12.06.2026 - Berlin
Die Bauindustrie fordert einen verlässlichen Gesamtfinanzierungsansatz für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes. Straße, Schiene und Wasserstraße müssten dauerhaft leistungsfähig gehalten und über Legislaturperioden hinweg planbar finanziert werden. „Unsere Verkehrsinfrastruktur ist Standortfaktor, Lebensader und Wettbewerbsgrundlage zugleich. Wer Wertschöpfung, Logistik, Pendlerverkehre und internationale Anbindungen sichern will, darf die Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen, sondern muss sie als zusammenhängendes System begreifen“, so Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie.
Der Investitionsbedarf ist enorm: Für die Jahre 2025 bis 2030 wird ein kumulierter Bedarf von mehr als 600 Milliarden Euro beziffert. Zugleich sinkt die reale Investitionskraft seit Jahren, weil nominal steigende Budgets durch Baupreissteigerungen aufgezehrt werden. Politische Rekordsummen allein reichen deshalb nicht aus. Entscheidend ist, was preisbereinigt tatsächlich auf Baustellen ankommt. „Das Sondervermögen kann einen wichtigen Modernisierungsschub leisten. Es ist aber keine Dauerlösung. Wir brauchen jetzt die politische Entscheidung für eine dauerhaft abgesicherte, überjährige Finanzierung aller Verkehrsträger des Bundes – damit nach dem Auslaufen des Sondervermögens kein neuer Investitionsabfall droht“, so Müller.
Der Vorschlag der Bauindustrie fußt auf einem integrierten Gesamtfinanzierungsansatz mit verkehrsträgerbezogenen Finanzierungskreisläufen. Einnahmen aus einem Verkehrsträger sollen grundsätzlich in dessen Infrastruktur reinvestiert und durch Haushaltsmittel ergänzt werden.
Da Straße, Schiene und Wasserstraße bislang strukturell unterfinanziert sind, löse eine politische Umverteilungsdiskussion zwischen den Verkehrsträgern das Problem nicht. Notwendig seien vielmehr verlässliche Finanzierungsinstrumente für jeden Verkehrsträger.
Zusätzlich müsse privates Kapital stärker mobilisiert werden – ohne Haushaltsmittel zu ersetzen.
„Das große Aber: Mehr Geld allein wird nicht reichen. Um die marode Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, muss das Geld auch effizient eingesetzt werden – Stichwort Partnerschaftliche Verträge, Lean-Management, funktionale Ausschreibungen und ein Mehr an Digitalisierung in der Projektabwicklung. Nachträge, Kosten- und Zeitüberschreitungen können wir uns einfach nicht mehr leisten. Mit neuen Produktionsmethoden, Digitalisierung und Ingenieurs-Know-how können wir einfach und ressourcenschonender bauen“, betont Müller.
Die Bauindustrie appelliert an die Bundesregierung, das Sondervermögen als Einstieg in eine neue Finanzierungslogik zu nutzen. Ziel müsse eine dauerhafte, überjährige und preisrobuste Verkehrswegefinanzierung sein, die Investitionen planbar macht, Mittel effizient einsetzt und den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt.
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Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., Foto Titelbild: © Deutsche Bahn AG / Kilian Müller, mit KI-Unterstützung optimiert
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