08.06.2026 - Berlin
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 1. Juni 2026 erstmals seinen Monitoringbericht zum Mittelabfluss des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität vorgelegt. Der Bund setzt damit auf mehr Transparenz gegenüber Wirtschaft und Bevölkerung. Die Investitionskontrolle soll helfen, Fehlentwicklung früh zu adressieren. Kernstück ist ein öffentlich zugängliches Dashboard, das den Einsatz der Mittel künftig nachvollziehbarer machen soll.
Dem Monitoringbericht zufolge wurden 2025 insgesamt 24 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ausgezahlt. Geplant waren ursprünglich 37,2 Milliarden Euro. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums ist die geringere Inanspruchnahme vor allem auf die späte Schaffung der rechtlichen und haushälterischen Voraussetzungen zurückzuführen.
Von den ausgezahlten Mitteln entfielen 14 Milliarden Euro auf die Bundessäule und 10 Milliarden Euro auf den Klima- und Transformationsfonds. Die Investitionsausgaben des Bundes stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent. Schwerpunkte waren unter anderem die Schieneninfrastruktur, die Erhaltung von Brücken und Tunneln, Investitionen in Krankenhäuser sowie Maßnahmen zur Digitalisierung und zum Breitbandausbau.
Mit dem neuen Monitoring will das Finanzministerium die Wirkung der Investitionen systematisch erfassen und regelmäßig bewerten. Dafür sollen künftig Kennzahlen zu Mittelabfluss, Projektfortschritt und wirtschaftlichen Effekten veröffentlicht werden. Nach Angaben des Ministeriums geht das Konzept deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und orientiert sich an internationalen Standards einer wirkungsorientierten Haushaltssteuerung.
Das ergänzende Dashboard soll die Entwicklung der Investitionen fortlaufend sichtbar machen und Bürgerinnen und Bürgern, Parlament sowie Fachöffentlichkeit einen transparenten Einblick in die Verwendung der Mittel ermöglichen. Ziel ist es, die Umsetzung der Investitionsoffensive nachvollziehbar zu dokumentieren und bei Bedarf frühzeitig nachzusteuern.
Download und weitere Informationen
Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen vom 01.06.2026
Mit dem 500 Milliarden-Investitionspaket geht die Bundesregierung das an, was jahrelang vernachlässigt wurde: Der Investitionsstau der letzten 20 Jahre wird überwunden. 2027 wird nach 2025 und 2026 das dritte Jahr in Folge mit Rekordinvestitionen. Die Investitionen sind ein Beitrag dazu, dass Deutschland stärker, aber auch gerechter wird: etwa durch mehr Chancengleichheit durch bessere Bildung und Betreuung, bessere Verkehrsanbindungen und modernen Wohnungsbau. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat kürzlich bestätigt, dass durch das Sondervermögen mehr als je zuvor in Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz investiert wird.
Die effiziente und transparente Verwendung der Mittel aus dem Investitionspaket hat für das Bundesfinanzministerium (BMF) höchste Priorität. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) ist ein Generationenprojekt. Maßnahmen aus dem SVIK können über 12 Jahre bewilligt werden. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen, Investoren und internationale Finanzmärkte sollen transparent nachvollziehen können, wie die Mittel eingesetzt werden und welche Wirkung sie erzielen. Zudem will die Bundesregierung das Sondervermögen aktiv steuern, um durch effiziente und effektive Verwendung der Mittel schnelle Verbesserungen bei der Infrastruktur und Wachstumseffekte zu erzielen.
Am 1. Juni 2026 hat das BMF den ersten Monitoringbericht zum SVIK für das Jahr 2025 an den Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestags übersendet.
Der Bericht steht hier als Download zur Verfügung.
Zudem hat das BMF auf bundeshaushalt.de
ein Monitoring-Dashboard zu Fortschritt und Wirkung des Sondervermögens
veröffentlicht, auf dem die wichtigsten Daten aus dem Bericht sowie
aktuelle titelscharfe Mittelabflüsse mit Stichtag 30. April 2026
aufbereitet sind. Auch die Daten und Mittelabflüsse der Ländersäule des SVIK sind in einem Länder-Dashboard abrufbar. Dieses Dashboard wird stets aktuelle Daten öffentlich verfügbar machen.
Kern des Monitorings ist ein neu entwickeltes und bereichsübergreifendes Fortschritts- und Wirkungsmonitoring für die Investitionen aus der Bundessäule des SVIK, die das BMF in Abstimmung mit den beteiligten Ressorts entwickelt und umgesetzt hat. Das Monitoring folgt internationalen Standards und wendet die Grundsätze der ziel- und wirkungsorientierten Haushaltsführung an. Mit dem Monitoring wird transparent berichtet, welche Ziele mit den Mitteln des SVIKs erreicht werden sollen, wie weit die Investitionen sind und wo gegebenenfalls nachgesteuert werden muss.
