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Interview mit Akademieleiterin Rada Bardenheuer

Fort- und Weiterbildung in den Zeiten von Corona

25.05.2021 - München

Interview mit Akademieleiterin Rada Bardenheuer

Online, hybrid oder präsent - diese Frage stellt sich das Team der Ingenieurakademie seit dem vergangenen Frühjahr fast täglich. Weiterhin Fortbildungen für die am Bau tätigen Ingenieur*innen anbieten zu können, das war und ist stets oberstes Ziel. Doch wie kann das in Corona-Zeiten gelingen? Wir haben mit Akademiereferentin Rada Bardenheuer über neue Seminarformate im Eiltempo, Hygienekonzepte und die Besonderheiten digitaler Fortbildungen gesprochen.

Flexibel bleiben!

Frau Bardenheuer, Seminare und Lehrgänge in der Pandemie – wie plant man das Unplanbare?

Mit sehr viel Flexibilität auf allen Seiten. Das ist der einzige Weg. Am Anfang war es natürlich am härtesten. Von jetzt auf gleich durften wir keine Präsenzveranstaltungen durchführen. So etwas gab es noch nie; das konnte sich eigentlich auch niemand so wirklich vorstellen.

Nach dem ersten Schock telefonierten wir alle betroffenen Referent*innen ab und versuchten, Ersatztermine abzustimmen. Dann haben wir die Teilnehmer*innen informiert und sie, wenn möglich, umgebucht. Es war uns sehr wichtig, die Seminare nicht einfach nur abzusagen, sondern ein alternatives Angebot zu machen.

Tatsächlich hat das in sehr vielen Fällen funktioniert. Dafür bin ich sehr dankbar. Die Referent*innen, unsere Teilnehmer*innen und das Team der Akademie – sie alle haben an einem Strang gezogen und aus den widrigen Umständen das Beste gemacht. Das war toll.

Das letzte Jahr hat uns allen einen hohen Veränderungsdruck aufgezwungen. Den Unternehmen und jedem Einzelnen von uns. Wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen?

Auch wenn uns die konkrete Situation natürlich ganz unerwartet getroffen hat, so hatten wir doch einen großen Vorteil. Präsenzseminare waren zwar bis dato unser Hauptfortbildungsformat. Doch bereits Ende 2017 haben wir testweise die ersten Online-Seminare angeboten, ab 2018 dann regelmäßig.

Der plötzliche Zwang, fast alles virtuell anzubieten, hat uns daher nicht völlig kalt erwischt. Die Krise hat einen Veränderungsprozess, der ohnehin schon begonnen hatte, lediglich beschleunigt. Wir waren zum Glück schon vorbereitet.

Also alles halb so wild?

Nein, so einfach war es nun auch wieder nicht (lacht). Wir mussten alle viel lernen und das in sehr kurzer Zeit. Wir haben unsere technische Ausstattung massiv aufgerüstet, mussten uns schnell für neue Online-Konferenztools entscheiden und uns in Windeseile in diese einarbeiten.

Doch die technische Seite ist ja nur ein Aspekt. Wer denkt, bei einem Online-Seminar stellt man einfach den Referenten vor die Kamera und der Rest läuft genauso, als wenn die Teilnehmer*innen in persona vor ihm säßen, der irrt gewaltig.

Das geht schon mit der Dauer des Seminars an. Sich alleine vor dem Laptop über mehrere Stunden zu konzentrieren, ist ungleich schwerer als zusammen in der Gruppe.

Viele vermissen auch den informellen Austausch in den Pausen. Und auch für die Referent*innen ist es eine ungewohnte Situation. Ihnen fehlt das unmittelbare Feedback der Gruppe. Vor Ort sieht man, spürt man die Reaktionen. Bin ich zu schnell, zu langsam? Haben alle alles verstanden? Das ist virtuell gar nicht so leicht einzuschätzen.

Das klingt nach einem Plädoyer für Präsenzveranstaltungen.

Ich schätze die Präsenzseminare, keine Frage. Aber die Online-Formate haben ebenfalls ihre Vorteile. Worauf es ankommt, ist, dass man das didaktische Konzept dem jeweiligen Kanal anpasst. Das geht los mit der Frage, wie interaktiv ein Seminar gestaltet ist und wie lange es dauert.

Wir haben in den vergangenen Monaten viel ausprobiert. Seit Kurzem nutzen wir neben GoToWebinar auch die Plattform Zoom. Hier kann man die Teilnehmer*innen für Gruppenarbeiten in verschiedene virtuelle Räume einteilen. Und sie können sich untereinander sehen. Das schafft eine ganz andere Atmosphäre als die klassischen Online-Seminare.

Und abgesehen von den momentanen Zwängen der Pandemie: virtuelle Fortbildungen haben auch große Vorteile. Die An- und Abreise entfällt. Das spart Zeit und Geld. Die Online-Formate sind keine Eintagsfliege. Sie sind gekommen, um zu bleiben.

Wie werden die Online- und Hybridseminare denn angenommen?

Anfangs etwas zögerlich. Das lag aber sicher daran, dass sich alle plötzlich neu erfinden mussten. Erstmal mussten die Unternehmen ihre Leute auf das Arbeiten unter Pandemiebedingungen einstellen. Wer bleibt im Büro, wer ist im Homeoffice, wie sind Meetings möglich, all diese Dinge. Aber als sich das "eingegroovt" hatte, stieg auch die Nachfrage nach den Seminaren.

