochkompetitiven EIC Pathfinder Challenge. Beim Projekt „SCALAR“ arbeiten autonome Baumaschinen und Roboter im Team, bei „COBRAS“ montiert ein intelligenter Roboterschwarm zirkuläre Leichtbaukonstruktionen.

Mit der „Pathfinder Challenge“ fördert der Europäische Innovationsrat wegweisende Technologien mit hohem Transformationspotenzial. Der Wettbewerb um die Förderung ist allerdings außerordentlich hoch. In der Challenge „Towards autonomous robot collectives delivering collaborative tasks in dynamic unstructured construction environments“ waren von der Universität Stuttgart 2026 gleich zwei Projekte erfolgreich: SCALAR und COBRAS. Beide werden vom Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) koordiniert und erhalten jeweils rund vier Millionen Euro Förderung.

„Der außergewöhnliche Doppelerfolg unterstreicht die internationale Spitzenposition der Universität Stuttgart in Architektur, Ingenieur- und Bauwesen (AEC). Gleichzeitig stärken die neuen Projekte weltweit unsere Sichtbarkeit als Forschungsstandort für die digitale Transformation des Bauwesens“, sagt Prof. Achim Menges, Leiter des Instituts für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) der Universität Stuttgart. Menges ist zudem Sprecher des Stuttgarter Exzellenzclusters IntCDC, an den auch SCALAR und COBRAS angebunden sind. Beide Vorhaben widmen sich autonomen Multi-Roboter-Systemen für die Baustelle. Im November 2026 gehen die Forschungsarbeiten los. Geplant ist eine Projektdauer von drei Jahren.

Dringend benötigt: Mehr Produktivität und Nachhaltigkeit im Bauwesen

Der weltweite Bedarf an Wohnraum, Gebäuden und Infrastruktur steigt stetig. Um diesem gerecht zu werden, müsste deutlich mehr und schneller gebaut werden – doch Fachkräftemangel bremst den Fortschritt aus. 

Mithilfe von autonomer Robotik wollen SCALAR und COBRAS die Produktivität im Bauwesen steigern. Zudem sehen die Forschenden die Robotik als Wegbereiter für ressourcenschonende und zirkuläre Baumethoden.

Robotik als Teil eines integrativen Gesamtkonzepts

Die beiden erfolgreichen EIC-Projekte bauen auf einem Forschungsansatz auf, den die Universität Stuttgart und insbesondere das ICD über viele Jahre hinweg entwickelt haben. 

„Im Exzellenzcluster IntCDC betrachten wir die Robotik nicht isoliert. Um das Bauwesen zukunftsfähig aufzustellen, denken wir Entwurf, Planung, Materialien, Bauteilfertigung, Baustelle und Robotik als Teil eines integrativen Gesamtkonzepts“, so Menges.

„Co-Design“ nennen die Stuttgarter Forschenden ihren neuen Ansatz, bei dem Architektur, Ingenieurwesen, Robotik, Computerwissenschaften und weitere Fachbereiche eng zusammenarbeiten. SCALAR und COBRAS erforschen mit dem Co-Design-Ansatz jeweils unterschiedliche Einsatzgebiete für kollektive Robotiksysteme auf der Baustelle.

SCALAR: Autonome Baumaschinen und Roboter arbeiten im Team

Der Holzmodulbau setzt auf einen nachwachsenden Rohstoff und gilt nicht nur als zukunftsweisende Technologie für mehr Nachhaltigkeit, sondern ermöglicht auch eine höhere Produktivität im Bauwesen.

„Wir fertigen komplette Bauteile in der Fabrik vor. Auf der Baustelle werden die Elemente nur noch montiert. Das verkürzt die Bauzeit deutlich“, sagt Nils Opgenorth, Forschungsgruppenleiter am ICD. Mit SCALAR soll der Holzmodulbau noch effizienter werden. „Wir entwickeln ein neues Holzbausystem mit universellen Anschlüssen und digitalen Planungsprozessen. Passend dazu entsteht eine multiskalare Robotikplattform – eine Flotte autonomer Baumaschinen, die die Vor-Ort-Montage der Holzmodule eigenständig ausführt.“ 

Besonders an dem System ist, dass es sich nicht nur für Neubauprojekte, sondern auch für die Sanierung im Bestand eignet.

Im Projekt SCALAR wird ein neues Holzbausystem entwickelt. Passend dazu entsteht eine multiskalare Robotikplattform. © Universität Stuttgart / ICD  
Im Projekt SCALAR wird ein neues Holzbausystem entwickelt. Passend dazu entsteht eine multiskalare Robotikplattform. © Universität Stuttgart / ICD

Die autonome Robotik-Plattform beruht auf Aufgabenteilung: Nachgerüstete Kräne übernehmen den Transport und die Grobpositionierung, mobile Roboter und Greifgeräte die Feinarbeit. Vor Baubeginn wird der gesamte Montageprozess virtuell simuliert. Vor Ort übernimmt ein digitales Steuerungssystem die Echtzeitkoordination und sorgt für Sicherheit. Eine Schlüsselrolle wird auch die Entwicklung robuster Sensor-Technologien spielen, die Staub, Dreck und schwierigen Lichtverhältnissen auf der Baustelle trotzen.

Neben dem ICD beteiligt sich an SCALAR auch das Institut für Systemdynamik (ISYS) der Universität Stuttgart. Externe Partner sind das Austrian Institute of Technology, die Kranfirmen Liebherr und Jekko.

