07.01.2026 - Berlin / München
Am 1. Januar 2026 ist der Vorsitz der Bauministerkonferenz turnusgemäß von Bayern auf Berlin übergegangen. Der Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Christian Gaebler wird die Bauministerkonferenz in den Jahren 2026 und 2027 leiten. Er folgt damit auf den Bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter. In dieser Funktion steht Christian Gaebler für zwei Jahre der Arbeitsgemeinschaft der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren der 16 Länder vor.
Der scheidende Vorsitzende Christian Bernreiter würdigt den Übergang und wünscht seinem Nachfolger viel Erfolg: „Wohnen und Bauen sind zentrale Themen unserer Gesellschaft. In Zeiten großer Herausforderungen ist es unerlässlich, dass wir als Bundesländer unsere Kräfte bündeln, Erfahrungen austauschen und innovative Lösungen vorantreiben. Die Bauministerkonferenz ist ein wichtiges Forum, um unterschiedliche Interessen zu vereinen und gemeinsam tragfähige Strategien zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement in den vergangenen beiden Jahren und wünsche meinem Nachfolger Christian Gaebler viel Erfolg, Inspiration und eine glückliche Hand, um die vielfältigen Aufgaben mit Weitsicht und Tatkraft zu meistern.“
Christian Gaebler bedankt sich für die Arbeit seines Vorgängers: „Christian Bernreiter und sein Team haben in den vergangenen zwei Jahren eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung und Durchsetzungskraft die Bauministerkonferenz im föderalen Gefüge besitzt. Gemeinsam ist es uns gelungen, wichtige Impulse zu setzen, um Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger zu gestalten. An diese Arbeit möchte ich anknüpfen.“
Die reguläre Hauptkonferenz der Bauministerkonferenz wird am 10. und 11. September 2026 in Berlin stattfinden. Darüber hinaus ist für das erste Halbjahr eine Sonderkonferenz vorgesehen, die sich mit einem stärkeren Engagement der Europäischen Union im Bereich Wohnen befassen soll.
„Berlin hat seit Dezember 2024 das Schneller-Bauen-Gesetz und arbeitet zurzeit unter dem Namen ‚EinfachBauenBerlin‘ an Maßnahmen und Standards, die das Bauen erleichtern werden. Auch andere Länder bringen zahlreiche Initiativen auf den Weg, um den Wohnungsbau wieder deutlich zu beleben“, so Gaebler. „Zur Bewältigung der Wohnraumkrise bedarf es jedoch des Zusammenwirkens aller politischen Ebenen. Uns eint das gemeinsame Ziel, bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum und damit ein sicheres Zuhause für die Menschen in Deutschland zu schaffen. Dafür bedarf es neben dem dringend notwendigen Neubau auch bezahlbare Wohnungen im Bestand und lebenswerte, stabile Quartiere.“
Bauministerkonferenz
Die Bauministerkonferenz vereint die für Städtebau, Bau- und
Wohnungswesen zuständigen Ressortleitungen aller 16 Bundesländer. Sie berät und
beschließt zu grundsätzlichen Fragen des Wohnungswesens, des Städtebaus, des
Baurechts und der Bautechnik, unter anderem zur Musterbauordnung. Zudem bündelt
sie die Interessen der Länder gegenüber dem Bund und wirkt durch Stellungnahmen
und Beschlüsse auf politische Entscheidungsprozesse ein. Zentrales
Entscheidungsgremium ist die jährlich stattfindende Konferenz der Ministerinnen
und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren, an der regelmäßig auch die für
das Bauwesen zuständige Bundesministerin teilnimmt.
