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Mehr Qualität bei der Betonsanierung

Kolumne von Dr.-Ing. Ulrich Scholz, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, veröffentlicht in der Bayerischen Staatszeitung vom 15.06.2018

15.06.2018 - München

Mehr Qualität bei der Betonsanierung

Mehr Qualität bei der Betonsanierung, das ist ein wichtiges Thema für Dr.-Ing. Ulrich Scholz, Vorstandsmitglied der Kammer. Mit der neuen Instandhaltungsrichtlinie werden die Qualitätsanforderungen in Kürze erneut verbessert. Gleichzeitig wird durch einen neuen Ausbildungsbeirat genauer definiert, welche Anforderungen ein sachkundiger Planer erfüllen muss, um diese Bezeichnung führen zu dürfen. So wird die Rolle des sachkundigen Planers wesentlich gestärkt. Auftraggebern wird erleichtert, geeignete Planer und Überwacher für die in Zukunft immer anspruchsvolleren Aufgaben der Betoninstandsetzung zu finden.

Kolumne

Bauherren können seit jeher darauf vertrauen, dass alle Arbeiten an bestehenden Bauwerken mit besonderer Sorgfalt geplant und ausgeführt werden, da die damit vertrauten Personen über vertiefte Kenntnisse in ihrem Fachgebiet verfügen. Für Bauwerke aus Stahlbeton schreibt deshalb die Instandsetzungsrichtlinie des deutschen Ausschusses für Stahlbeton vor, dass die Planung von Instandsetzungen nur durch sogenannte sachkundige Planer durchgeführt werden darf.

Die Qualitätsanforderungen werden in Kürze erneut verbessert. Die Instandsetzungsrichtlinie wird durch die neue Instandhaltungsrichtlinie abgelöst. Der sogenannte Gelbdruck, den man als Entwurf einer neuen Norm beschreiben kann, steht vor der Einführung. Die Rolle des sachkundigen Planers wird dabei wesentlich gestärkt. Neben einer mehrjährigen Berufserfahrung wird künftig auch die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen gefordert.

Gleichzeitig wird durch einen neu geschaffenen Ausbildungsbeirat genauer definiert, welche Anforderungen ein sachkundiger Planer erfüllen muss, um diese Bezeichnung führen zu dürfen.

Der Ausbildungsbeirat sachkundiger Planer für die Instandhaltung von Betonbauteilen (ABB-SKP) geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) und ist beim deutschen Institut für Prüfung und Überwachung eV (dpü e.V.) angesiedelt. Die Bundesingenieurkammer sowie verschiedene Ingenieurverbände, Ausbildungsstätten, Vertreter der öffentlichen Hand und der verarbeitenden Industrie haben an der Installierung dieses Ausbildungsbeirats mitgewirkt.

Einheitliche Regelungen für die Aus- und Weiterbildung

Die konstituierende Sitzung des ABB-SKP fand am 24. April 2018 in der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin statt. Zum Obmann des ABB-SKP wurde Udo Wiens (DAfStb) gewählt. Martin Mangold wurde zum Stellvertreter bestimmt.

Der ABB-SKP erarbeitet einheitliche Regelungen für die Aus- und Weiterbildung von sachkundigen Planern für die Instandhaltung von Betonbauteilen. So soll eine Harmonisierung der in der Vergangenheit unterschiedlichen Ausbildungsinhalte verschiedener Anbieter herbeigeführt werden. Wesentliche Unterlagen wurden bereits in Arbeitssitzungen vor der eigentlichen Gründung des Ausbildungsbeirats ausgearbeitet und werden kurzfristig zur Verfügung stehen.

Zu den wesentlichen Aufgaben des Ausbildungsbeirats sachkundiger Planer für die Instandhaltung von Betonbauteilen zählen insbesondere die praxisgerechte Formulierung und Festlegung der Aus- und Weiterbildungsinhalte, die Formulierung einheitlicher Regeln für die Anerkennung geeigneter Referenten, die Bildung von Prüfungsausschüssen und die Festlegung der Kriterien für die Qualifikation der Zulassung der ausbildenden Personen. Weiter wird die Anerkennung von für diese Aus- und Weiterbildung geeigneten Ausbildungsstätten geregelt und vorgenommen. Der Beirat legt außerdem die Inhalte der Aus- und Weiterbildung fest, entscheidet über anstehende Prüfungen und erkennt Referenten sowie Prüfungsausschüsse an.

Mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung

Auch für die Koordinierung der einheitlich gestalteten Urkunden für die sachkundigen Planer der verschiedenen Ausbildungsstätten ist der Ausbildungsbeirat verantwortlich. Durch die Arbeit des Ausbildungsbeirates wird es allen Auftraggebern erleichtert, geeignete Planer und Überwacher für die in Zukunft immer anspruchsvolleren und zahlreicheren Aufgaben der Betoninstandsetzung zu finden.

Voraussetzung für die Ausbildung zum sachkundigen Planer ist ein abgeschlossenes Studium und eine mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung. Die Ingenieurakademie Bayern, Günter-Scholz-Fortbildungswerk der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, bietet diese Ausbildung regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem BÜV (Bauüberwachungsverein) an. Voraussichtlich im Frühjahr 2019 findet in Hamburg der nächste Ausbildungslehrgang zum sachkundigen Planer für Betoninstandsetzung statt. Alle sachkundigen Planer können am 19. November in München die nächste Pflichtfortbildung besuchen.

Kolumne von Dr.-Ing. Ulrich Scholz, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, veröffentlicht in der Bayerischen Staatszeitung vom 15.06.2018.

Artikel zum Download

Kolumne in der Bayerischen Staatszeitung

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Die Bayerische Ingenieurekammer veröffentlicht einmal im Monat eine Kolumne zu aktuellen Themen in der Bayerischen Staatszeitung. Hier nehmen die Mitglieder des Vorstands der Kammer Stellung zu Themen aus Bauwesen, Politik und Gesellschaft.

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