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Einsatz zementfreier Baustoffe im Fildertunnel

Neuer Ringspaltmörtel wird statt mit Zement mit Recyclingprodukt Hüttensand gebunden

09.11.2022 - Wien

Einsatz zementfreier Baustoffe im Fildertunnel

Für die Deutsche Bahn hat das österreichische Unternehmen Porr einen selbstentwickelten, nachhaltigen Baustoff erstmals eingesetzt: Der neue Ringspaltmörtel wird statt mit Zement mit dem Recyclingprodukt Hüttensand gebunden. Das Pilotprojekt beim Fildertunnel (Stuttgart 21) war ein Erfolg und der praktisch zementfreie Baustoff wurde bereits patentiert.

Acht Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen kommen aus der Zementherstellung. Dieser findet in vielen Bauprodukten Verwendung, unter anderem auch bei Spritzbeton und Ringspaltmörtel. „Wir beschäftigen uns daher verstärkt mit neuen, innovativen Lösungen“, sagt Popp CEO Karl-Heinz Strauss. Nachhaltig an den neuen Produkten sei, dass statt Zement Recyclingprodukte beigemischt werden – die Umwelt werde daher doppelt entlastet.

Für den Fildertunnel im Rahmen von Stuttgart 21 hat Porr gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen MC-Bauchemie einen Ringspaltmörtel entwickelt und eingesetzt. Er ersetzt Zement durch Hüttensand. Diese feingemahlene Hochofenschlacke ist ein Abfallprodukt der Stahlerzeugungsindustrie. „Aufgrund der Beschaffenheit des Bodens wäre ein zementgebundener Baustoff nicht geeignet gewesen“, schildert Strauss. „Das hat uns die Möglichkeit geboten, diesen völlig neuen Baustoff einzusetzen.“

Weitere Partner gesucht

Laut Poor war das Pilotprojekt ein voller Erfolg – und biete auch für künftige Bauvorhaben eine gute Vorlage. Strauss erklärt: „Abgesehen von unserem Beitrag zur CO2-Reduktion hat dieser Baustoff zwei grundsätzliche Vorteile. Er ist gegenüber Umwelteinflüssen unsensibler als zementhaltiger Beton. Und man kann ihn vor der Verarbeitung auch über lange Zeit problemlos transportieren, da er einen Aktivator benötigt, um vollends zu erhärten.“

Der neue Ringspaltmörtel ist bereits patentiert. Porr sucht nun weitere Partner, die bereit sind, gemeinsam mit dem Unternehmen diesen Baustoff einzusetzen. „Auftraggeber sind oft sehr konservativ in ihren Ausschreibungsbedingungen und verlangen einen bestimmten Zementanteil“, sagt Strauss. „Hier muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.“

Zusätzlich lässt Porr bereits weitere Recyclingprodukte auf ihre Einsatzfähigkeit als Bindemittel in Baustoffen prüfen, darunter auch Ziegelsand. Gruppenweit recycelt Porr pro Jahr 2,2 Mio. Tonnen an Baustoffen. 1,7 Mio. Tonnen davon ersetzen auf den eigenen Baustellen und Anlagen Primärrohstoffe.

Quelle: Porr AG, Foto: Arnim Kilgus

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