18.08.2026 - Wiesbaden
Im Juni 2026 wurde in Deutschland der Bau von 21.600 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 13,8 % oder 2.600 Baugenehmigungen mehr als im Juni 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 14,1 % oder 2.200 auf 17.800. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,1 % oder 400 auf 3.900.
Baugenehmigungen im Neubau im 1. Halbjahr 2026 zum Vorjahreszeitraum:
Im gesamten 1. Halbjahr 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden erteilt. Das waren 15,1 % oder 16.600 Wohnungen mehr als im 1. Halbjahr 2025.
Stärker war die Zahl der Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zuletzt im Jahr 2016 gestiegen (+30,4 % oder +42.700 auf 182.800 Wohnungen im 1. Halbjahr 2016).Allerdings erfolgte der aktuelle Anstieg vom niedrigen Niveau der ersten sechs Monate der Jahre 2024 und 2025 (106.700 bzw. 109.800 Wohnungen). Einen ähnlich niedrigen Wert hatte es zuvor im 1. Halbjahr 2011 (108.600 Wohnungen) gegeben.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 103.100 Wohnungen genehmigt, das waren 15,8 % oder 14.100 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,7 % (+2.700) auf 24.000. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 27,3 % (+1.700) auf 7.700 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 67.000 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 16,9 % (+9.700) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen veränderte sich dagegen mit +0,9 % auf 4.400 Wohnungen (+40) nur leicht.
In neuen Nichtwohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 2.400 Wohnungen (+42,7 %; +700) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 20.800 Wohnungen genehmigt, das waren 9,2 % oder 1.800 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Quelle und Grafik: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Verena Hubertz zu den Baugenehmigungszahlen: Wohnungsbau kommt zurück
Zu
den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten
Baugenehmigungszahlen im ersten Halbjahr 2026 erklärt Verena Hubertz,
Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen:
„Dreizehn Monate in Folge steigende Genehmigungszahlen und ein Plus von
gut 15 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025: Der Wohnungsbau kommt
zurück. Das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis zielgerichteter
Politik. Der Bau-Turbo nimmt Fahrt auf, unsere Förderprogramme werden
breit angenommen und das Upgrade des Baugesetzbuchs steht in den
Startlöchern. Zugleich sage ich klar: Wir kommen von einem niedrigen
Niveau, und wir sind noch längst nicht dort, wo dieses Land beim
Wohnungsbau stehen muss. Genau deshalb legen wir nach: mit einem
massiven Mitteleinsatz für den sozialen Wohnungsbau, dem weiteren Abbau
von Bürokratie und der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes
für mehr bezahlbaren Wohnraum."
Baugenehmigungen weiter im Plus - Handlungsdruck bleibt hoch
Die heute vom Statistischen
Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im Juni 2026
im Bauhauptgewerbe für die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten
kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband
Deutsches Baugewerbe:
"Der Wohnungsbau zeigt erste Anzeichen einer leichten Erholung. Von
einer Trendwende sind wir aber noch weit entfernt. Im Juni wurden 21.600
Wohnungen genehmigt, 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im ersten
Halbjahr 2026 summiert sich die Zahl damit auf 126.300 genehmigte
Wohnungen - ein Plus von 15,6 Prozent.
Das ist ein Hoffnungsschimmer, aber noch kein Durchbruch. Denn während
die Genehmigungszahlen steigen, werden gleichzeitig wieder mehr Projekte
storniert. Laut aktueller ifo-Umfrage berichten inzwischen 13,1 Prozent
der Unternehmen von stornierten Vorhaben - nach 11,4 Prozent im
Vormonat.
Kurz gesagt: Eine Baugenehmigung ist noch keine gebaute Wohnung. Sie ist
erst der Startschuss. Wenn die Finanzierung danach nicht mehr aufgeht,
wird der Auftrag storniert. Dass es auf dem Papier aufwärts geht, ist
durchaus positiv, aber es werden in Summe immer noch zu wenig Wohnungen
gebaut. Der Wohnungsmangel bleibt trotz kleiner Hoffnungsschimmer eine
der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der Handlungsdruck
bleibt hoch.
Was für Häuslebauer und Investoren zählt, damit am Ende tatsächlich
gebaut wird, ist Verlässlichkeit. Wir brauchen schnellstens den
Gebäudetyp E, damit wir die Baukosten in den Griff bekommen. Die
KfW-Förderprogramme müssen sofort ordentlich und verlässlich
ausgestattet werden, denn jetzt ist der letzte Zeitpunkt, dem
Wohnungsbau den für diese Legislaturperiode notwendigen Schwung zu
geben. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen für private Bauherren,
Investoren und für die Bauwirtschaft kommt der Wohnungsbau wieder
richtig in Fahrt."