COBRAS: Ein intelligenter Roboterschwarm für zirkuläre Leichtbaukonstruktionen

Raumfachwerke gelten als besonders materialeffiziente Tragwerkssysteme. Durch ihren modularen Aufbau ermöglichen sie große Spannweiten bei geringem Materialeinsatz und lassen sich vollständig demontieren und wiederverwenden. Dennoch werden sie bislang nur begrenzt eingesetzt.

„Die komplexe Montage mit vielen einzelnen Bauteilen macht den Bau sehr arbeitsintensiv. Unser Ziel ist es, diesen Prozess durch autonome Roboterschwärme grundlegend zu verändern“, erklärt Samuel Leder, Forschungsgruppenleiter am ICD.

Im Fokus von COBRAS steht ein intelligenter Roboterschwarm für zirkuläre Leichtbaukonstruktionen. © Universität Stuttgart / ICD  
Im Fokus von COBRAS steht ein intelligenter Roboterschwarm für zirkuläre Leichtbaukonstruktionen. © Universität Stuttgart / ICD

Das COBRAS-Forschungsteam will elektrisch angetriebene, mobile Roboter entwickeln, die Raumfachwerke eigenständig montieren. Die Idee: Mehrere kleine Roboter arbeiten als Team zusammen und koordinieren sich mithilfe von Schwarmintelligenz selbstständig und dynamisch – ganz ohne zentrale Steuerung. Alle Roboter im Schwarm sind gleich. Das hat mehrere Vorteile: Je nach Umfang des Bauprojekts lässt sich die Anzahl der Roboter flexibel variieren. Muss ein Roboter gewartet werden, kann der Bauprozess ohne Unterbrechung mit den anderen Robotern fortgesetzt werden.

Parallel widmet sich COBRAS der Optimierung der Tragwerksysteme selbst. Mithilfe digitaler Methoden sollen der Materialverbrauch minimiert und die statische Leistungsfähigkeit maximiert werden. Geplant ist, wie bei SCALAR, ein modulares System, das speziell für die robotische Montage und Demontage entwickelt wird. Dadurch können die Bauteile vollständig wiederverwendet und die Tragwerke an neue Anforderungen oder Standorte angepasst werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer zirkulären Bauweise.

An COBRAS beteiligen sich neben dem ICD das Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart, das Reconfigurable Robotics Lab (RRL) des Swiss Federal Institute of Technology in Lausanne (EPFL), sowie das Artificial Intelligence Research Lab (IRIDIA) der Université Libre de Bruxelles.

Das EIC Pathfinder Programm

Der EIC Pathfinder ist ein Förderprogramm im Rahmen von „Horizon Europe“. Mit „Pathfinder“ fördert der European Innovation Council visionäre Forschungsprojekte zu radikal neuen Technologien in vier strategischen Zukunftsfeldern.

In der Challenge „Towards autonomous robot collectives delivering collaborative tasks in dynamic unstructured construction environments“ haben sich 93 Projekte beworben. Davon bekamen acht eine Förderzusage, darunter die Projekte SCALAR und COBRAS.

https://eic.ec.europa.eu/eic-funding-opportunities/eic-pathfinder_en

Quelle und Fotos: Universität Stuttgart / ICD

Beitrag weiterempfehlen

Die Social Media Buttons oben sind datenschutzkonform und übermitteln beim Aufruf der Seite noch keine Daten an den jeweiligen Plattform-Betreiber. Dies geschieht erst beim Klick auf einen Social Media Button (Datenschutz).

5 gute Gründe für die Mitgliedschaft

Die Kammer auf Social Media

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bei LinkedIn: #bayika-bau
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau auf Instagram #bayikabau
 
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bei Facebook @BayIkaBau   #BayIkaBau
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bei XING #bayerischeingenieurekammer-bau
 
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bei YouTube
 

Jetzt Newsletter abonnieren!

Newsletter abonnieren und immer auf dem Laufenden bleiben - Grafik: Web Buttons Inc /  Fotolia

Frage des Monats

Wie bewerten Sie die Umsetzung der seit Januar 2025 geltenden höheren Wertgrenzen für Direktaufträge durch die staatlichen Bauämter und Kommunen?
Sie werden umfassend genutzt.
Sie werden überwiegend genutzt.
Sie werden teilweise genutzt.
Sie werden bislang kaum genutzt.
Sie werden nicht genutzt
Kann ich nicht beurteilen.

Frühere Ergebnisse

Kammerwahl 2026

Kammerwahl 2026

Sustainable Bavaria

Sustainable Bavaria

Nachhaltig Planen und Bauen

Klimaschutz - Nachhaltig Planen und Bauen

Netzwerk junge Ingenieur:innen

Netzwerk junge Ingenieur:innen

Frauennetzwerk ingenieurinnen@bayika

Frauennetzwerk ingenieurinnen@bayika

Werde Ingenieur/in!

www.zukunft-ingenieur.de

www.zukunft-ingenieur.de

Veranstaltungstipps

Veranstaltungstipps

Beratung und Service

Beratung und Serviceleistungen - Foto: © denisismagilov / fotolia.com

Planer- und Ingenieursuche

Planer- und Ingenieursuche - Die Experten-Datenbank im bayerischen Bauwesen

Für Schüler und Studierende

Infos für Schüler und Studierende - © Foto: Drubig Photo / Fotolia.com

Einheitlicher Ansprechpartner

Einheitlicher Ansprechpartner

Berufsanerkennung
Professional recognition

Berufsanerkennung

Gebäudeforum klimaneutral

Partner des Netzwerks „Gebäudeforum klimaneutral“

Digitaltouren - Digitalforen

Digitaltouren - Digitalforen - Jetzt kostenfei ansehen

Meine Bayika - Bayika-Portal

Anschrift

Bayerische Ingenieurekammer-Bau
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Schloßschmidstraße 3
80639 München