Die Verantwortung für die effiziente und zielgenaue Mittelverausgabung des SVIK liegt bei den jeweiligen Ressorts und den Bundesländern beziehungsweise Kommunen. Die Daten und Meilensteine für das Monitoring der jeweiligen Titel des Sondervermögens stammen von den bewirtschaftenden Ressorts.
Mit dem Monitoring des Sondervermögens setzt die Bundesregierung einen neuen Standard in Transparenz und Nachvollziehbarkeit öffentlicher Investitionen. Das Monitoring wird fortlaufend weiterentwickelt und soll stetig um zusätzliche Elemente erweitert werden.
Der Monitoringbericht zeigt, dass die zusätzlichen Investitionen des SVIK die Wirtschaft stärken. Einer ersten Abschätzung zufolge dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt rund ½ Prozent höher ausfallen als ohne die Ausgaben des SVIK. Gerade in dem von Krisen geprägten internationalen Umfeld durch den Iran-Krieg, durch den anhaltenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und internationale Handelskonflikte stabilisieren die Investitionen Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Ohne die bereits umgesetzten finanz- und wirtschaftspolitischen Impulse würde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr nahezu stagnieren.
Auch der Sachverständigenrat hat in seinem Frühjahrsgutachten betont, dass das SVIK derzeit wesentlich zu Verhinderung von Stagnation und zur Sicherung von Beschäftigung beiträgt.
Der Monitoringbericht zeigt auch, dass die Umsetzung des SVIK im Jahr 2025 erst begonnen hat: Etwa zwei Drittel der Titel des SVIK, die im Jahr 2025 mit Investitionsmitteln ausgestattet waren, waren zu Ende 2025 in der Planungsphase, ein Drittel befand sich in der Umsetzungs- oder Betriebsphase. Insgesamt zeigt sich allerdings, dass mehr Tempo bei der Umsetzung notwendig ist.
Das Monitoring zeigt Minderausgaben des SVIK im Jahr 2025 von 13,3 Mrd. Euro im Vergleich zur Planung. Dies konzentriert sich neben den noch nicht abgeflossenen Mitteln an die Länder auf weitere zentrale Titel. Für die Ländermittel wurden erst Ende 2025 die nötigen verwaltungsrechtlichen Voraussetzungen geschlossen, zudem erfolgt die Abrechnung nach einem anderen Mechanismus als im Bund und damit verzögert. Daneben konzentrieren sich die Minderausgaben vor allem auf die Titel „Unterstützung des flächendeckenden Breitbandausbaus“ (BMDS) mit Minderausgaben von 1,6 Milliarden Euro und „Ausrüstung der deutschen Infrastruktur mit dem Europäischen Zugsicherungssystem“ (BMV) mit Minderausgaben von 1,3 Milliarden Euro.
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass Ende 2025 bereits erste Fortschritte und Wirkungen zu erkennen sind. Bei den Investitionen in den Wohnungsbau wurden unter anderem Ziele für die ausgelösten Gesamtinvestitionen und die erzielten Einsparungen bei Treibhausgasemissionen überwiegend erreicht. Auch im Bereich Digitalisierung sind erste Fortschritte in Form von Pilotprojekten zu verzeichnen, die auf eine zügige Umsetzung der Investitionen hindeuten. Das Monitoring umfasst auch Beispielprojekte wie eine Abwasserwärmepumpe in Tübingen aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze oder das Projekt Quantencomputing: „1000 Qubits – 100 Anwendungen“.
Insgesamt zeigen die Investitionsbereiche Energieinfrastruktur, Forschung und Entwicklung und Verkehrsinfrastruktur die niedrigsten Fortschritts- und Wirkungskennzahlen für das Jahr 2025. Hier muss nun schneller von der Planung in die Umsetzung gegangen werden.
Für 2026 erwartet das BMF deutliche Fortschritte bei den für die Investitionen der Ressorts festgelegten Meilensteinen. Die Meilensteine dienen als Frühwarnindikatoren, aus denen frühzeitig Umsetzungshemmnisse abgeleitet werden können. Die aktuellen Mittelabflüsse zum Stand 30. April 2026 zeigen, dass im Jahr 2026 bisher rund 11,2 Mrd. Euro von den insgesamt 39,7 Mrd. Euro für 2026 aus der Bundessäule des SVIK abgeflossen sind. Das entspricht 28 Prozent der für 2026 veranschlagten Mittel.
Das Monitoring dient dem BMF auch als Grundlage zur Nachsteuerung im Sondervermögen. So wird im Bundesfinanzministerium aktuell ein Bonus-Malus System entwickelt, das Anreize für eine schnelle und wirksame Umsetzung setzen und dort, wo Mittel nicht die gewünschte Wirkung erzielen, Möglichkeiten zur Nachsteuerung geben soll.
Quellen: Bundesministerium der Finanzen (BMF), Bundesingenieurkammer (BIngK), Grafik: BIngK
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