02.06.2026 - Rosenheim
Holz im Infrastrukturbau? Was lange als Nischenlösung galt, wird zunehmend zur ernsthaften Alternative - selbst für hochbelastete Anwendungen wie Verkehrszeichenbrücken über Autobahnen. Im Forschungsprojekt „TTS-Bridge“ wurde an der TH Rosenheim erstmals eine solche Konstruktion aus Brettschichtholz bis zur Ausführungsreife entwickelt. Das Ziel: energieintensive Materialien wie Stahl oder Aluminium zu ersetzen - bei gleichzeitig hoher Dauerhaftigkeit.
Herausforderungen:
Lösungen:
Monitoring als Schlüssel:
Zentrale Erkenntnis:
Fazit:
Im Rahmen des Projektes wird eine Verkehrszeichenbrücke aus Holz konstruktiv durchgebildet. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Erarbeitung geeigneter Monitoring- und Überwachungssysteme zur Erfassung des Tragverhaltens. Des Weiteren erfordert die Lage der Verkehrszeichenbrücke, im direkt bewitterten Außenbereich und mit hohem Tausalzeintrag, auf den konstruktiven Holzschutz mit entsprechender Wahl verwendeter Holzarten besonders zu achten.
Durch die langfristige Bindung von CO2-Emissionen und die Substitutionseffekte kann Bauen mit Holz nachweislich als Schlüsseltechnologie zur Begegnung der globalen Klimaerwärmung avancieren (Churkina et al. 2020).
Die Stärkung der Innovationskraft der bayerischen Wirtschaft in diesem Bereich bietet die Chance, zusammen mit anderen Holzbauländern eine starke Rolle beim Bauen mit Holz als aktiven und effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu übernehmen, erfordert aber eine stetige Weiterentwicklung zum Ausbau und Stärkung dieser Position.
Insbesondere durch Verkehrszeichenbrücken aus Holz als grünes Leitbild der Verkehrsinfrastruktur kann der breiten Öffentlichkeit die Leistungsfähigkeit des Baustoffes Holzes eindrucksvoll vor Augen geführt werden.
Im Rahmen des Kleinprojektes entwickeln die Projektpartner in enger Zusammenarbeit eine alternative Ingenieurholzbaukonstruktion zu den seit Jahrzehnten verwendeten Verkehrszeichenbrücken aus Stahl oder Aluminium. Verkehrszeichenbrücken aus Holz sollen langfristig zu einer Transformation von primärenegieintensiven Baustoffen, hin zur Verwendung nachhaltig und regional produzierter Konstruktionen in Infrastrukturbauwerken beitragen.
Der fortschreitende Entwicklungsprozess im Holzbau bietet der bayerischen Holzbaulandschaft herausragende Möglichkeiten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der allgemeinen Akzeptanz des Holzbaus in der breiten Öffentlichkeit.
Die Projektbearbeitung gliedert sich in 6 Arbeitspakete (AP), wobei Projektmanagement und Literaturrecherche/Grundlagenermittlung nicht als eigenes AP deklariert werden.
Deutschlandweit existiert noch keine Verkehrszeichenbrücke aus dem vorwiegenden Baustoff Holz. Dieses Projekt ist daher ein Schritt, den nachwachsenden Rohstoff Holz verstärkt auch im bislang dafür unbeachteten Bereich des Infrastrukturbaus einzusetzen. Innovativ entwickelte Verbundquerschnitte (z.B. Brettschichtholzhybridträger aus Lärche oder Robinie und Fichte sowie auf den baulich-konstruktiven Holzschutz abgestimmte Detailausbildungen und Abdeckungen) sollen den Anforderungen des Straßenerhalters hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Wartungsintensität und Dauerhaftigkeit genügen.
Die angepasste Querschnittswahl wird durch die Identifizierung geeigneter Datenerfassungssysteme für klimatische und materialinhärente Umgebungs- und Randbedingungen ergänzt. Jene Erfassungssysteme bilden die Basis für eine tiefergehende Entwicklung verbesserter und effizienterer Konstruktionen sowie für eine Abschätzung der möglichen Nutzungsdauer, z.B. nach dem Dose-Response-Modell nach Brischke C et al. (2019).
Projektleitung
Dr. Sebastian Hirschmüller
T +49 (0) 8031 / 805 - 2477
Sebastian.Hirschmueller[at]th-rosenheim.de
Teilprojektleitung
Prof. Dr. Johann Pravida
T +49 (0) 8031 / 805 - 2387
johann.pravida[at]th-rosenheim.de
Projektmitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Matthias Mangertseder
T +49 (0) 8031 / 805 - 2859
matthias.mangertseder[at]th-rosenheim.de
Leo Wehner
leo.wehner[at]th-rosenheim.de
Projektdauer
01.12.2023 - 31.01.2025
Projektpartner
GROSSMANN Bau GmbH & Co. KG
Projektförderung
LWF Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Quelle: Technische Hochschule Rosenheim, Fotos und Visualisierungen: Dr. Sebastian Hirschmüller / TH Rosenheim, Symbolbild: allegra47 / Adobe Stock
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