12.06.2026 - Berlin
Deutschland steht vor der Aufgabe, seine Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren umfassend zu modernisieren, zu sanieren und auszubauen. Mit den zusätzlichen Investitionsmitteln sind wichtige finanzielle Voraussetzungen geschaffen worden. Nun kommt es darauf an, diese Mittel schnell und wirksam in konkrete Projekte zu überführen. Dazu hat der VBI jetzt ein neues kompaktes Positionspapier veröffentlicht.
In dem neuen Positionspapier formuliert der Verband zentrale Anforderungen an die künftige Infrastrukturpolitik und zeigt auf, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Infrastrukturprojekte schneller, effizienter und verlässlicher umzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Schaffung langfristig planbarer Rahmenbedingungen, eine dauerhaft verlässliche Finanzierung sowie die Optimierung von Projektabwicklung und Kommunikation. Aus Sicht des VBI müssen diese Handlungsfelder gemeinsam betrachtet werden, damit die anstehenden Investitionen ihre volle Wirkung entfalten können.
Mit dem Positionspapier bringt der Verband die Perspektive der Beratenden Ingenieure in die aktuelle politische Debatte ein. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine leistungsfähige, moderne und zukunftsfähige Infrastruktur zu stärken und die Umsetzung dringend benötigter Projekte zu beschleunigen.
Das Positionspapier wurde anlässlich des Verkehrspolitischen Sommerempfangs des VBI am 10. Juni 2026 veröffentlicht.
Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz ist ein wichtiger Schritt zur Beschleunigung, reicht jedoch allein nicht aus. Um Prozesse nachhaltig zu beschleunigen, müssen weitere Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem die Ausweitung der Genehmigungsfiktion, damit Verfahren schneller abgeschlossen und Projekte zügiger realisiert werden können. Ebenso sollte ermöglicht werden, dass Ersatzneubauten in Ihrer Geometrie und Ausstattung deutlich von den ehemaligen Konstruktionen abweichen können und trotzdem beschleunigt zu genehmigen sind. Klare Stichtagsregelungen sowie Maßnahmengesetze sind unerlässlich, um Beschleunigung zu erreichen und zusätzliche Planungssicherheit zu schaffen.
Für eine leistungsfähige Infrastrukturentwicklung sind verlässliche und langfristig planbare Rahmenbedingungen maßgeblich. Programme wie das Partnerschaftsmodell Schiene müssen kontinuierlich fortgeführt werden, um das Vertrauen in stabile politische Entscheidungen zu stärken. Langfristige Planbarkeit und angemessene Vergütung sind Voraussetzungen dafür, dass junge hochqualifizierte Schulabsolventen sich für die technischen Berufe unserer Branche entscheiden und Unternehmen Kapazitäten aufbauen, Fachkräfte sichern und Investitionen tätigen können. Gleichzeitig darf neben der Sanierung bestehender Infrastruktur auch der notwendige Aus- und Neubau nicht aus dem Blick geraten.
Eine klare und langfristig gesicherte Finanzierungs-perspektive ist die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Das Sonder-vermögen sollte konsequent und zielgerichtet genutzt werden. Die schnelle und nachhaltige Bereitstellung notwendiger Investitionen sowie die Planbarkeit der finanziellen Mittel über Legislaturperioden hinaus sind von zentraler Bedeutung. Die Verstetigung einer inflationsbereinigten Mittelzuwendung ist hierzu zwingend. Die Möglichkeit zur überjährigen Nutzung von bereitgestellten Mitteln und die Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH würden hierzu ebenso beitragen. Gleichzeitig braucht es eine Novellierung der HOAI, um den gestiegenen Anforderungen an Planung und Projektumsetzung gerecht zu werden.
Ausschreibungen und Vergaben müssen klar, digital, transparent und eindeutig gestaltet werden, um Missverständnisse und Verzögerungen zu vermeiden. Änderungen während laufender Projekte sind möglichst zu vermeiden, da sie erhebliche Auswirkungen auf Zeitpläne und Kosten haben. Mehrfachprüfungen müssen vermieden und erfahrenes Personal gezielt in Schlüsselprojekten eingesetzt werden. Die konsequente Nutzung digitaler Methoden wie BIM bietet zusätzlich großes Potenzial, Prozesse effizienter zu gestalten. Auch nach außen muss die Kommunikation optimiert werden, um Akzeptanz zu schaffen und erfolgreiche Projekte sichtbarer zu machen.
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Voraussetzungen für eine erfolgreiche Infrastrukturentwicklung
Quelle und Grafiiken: VBI, Foto: Slo / iStock
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