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Europas größtes Gebäude im 3D-Druck-Verfahren

Gebäude wird schichtweise vom Drucker „Bod2“ von Cobod aufgebaut

05.05.2023 - Heidelberg

Europas größtes Gebäude im 3D-Druck-Verfahren

Auf der Konversionsfläche Campbell in Heidelberg wird aktuell Europas größtes Gebäude im 3D-Druck-Verfahren errichtet. Der Andruck des Gebäudes – rund 54 Meter lang, 11 Meter tief und 9 Meter hoch – hat bereits am 31. März 2023 begonnen und wird voraussichtlich bis Ende Juli 2023 in Anspruch nehmen. Dabei wird das Gebäude vom Drucker „Bod2“ von Cobod schichtweise aufgebaut.

Das Projekt der KrausGruppe wird gemeinsam mit den Firmen Peri 3D Construction, einem Pionier auf dem Gebiet des 3D-Baudrucks und Heidelberg Materials, einem der weltweit größten Baustoffunternehmen, realisiert. Als zukünftiger Mieter wird der Cloud- und Rechenzentrumsanbieter Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG das Gebäude Ende 2023 als IT-Serverhotel nutzen.

„Als unabhängiges Familienunternehmen mit Tradition und Zukunft möchten wir in Heidelberg innovative Bauweisen voranbringen und einen positiven Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten.“, betont Bauherr Hans-Jörg Kraus, geschäftsführender Gesellschafter der KrausGruppe. „Deshalb habe ich mich bewusst für dieses Bauverfahren entschieden, wobei es für mich wichtig war, auch lokale Partner für dieses Projekt zu gewinnen.“, ergänzt Kraus.

3D-Baudruck gewinnt an Fahrt

Der Projektpartner Peri 3D Construction liefert das Know-how zum 3D-Druckprozess und erstellt mit seinem Cobod Bod2 3D-Baudrucker die vertikalen Elemente des zukünftigen Serverhotels.

„Wir sind sehr stolz, mit diesem Projekt unser bisher größtes Gebäude realisieren zu können. Die besondere Formgebung liefert mit dem parametrischen Design Einblicke in die immense Gestaltungsfreiheit, die der Cobod Bod2 3D-Drucker ermöglicht. Da wir zeitnah in Nordrhein-Westfalen auch das erste öffentliche Gebäude Deutschlands drucken, freuen wir uns sehr zu sehen, wie der 3D-Baudruck an Fahrt gewinnt“, so Dr. Fabian Meyer-Brötz, Geschäftsführer der Peri 3D Construction GmbH.

Gedruckt aus 100 Prozent recyclebarem Material

Das besondere Plus: Heidelberg Materials setzt hier einen 3D-Druckbeton als Hightech-Baustoff ein, der als mineralischer Baustoff zu 100 % recyclebar ist. Darüber hinaus beinhaltet dieser 3D-Druckbeton ein Bindemittel mit etwa 55 % CO₂-Reduktion gegenüber einem reinen Portlandzement.

„Durch eine gezielte Entwurfsplanung ergibt sich zudem hohes Potenzial für einen effizienten Materialeinsatz, so Dr. Jörg Dietrich, Leiter Engineering & Innovation bei Heidelberg Materials Deutschland. „Das Material ist gut pumpbar und besitzt gleichzeitig sehr gute Extrusionseigenschaften. Die zielsichere Festigkeitsentwicklung sorgt zudem für ein Druckbild mit hoher Formtreue.“

Außergewöhnliche Ästhetik

Durch die innovative 3D-Druck-Technik entsteht nicht nur ein eindrucksvolles Gebäude völlig neuer Dimension – sondern mit der wellenartigen Formgebung auch eine bemerkenswerte architektonische Ästhetik. Eine weitere Innovation: Für die Malerarbeiten im Innenraum kommt ein Malroboter von DAW Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn zum Einsatz – bekannt durch die Marken CAPAROL und Alpina Weiß.

Auch die weiteren Projektbeteiligten Mense-Korte ingenieure+architekten, SSV Architekten, DAW (Caparol, Alpina) sowie Heidelberg iT zeigen sich von der neuen 3D-Druck-Technik überzeugt – nicht zuletzt wegen der Chance, damit den drei Kernherausforderungen der Baubranche zu begegnen: Fachkräftemangel, stagnierende Produktivität und Nachhaltigkeit.

„Als Wissenschaftsstadt bietet Heidelberg seit jeher einen Raum für neue Ideen. Mit Europas größtem gedruckten Gebäude entsteht auf der städtischen Konversionsfläche Campbell ein Campbell eine großartige Innovation, die wegweisend für die Baubranche ist“, freut sich abschließend Oberbürgermeister Eckart Würzner.

Quelle: KrausGruppe, Fotos: Peri 3D Construction, SSV Architekten, Peri 3D Construction / http://www.davidrobinsonphoto.com, KrausGruppe

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