Zahlen steigen - aber: Was genehmigt wird, wird noch lang nicht gebaut. Wohnungsbaukrise noch nicht überwunden
„Die Halbjahresbilanz fällt zwiespältig aus: Von Januar bis Juni 2026 wurden 126.300 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) genehmigt. Dies ist zwar ein Plus von 15,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Die Zahl der Baugenehmigungen bewegt sich damit aber noch immer auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2011. Auch die Auftragseingänge bleiben fragil, was zeigt, dass immer noch wenig gebaut wird. Mehr als ein Drittel der befragten Wohnungsbauunternehmen erwarten laut Ifo-Konjunkturumfrage im zweiten Halbjahr sogar eine ungünstigere Entwicklung. Hohe Zinsen und Baukosten halten den Wohnungsbau weiter im Würgegriff. Es braucht daher mehr Initiativen der Bundesregierung gegen eine Wohnkrise, die bereits mehr als 5 Jahre anhält“ kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.
Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern haben mit rund 31.700 (+ 15,9 Prozent) im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen positiven Trend (auf niedrigem Niveau) verzeichnet. Das wichtigste Segment für die Wohnungsversorgung der Bevölkerung ist aber der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, auf den zwei Drittel des Neubaus entfällt. Hier ist das Genehmigungsvolumen im ersten Halbjahr 2026 auf rund 67.000 Wohnungen (+ 16,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.
Müller: „Angesichts des hohen Bedarfs wird die Wohnraumknappheit auch eines der wichtigsten Themen in den kommenden Landtagswahlen werden. Dabei ist klar: Der Wohnraummangel kann nur durch stärkeren Neubau, Nachverdichtung und Aufstockung bekämpft werden. Eine schärfere Mietenregulierung oder Vergesellschaftungsfantasien schaffen dagegen nur neue Unsicherheiten für öffentliche und private Wohnungsunternehmen, aber keinen neuen Wohnraum. Bund und Länder müssen deshalb weiter daran arbeiten, Bauen zu ermöglichen, statt zu verhindern. Der Bund kann dabei vornehmlich im Bereich der Finanzierung aktiv werden und muss endlich einen BauTurbo II vorlegen, mit neuer Förderkulisse für EH55 Gebäude, einer erhöhten Sonderabschreibung und eigenkapitalunterstützender Darlehen. Auch das Gesetz für den Gebäudetyp E muss nach der Sommerpause schnell durchs Parlament. Die Länder müssen wiederrum daran arbeiten, einfaches Bauen durch ihre Landesbauordnungen abzubilden und unnötige Anforderungen an neue Gebäude zu streichen.
Baugenehmigungen steigen kontinuierlich, aber keine Entspannung am Wohnungsmarkt
Das Statistische Bundesamt hat die aktuellen Baugenehmigungszahlen für Juni sowie die Halbjahresbilanz 2026 veröffentlicht. Bundesweit wurden im Juni 21.600 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im besonders relevanten Segment der Mehrfamilienhäuser zeigt sich mit 67.000 genehmigten Einheiten im ersten Halbjahr 2026 (+16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) eine erfreuliche Entwicklung – denn gerade in Metropolregionen fehlt das ausreichende Angebot an Wohnraum.
Die Halbjahresbilanz bestätigt einen durchgehenden Aufwärtstrend: Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden 126.300 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser konsistente Zuwachs über alle Monate hinweg lässt vorsichtig optimistisch auf das zweite Halbjahr blicken – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen bei Finanzierung und Baukosten bleiben stabil.
„Ein dauerhafter Aufschwung ist damit aber noch nicht gesichert: Genehmigungen sind ein Frühindikator, keine Baubeginnanzeige“, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die neuen Zahlen. „Für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt in Form von Fertigstellungen muss jetzt unter anderem beim Gebäudetyp E schnell Klarheit geschaffen werden“, so Özkan weiter.
„Gewerbe zu Wohnen“: Baustein, aber kein Allheilmittel
Wie
drängend die Wohnungsfrage mittlerweile ist, ist auch an der hohen
öffentlichen Aufmerksamkeit ersichtlich, die derzeit die Umwidmung von
Gewerbe zu Wohnen erfährt. „Umnutzung ist ein wichtiger Baustein, aber
sie ersetzt den Neubau nicht. Das grundsätzliche Problem der
Wohnungsbaukrise – vor allem in den Metropolregionen – wird damit nicht
behoben“, konstatiert die ZIA-Hauptgeschäftsführerin.
Neubau ist und bleibt unverzichtbar
Eine nachhaltige Entspannung ist ohne einen deutlichen Anstieg des Wohnungsneubaus nicht erreichbar. Der ZIA fordert von der Politik schnell konkrete Schritte: Neben Klarheit beim Gebäudetyp E sind ein verlässlicher Finanzierungsrahmen, investitionsfreundliche Bedingungen sowie der konsequente Abbau regulatorischer Kostentreiber notwendig.
Özkan betont: „Wer bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss das Bauen wieder vereinfachen – und zwar vom Bauantrag bis zum fertigen Haus.“
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