15.05.2026 - Grafing
Experimentelles Bauen trifft bezahlbaren Wohnraum! Zum ersten Mal baut die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim GmbH Wohnungen nach dem Gebäudetyp-e. In Grafing war Ende April Spatenstich für 57 einkommensorientiert geförderte Wohnungen, bei denen überzogene Baustandards gezielt reduziert werden, um Baukosten zu senken und Bürokratie abzubauen. Dafür stellt der Freistaat 17,7 Mio. Euro aus der Wohnraumförderung bereit.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter zeigte sich begeistert: „Der Gebäudetyp-e zeigt, wie vorhandene Spielräume praktisch genutzt werden können. In Grafing setzt die BayernHeim etwa auf serielles Bauen und arbeitet mit zwei sich wiederholenden Gebäudetypen. Dabei kommen auch vorgefertigte Bauelemente zum Einsatz, in denen zum Beispiel Bäder und Toiletten als komplett ausgestattete Raummodule vorgefertigt werden. Der Freistaat wird auf dieser Baustelle eindrucksvoll zeigen, was alles möglich ist, wenn man sich beim Bau auf das Wesentliche konzentriert. Ich erwarte mir hier 15 bis 20 Prozent Einsparung bei den Bauwerkskosten im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise.“
Das Projekt der BayernHeim in der oberbayerischen Stadt Grafing ist eines von 19 bayerischen Pilotprojekten im Modellvorhaben Gebäudetyp-e. Der Freistaat stellt für die 57 einkommensorientiert geförderten Wohnungen 17,7 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung bereit.
Das Baugrundstück hat die BayernHeim von der Stadt im Erbbaurecht erworben. Die Belegungsbindung von 55 Jahren sichert dabei langfristig niedrige Mieten. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 geplant.
„Der Baunova Bayern geht es um Lösungen, die wirken: ‚E‘ wie einfacher bauen, effizienter bauen und dennoch eindrucksvoll bauen. In Grafing bringen wir das mit einem der 19 Pilotprojekte zum Gebäudetyp-e auf den Punkt“, betont Kristina Frank, Geschäftsführerin der Baunova Bayern GmbH.
„Mit Projekten wie diesem hier in Grafing schafft der Freistaat gezielt selbst kostengünstigen Wohnraum“, so Bernreiter. „Unter dem Dach der Baunova haben wir derzeit 19.600 Wohnungen im Bestand und rund 5.300 im Bau. Im Doppelhaushalt 2026/27 sind außerdem insgesamt 3,6 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung vorgesehen. Das ist absoluter Rekord!“
Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim GmbH plant in der Aiblinger Straße in Grafing den Bau von fünf Wohngebäuden in Holzhybridbauweise. Die Gebäude sollen insgesamt etwa 57 Wohneinheiten unterschiedlicher Größen bieten, die gemäß den Bestimmungen der bayerischen Wohnraumförderung (Förderung von Mietwohnungen) vermietet werden.
Die Grundrissgestaltung verfolgt das Ziel einer seriellen Bauweise mit kompakten Gebäudekörpern sowie flächeneffizienten Grundrissen und Erschließungen. Bauphysikalisch und schallschutztechnisch abgestimmte, kompakte Wandaufbauten mit Sichtoberflächen ohne Vorsatzschalen reduzieren die Konstruktionsfläche, Bauzeiten und Kosten.
Übereinanderliegende Modulbäder mit integrierten Küchenanschlüssen fungieren als zentrale Technikbereiche. Sie ermöglichen kurze Leitungswege und minimieren die Anzahl notwendiger Steigstränge.
Durch anteilige oberirdische Stellplätze, ein Mobilitätskonzept sowie ein auf die Tiefgaragenstellplätze abgestimmtes Gebäuderaster kann die Tiefgarage minimal gehalten werden.
Das grundsätzliche Ziel war der Verzicht auf zusätzliche Unterkellerungen. Die Abstellräume werden daher im Dachraum untergebracht, der durch die Vorgaben des Bebauungsplans, im Satteldach zur Verfügung steht.
Auf weitere Unterkellerung kann verzichtet werden, indem die Technikräume in den Erdgeschossgrundrissen integriert sind; der Elektroanschluss (ELT) und ein absperrbarer Verteilerschrank befinden sich im Kinderwagenraum.
Im Bereich Schallschutz wird zugunsten eines reduzierten Bodenaufbaus im Dachgeschoss eine zeitliche Nutzungseinschränkung des Dachbodens (6:00–22:00 Uhr) vorgesehen.
Zur weiteren Optimierung werden Steckdosen reduziert, auf Netzwerk- und Multimediadosen verzichtet und stattdessen WLAN genutzt. Lichtschalter werden teilweise als Funkschalter ausgeführt; Steckdosen befinden sich als Sockelsteckdosen in der Fußleiste, wodurch Schlitzarbeiten und Vorwandinstallationen entfallen.
Statt einer standardisierten Fußbodenheizung kommen Kompaktheizkörper in den Wohnungen zum Einsatz. In den Treppenhäusern werden keine Heizkörper vorgesehen.
Rollläden im Erdgeschoss zur Sichtabschirmung werden durch ein Vegetationskonzept ersetzt; außenliegende Verschattung kann aufgrund der Sonnenschutzverglasung entfallen.
Dem Ansatz des wirtschaftlichen Bauens wird in diesem Projekt vor allem durch eine konsequent kostenoptimierte Planung, reduzierte Bauteilaufbauten und serielle Strukturen Rechnung getragen. Die Wiederholung der Haussystematik, sowie der hohe Vorfertigungsgrad, spielen eine essenzielle Rolle.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Fotos: StMB / Bayernheim GmbH (1,2), Visualisierungen: Bayernheim GmbH, B&O Bau Bayern GmbH, DWA GmbH | David Wolfertstetter Architektur (3,4)
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