16.04.2026 - Berlin
Expertinnen und Experten diskutierten zu Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz im Ingenieurbüro während der digitalBAU 2026 am 26. März auf dem Forum der Bundesingenieurkammer. Künstliche Intelligenz wird das Bauingenieurwesen grundlegend verändern, weil sie u. a. komplexe Datenmengen schnell auswertbar macht und Routineaufgaben automatisiert werden können. So können Planungsprozesse beschleunigt und fundiertere Entscheidungen getroffen werden.
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Michael A. Kraus führte mit seinem Impulsvortrag „KI in Planungsbüros - eine paradigmatische Einordnung“ fundiert in das Thema ein. Mittels KI würde künftig das Planen, Entwerfen und Bauen dadurch verbessert, dass zum Fachwissen von Ingenieurinnen und Ingenieuren die Künstliche Intelligenz die Daten und das Lernen aus Daten beisteuert:
„Moderne KI in der Planung bedeutet aktive, autonom agierende Agenten statt passiver Numerik-Software. Die Frage ist nicht, ob wir als Planende noch gebraucht werden - sondern wie wir unsere Rolle in einer zunehmend automatisierten Welt gestalten. Wir - Forschung, Praxis und Gesellschaft - müssen jetzt zusammen die Weichen in Lehre und Weiterbildung, Forschung und Praxis - aber auch Berufsverbänden - dafür stellen, dass eine geordnete Einführung dieser Technologie im Sinne der Baufachlichen Paradigmen erfolgt.“
Anschließend diskutierten zum Thema auf dem Podium unter Moderation von Dipl.-Ing. Marcel Kaupmann von der Bundesingenieurkammer: Anna Heimrath, Leitung BIM + Konstruktion bei Bollinger+Grohmann, Ljuba Tascheva, Design Technology bei Bollinger+Grohmann, Prof. Michael Kraus, Lehrstuhl für Baustatik an der TU Darmstadt und Gesellschafter des Ingenieurbüros ZM-I und Markus Kramer, Inhaber des Ingenieurbüros Kramer für Tragwerksplanung und Vorsitzender des Arbeitskreises Digitalisierung der Bundesingenieurkammer.
Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass Ingenieurbüros durch den KI-Einsatz ihre Projekte künftig nachhaltiger und wirtschaftlicher umsetzen und sich so Vorteile im Wettbewerb schaffen können. Zudem wären auch neue Geschäftsmodelle möglich. Am Ende muss aber immer eine Ingenieurin oder ein Ingenieur die Ergebnisse bewerten und dafür die Verantwortung sowie entsprechende Haftungsrisiken übernehmen.
Eine zentrale Herausforderung bleibe die Verfügbarkeit und Qualität von Daten. Ohne strukturierte, valide und ausreichend große Datensätze könne Künstliche Intelligenz ihr Potenzial nicht entfalten. Zur Überwindung von Vorbehalten beim Teilen von Daten und Ängsten vor „Wissensabfluss“ müsse das Überwiegen der Vorteile für alle Beteiligten transparent vermittelt werden. Aus einer für viele zugänglichen Datenbasis zögen alle Beteiligten unterm Strich stets einen Mehrwert.
Als Fazit beschrieben alle Podiumsgäste in Beantwortung der Eingangsfrage KI im Ingenieurbüro primär als Chance - deren Nutzung sei ohnehin unvermeidbar und daher auch Pflicht.
Im Publikum verfolgten ca. 100 interessierte Personen die Veranstaltung - unter ihnen auch mehrere Mitglieder der Studierendeninitiative START.ING der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Paul Mumm-Malbranc mit Mittelstand GPT den von ihm mitentwickelten „ersten KI-Chatbot für Bauingenieure“ vor.
Antrieb war seine Bachelorarbeit „Künstliche Intelligenz in der Planungsbranche“ und die Erkenntnis, dass für kleine bis mittelgroße Büros ChatGPT zu allgemein und Individuallösungen zu aufwendig seien. Ziel war eine unkomplizierte, bezahlbare KI, die denkt wie ein Ingenieur u. a. für Protokollierung, Arbeit mit Normen und Kostenschätzungen.
Die vierte Ausgabe der digitalBAU - Fachmesse für digitale Lösungen im Bauwesen – erreichte das erfolgreichste Ergebnis seit Start im Jahr 2020. An drei Messetagen präsentierten 300 Aussteller Lösungen und Produkte rund um das Digitale Planen, Bauen und Betreiben. Rund 11.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich über Neuheiten und Trends aus dem Bereich Bausoftware und nahmen an den zahlreichen Fachveranstaltungen teil.
Die Bundesingenieurkammer hat im Jahr 2025 ein Positionspapier zur Verantwortung von Ingenieurinnen und Ingenieuren im Zeitalter vonKünstlicher Intelligenz veröffentlicht. Markus Kramer, Vorsitzender des Arbeitskreises Digitalisierung der Bundesingenieurkammer, betont: „KI-basierte Systeme können mächtige Werkzeuge für schnelle und effiziente Lösungen in Planungsbüros sein.“
Quelle und Fotos: Deutsches Ingenieurblatt / Bundesingenieurkammer
Vertiefungsworkshop für Texten mit Künstlicher Intelligenz (KI)
06.05.2026 09:00 - 12:00 Uhr Online W2624
Digitalisierung & KI für mittelständische Unternehmen: Praxisnaher Einstieg für Ingenieurbüros
24.06.2026 - 08.07.2026 Online W2628
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