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Städtebau muss nachhaltiger werden

Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert zum Weltstädtetag Stärkung der blau-grünen Infrastruktur, bessere energetische Sanierung und Entsiegelung

27.10.2022 - München

Städtebau muss nachhaltiger werden

Städte müssen nachhaltiger und resilienter gebaut werden, das fordert die Bayerische Ingenieurekammer-Bau anlässlich des von der UN ausgerufenen Weltstädtetages am 31. Oktober. Drei zentrale Hebel für nachhaltige Stadtentwicklung sieht Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau: „Wir müssen Städte nach dem Prinzip Schwammstadt errichten, wir müssen entsiegeln statt versiegeln und wir müssen die energetische Sanierung unserer Gebäude vorantreiben – über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus.“

Als Schwammstadt bezeichnet man eine Stadt, sie so gebaut ist, dass sie Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und dann langsam wieder abgeben kann. Schwammstädte sind resilienter gegen stärkere Regenfälle, weil sie das Wasser gut speichern können. Gleichzeitig überhitzen die Städte in heißen Sommern nicht so stark, weil das gespeicherte Wasser und die Verdunstung zur Abkühlung beitragen. Dach- und Fassadenbegrünung sind wichtige Eckpfeiler von Schwammstädten.

Von hoher Bedeutung ist auch die Entsiegelung der Städte: „Gerade in Großstädten sind viel zu viele Flächen versiegelt. Dadurch fehlt Raum für Begrünung, die wir für ein gutes Stadtklima und die Biodiversität brauchen. Der Boden kann nur begrenzt Wasser aufnehmen, was schnell zu Überflutungen führen kann. Auch hohen Temperaturen können versiegelte Städte kaum etwas entgegensetzen“, erklärt Prof. Dr. Norbert Gebbeken und fordert: „Jede Anstrengung, Fläche zu entsiegeln und multifunktional zu nutzen, sollte belohnt werden. Das fängt schon im Kleinen an, z.B. bei Privatleuten, die auf Steingärten verzichten und stattdessen auf viel Grün setzen.“

Deutschland hat seine Klimaziele in den vergangenen Jahren immer wieder verfehlt. Der Verkehrs- und Gebäudesektor schnitt stets besonders schlecht ab. Hohe Strafzahlungen an die EU sind die Folge. „Wir haben noch immer zu laxe energetische Anforderungen, sowohl bei Neubauten wie auch bei der Sanierung. Technisch ist weit mehr Klimaschutz möglich als gesetzlich vorgeschrieben. Doch die Anreize, das Maximum umzusetzen, sind zu gering. Auch der Dschungel an Fördermaßnahmen, die schnell wieder geändert werden, ist ein Hemmnis“, findet BayIka-Bau-Präsident Gebbeken.

Mehr Nachhaltigkeit am Bau

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau setzt sich intensiv für mehr Nachhaltigkeit am Bau ein. Erst im September überreichte die Kammer gemeinsam mit weiteren starken Partnern aus der bayerischen Baubranche Vorschläge für ein klimaneutrales Bayern an Bauminister Christian Bernreiter. Die Kammer schult ihre Mitglieder in nachhaltigem Bauen und bringt ihre Expertise in vielen Kooperationen ein.

Die Positionen der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau zum Thema Nachhaltigkeit sind nachzulesen unter:

www.bayika.de/de/klimaschutz

Pressemitteilung zum Download

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