16.03.2026 - Berlin
Der BTGA - Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V. hat die Ergebnisse seines Frühjahrsgutachtens 2026 "Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland" im Rahmen der Messe "Light + Building" vorgestellt. Die aktuellen Prognosen für den Nichtwohnbau und den großvolumigen Wohnungsbau zeigen: Die Branche der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) befindet sich in einer Übergangsphase zwischen Krise und Wachstum.
Nach einem schwierigen Jahr 2025 mit rückläufiger
Neubautätigkeit erwarten die TGA-Fachbetriebe für 2026 eine leichte
Stabilisierung. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet mit moderat
steigenden Auftragszahlen. Zugleich berichten viele Betriebe von einem Rückgang
stornierter oder verschobener Projekte - ein Signal für eine allmähliche
Marktberuhigung.
In dieser Übergangsphase kann ein ausgewogen ausgestaltetes Gebäudemodernisierungsgesetz wichtige Impulse setzen und sowohl die Bauwirtschaft als auch die Technische Gebäudeausrüstung stabilisieren und mittelständische Handwerksbetriebe und energieintensive Zulieferindustrien nachhaltig stärken.
Mit einem Umsatzvolumen von rund 90 Milliarden Euro und etwa 45.000 Beschäftigten spielt die TGA-Branche eine zentrale Rolle in der deutschen Bauwirtschaft. Für die Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung zählen der Nichtwohnbau und der großvolumige Wohnungsbau zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern.
In diesen Bereichen zeigte sich 2025 eine negative
Entwicklung: Die realisierten Neubauflächen gingen weiter zurück und lagen
deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Zwar entwickelten sich
Bestandsmaßnahmen wie Sanierungen, Wartungen und Instandhaltungen leicht
positiv, konnten die Einbußen im Neubau jedoch nicht vollständig kompensieren.
Das serielle Sanieren gewinnt für die TGA-Fachbetriebe zunehmend an Relevanz. Treiber dieser Entwicklung sind steigende Förderbewilligungen, eine gut gefüllte Projektpipeline und Initiativen der Wohnungswirtschaft zur Etablierung einer Rahmenvereinbarung für serielle Sanierungsprojekte. Hier eröffnen sich mittelfristig stabile Marktpotenziale.
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BTGA-Frühjahrsgutachten 2026 - Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland
Die Marktentwicklung in den primären Tätigkeitsfeldern der TGA-Fachbetriebe und Fachplaner zeigte im vergangenen Jahr 2025 erneut eine negative Entwicklung. Die erstellten Neubauflächen im großvolumigen Wohnungsbau und im Nichtwohnbau entwickelten sich rückläufig und lagen deutlich unter dem Ni-veau der Vorjahre. Bei Bestandsmaßnahmen wie Sanierungen, Wartungen und Instandhaltungen zeigte sich eine leicht positive Entwicklung, diese konnte die Rückgänge aus dem Neubau jedoch nicht vollständig kompensieren. Die von der B+L befragten Fachbetriebe berichten für das vergangene Jahr 2025 mehrheitlich von einer rückläufigen Auftragsentwicklung. Dabei fielen die Rückgänge jedoch weniger stark aus, als noch in den Jahren 2023 und 2024.
Bestandsmaßnahmen stellen für die TGA-Fachbetriebe anteilig das wichtigste Teilsegment dar. Den Fachbetrieben kommt hier eine zentrale Rolle bei der energieeffizienten Sanierung von Bestandsgebäuden zu. Hier ist auch politischen Handeln, insbesondere mit Blick auf Nichtwohnbaugebäude gefragt, denn der Gebäudesektor bleibt ein zentraler Treiber des deutschen Endenergieverbrauchs. Zwar konnte der Energieverbrauch und die damit einhergehen-den Emissionen im Gebäudesektor zuletzt reduziert werden, doch der Sektor verfehlte dennoch die Ziele aus dem Klimaschutzgesetz, da die Einsparungen zu gering ausfielen. Trotz erzielter Fortschritte ist die Klimarelevanz des Nichtwohnbaus und des großvolumigen Wohnungsbaus damit nach wie vor hoch. Die aktuellen Sanierungsquoten reichen nicht aus, um die Klimaziele für den Gebäudebestand zu erreichen.
Der Großteil der bei großvolumigen Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden verwendeten Energie entfällt auf die Produktion von Raumwärme. Vielfach wird dies nach wie vor mit fossilen Energieträgern umgesetzt. Hier bieten sich Marktchancen für die TGA-Fachbetriebe. Diese können allerdings nur genutzt werden, wenn die Rahmenbedingungen der energetischen Sanierung für die Investoren attraktiv sind und wieder stärker in den Gebäudebestand investiert wird.
Auch der Bereich des seriellen Sanierens wird zukünftig für die TGA-Fachbetriebe und die Branche an Bedeutung gewinnen. Steigende Förderbewilligungen, eine umfangreiche Projektpipeline und Bemühungen seitens der Wohnungswirtschaft eine Rahmvereinbarung für die serielle Sanierung zu etablieren, sind hier wesentliche Treiber. Insbesondere bei umfangreichen Quartierssanierungen ist die Expertise der TGA-Fachunternehmen und der Fachplaner in der nachhaltigen Umsetzung und Sanierung der technischen Gebäude-ausrüstung gefragt.
Die TGA-Fachbetriebe blicken leicht optimistisch auf das Jahr 2026 und erwarten einen leichten Anstieg der Aufträge. Die Mehrheit der befragten Unternehmen berichtet zudem von einem Rückgang bei stornierten und verschobenen Projekten.
Potenziale und Chancen bieten sich dabei primär im Bereich des Neubaus großvolumiger Wohngebäude und bei Bestandsmaßnahmen, gleichermaßen im Wohnbau und im Nichtwohnbau. Im Wohnbau spielen dabei auch die Fördermittel im Bereich des sozialen Wohnungsbaus eine Rolle. Hier zeigte sich in den Jahren 2024 und 2025 bereits ein Anstieg der Neubauaktivität und in den kommenden Jahren dürfte sich der geförderte Wohnungsbau noch dynamischer entwickeln. Im Nichtwohnbau wird sich der öffentliche Bau im Jahr 2026 positiver entwickeln als der gewerbliche Bau. Chancen bieten sich hier u.a. in den Bereichen Gesundheitsgebäude, Bildungseinrichtungen und bei Einrichtungen der Bundeswehr.
Die TGA-Branche befindet sich damit derzeit in einer Übergangsphase zwischen Krise und Wachstum. Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Marktsegmente erfordert eine zielgerichtete Strategie in der Beratung, Planung und Ausführung der Aufträge.
Der BTGA - Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V. vertritt die industriell ausgerichteten Unternehmen der Gebäudetechnik. Diese repräsentieren die TGA-Branche, die mit einem Jahresumsatz von rund 90 Milliarden Euro ein bedeutender Akteur im Bereich der Nichtwohngebäude und auch der Wohngebäude ist. Die Gebäudetechnik umfasst verschiedene Disziplinen von Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- und Elektrotechnik bis hin zur Regelungstechnik und Gebäudeautomation. Sie spielt daher eine wichtige Rolle für die deutsche Wirtschaft und den Klimaschutz. Zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Branche lässt der BTGA regelmäßig Frühjahrs- und Herbstgutachten durch die B + L Marktdaten GmbH erstellen.
Das Frühjahrsgutachten 2026 "Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland" ist hier verfügbar:
https://www.btga.de/positionen-fruehjahrs-herbst-gutachten/
BTGA-Frühjahrsgutachten 2026 - Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland
Quelle und Fotos: BTGA - Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V.
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