Von Seiten der Akademie mussten wir auch erstmal die unterschiedlichen Seminarformate mit ihren jeweiligen Besonderheiten kommunizieren. Da gibt es einerseits die Online-Seminare, die rein digital stattfinden. Dann die Hybridveranstaltungen, bei denen eine kleinere Personenzahl in unsere Akademieräume kommen kann und die anderen am Rechner teilnehmen. Und, soweit möglich, eben auch die gewohnten Präsenztermine.

Unsere Aufgabe für die Zukunft ist es, die unterschiedlichen Seminarformate optimal auf die unterschiedlichen Bedarfe zuzuschneiden.

Lässt sich denn jede Fortbildung auch digital umsetzen?

In vielen Fällen geht es, aber nicht immer. Was man wissen muss: Online-Seminare sind genauso betreuungsintensiv wie Präsenzveranstaltungen. Teilweise sogar mehr. Bei Hybridseminaren beispielsweise muss ein Akademiemitarbeiter die komplette Zeit über mit dem Referenten im Raum sein und die Kamera führen. Außerdem betreuen wir den Chat, über den die Teilnehmer*innen ihre Fragen stellen.

Mehrtägige Lehrgänge sind auf jeden Fall die größte Herausforderung. Die umzustellen, das konnten wir im letzten Frühjahr ad hoc nicht leisten. Inzwischen haben wir es aber geschafft, sogar dreitägige Lehrgänge online zu konzipieren. Das geht aber nur mit entsprechendem zeitlichem Vorlauf. Und flexiblen Referent*innen, die wir zum Glück haben.

Lediglich bei einem speziellen Format haben wir uns gegen eine rein digitale Durchführung entschieden: bei unserem Traineeprogramm. Wir haben zunächst zweimal die Präsenztermine umgeplant, in der Hoffnung, dass die Pandemie schneller unter Kontrolle kommt.

Anfang April mussten wir schweren Herzens entscheiden, diesen Jahrgang auszusetzen und im Oktober neu zu beginnen. Das schmerzt mich, aber es geht nicht anders. Das Netzwerken und die Gruppenarbeiten sind für die Trainees essentiell. Darauf können und wollen wir nicht verzichten.

Sie sind inzwischen seit über 18 Jahren in der Kammer. Angefangen haben Sie als Assistentin der damaligen Akademieleiterin Marion Köck. Seit Juli 2017 lenken Sie nun selbst die Geschicke der Ingenieurakademie Bayern und führen ein kleines Team. Wie sehen Sie die Entwicklung der Akademie, auch abseits von Corona?

In den letzten fünf Jahren hat sich die Akademie rasant entwickelt. Die Anzahl der Seminare, die wir jährlich anbieten, ist um über 50 Prozent gestiegen. Auch die Teilnehmerzahlen sind deutlich nach oben gegangen. Sie haben sich sogar mehr als verdoppelt.

Glücklicherweise ist auch unser Team gewachsen. Maximilian Rode und Jennifer Wohlfarth unterstützen mich großartig. Frau Wohlfarth ist inzwischen in Babypause. Mit Alice Potdevin haben wir Mitte März eine gelernte Veranstaltungskauffrau hinzubekommen. Das läuft gut an. Schon wieder eine Veränderung. Aber aus schönem Grund (lacht)!

In den letzten Jahren haben wir auch unsere regionalen Angebote ausgebaut und regelmäßig Seminare in Würzburg, Nürnberg und Regensburg abgehalten. Bis dann Corona kam. Dann haben wir bei der Entwicklung der digitalen Formate nochmal massiv aufs Tempo gedrückt.

Insgesamt gesehen reagieren wir deutlich schneller auf neue Themen und bieten inzwischen auch mehrere unterschiedliche Lernformate wie das "Blended Learning" an.

Auch komplett neue Lehrgänge haben wir entwickelt. Los ging es 2015 mit dem schon erwähnten Traineeprogramm. 2017 folgten unsere BIM-Kochkurse, die inzwischen zweimal jährlich angeboten werden und mit zertifizierter Prüfung abgeschlossen werden können. Aktuell arbeiten wir an einem ganzen neuen Lehrgang. Unser Ziel ist es, 2022 mit dem Lehrgang "Konstrukteur im konstruktiven Ingenieurbau" an den Start zu gehen.

Wagen Sie für uns doch bitte einen Blick in die Glaskugel: Wie geht 2021 für die Akademie weiter?

Wir werden weiter flexibel bleiben, so viel ist sicher. Und ich bin zuversichtlich, dass wir nicht mehr so oft pandemiebedingt neu konzipieren müssen, sondern mehr an unserer langfristigen strategischen Ausrichtung feilen können.

Der Fortbildungsmarkt hat sich stark verändert. Uns ist wichtig, dass unsere Angebote den Wünschen unserer Mitglieder entsprechen. Eine große Hilfe wäre es uns daher, wenn möglichst viele sich an der Online-Umfrage zu diesem Thema beteiligen, die noch bis 30. Mai läuft.

Letzte Frage: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welcher wäre dies?

Da muss ich nicht lang überlegen: Unsere Teilnehmer bald wieder ohne große Beschränkungen begrüßen zu dürfen! Wieder mehr Normalität in allen Bereichen des Lebens und kein ständiges Überarbeiten von Hygienekonzepten!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Sonja Amtmann, Pressereferentin der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau


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