„Einfacher, schneller und kostengünstiger bauen“ – unter diesem großen Motto stand die 147. Bauministerkonferenz (BMK) am 20. und 21. November 2025 in Würzburg. Unter dem Vorsitz von Bayerns Bauminister Christian Bernreiter haben die für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Ministerinnen und Minister und Senatorinnen und Senatoren der Länder zwei Tage lang unterschiedliche Themen erörtert und Beschlüsse gefasst, um den Wohnungsbau zu stärken und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Erleichterungen beim Umbau im Bestand oder die weitere Entwicklung des Gebäudetyp E. Seitens des Bundes nahm Bauministerin Verena Hubertz an der Konferenz teil.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter und Vorsitzender der BMK: „Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist neben dem Neubau der Aus- oder Umbau im Bestand die zweite tragende Säule. Gerade bei alter Bausubstanz erschweren allerdings Abweichungen von aktuellen Anforderungen diese Vorhaben. Konkrete Erleichterungen etwa bei der Aufstockung oder dem Dachgeschossausbau sollen direkt in der Musterbauordnung geregelt und zusammengefasst werden. Damit entlasten wir vor allem die Planer massiv bei ihrer Arbeit. Auch der Gebäudetyp E hilft, Baukosten und Bürokratie zu senken, das zeigen sehr vielversprechende Beispiele wie etwa aus Bayern. Deshalb fordern wir hier eine zügige rechtliche Anpassung durch den Bund. Die BMK setzt sich zudem für einfachere Vergabeverfahren ein, um modulare Bauweisen besser zu nutzen.“
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Mit der Bauministerkonferenz senden wir ein klares Signal: Die Baukosten müssen runter. Bund und Länder packen das gemeinsam an. Ein wichtiger Schritt ist die ‚Plattform kostenreduziertes Bauen‘. Überall im Land gibt es kluge, günstige Bauideen. Wir bündeln sie, machen sie sichtbar und bringen sie in die Fläche. Mehr Austausch, mehr Wissen, mehr Effizienz. Ein weiterer Schritt ist der Gebäudetyp E. Weniger ist mehr: einfacher, schneller, günstiger bauen und ohne Qualitätsverlust. Erste Länder zeigen, dass es geht. Kompakte Grundrisse, sinnvoll eingesetzte Materialien, kein teurer Schnickschnack. Wir schaffen dafür jetzt die rechtlichen Grundlagen und starten einen breiten Dialog mit Ländern, Verbänden und Praktikern. Wir haben die Instrumente und wir haben den Willen, das Bauen in Deutschland einfacher und bezahlbarer zu machen. Jetzt gehen wir weiter, Schritt für Schritt zu mehr bezahlbarem Wohnraum."
Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg: „Wir stehen vor einer doppelten Aufgabe: Neubau wieder möglich zu machen und Klimaschutzanforderungen so auszurichten, dass sie bezahlbaren Wohnraum nicht ausbremsen. Die gemeinsame Plattform zum kostenreduzierten Bauen ist ein entscheidender Schritt. Erstmals entsteht eine bundesweite Struktur, die funktionierende Lösungen bündelt und föderales Schwarmwissen sichtbar und nutzbar macht. So vermeiden wir Doppelarbeit, stärken Kooperation und schaffen die Grundlage für skalierbare Einsparungen. Der Hamburg-Standard hat vorgerechnet, wie Einsparungen bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter möglich sind – solche Lösungen sollen nun deutschlandweit Anwendung finden. Auch im Rahmen des Verfahrens zum Affordable Housing Plan der EU sind die Belange des kostenreduzierten Bauens zu berücksichtigen. Genauso klar war heute unsere Botschaft zur Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD: Ohne eine tragfähige bundesgesetzliche Grundlage für ein digitales Gebäuderegister kann der Vollzug nicht starten. Zugleich setzen wir uns in Brüssel für Anpassungen ein, damit die Richtlinie nicht zu Fehlinvestitionen führt, die Mieten treiben und Klimawirkung kosten. Quartiers- und Flottenansätze müssen endlich Vorrang vor einer isolierten Gebäudeoptimierung bekommen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein Bau- und Wohnsystem, das innovationsfähig ist, Kosten senkt, Klimaschutz sinnvoll organisiert und Menschen wieder eine realistische Chance auf bezahlbaren Wohnraum gibt.“
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wir freuen uns, dass der Gebäudetyp E so kommt, wie die Bauministerkonferenz ihn aufgegleist hat. Nur das Sicherheitsrecht, wie die Länder es vorgeben, soll das Entscheidende für das Zivilrecht sein. Aber: Es gibt aus der Bauministerkonferenz die klare Erwartungshaltung, dass der Gebäudetyp E nicht wie von der Bundesregierung angekündigt, erst Ende 2026 in ein Gesetz gegossen und damit wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres 2027 umgesetzt wird. Hier braucht es mehr Tempo.“
Beschlüsse
Die Beschlüsse finden Sie auch auf der Homepage der BMK:
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Fotos: BMK (1), StMB (2,3)
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