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Führen Frauen anders? Drei Frauen, die das Büro vom (Schwieger)Vater übernommen haben, berichten

Rückblick: BayIka-Frauennetzwerk gastierte in Bamberg

12.05.2026 - München

Führen Frauen anders? Drei Frauen, die das Büro vom (Schwieger)Vater übernommen haben, berichten

Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Bauingenieurin: gestern, heute, morgen" war am 12. Mai 2026 in Bamberg zu Gast. Stephanie Sierig, Vorsitzende des Ausschusses Leben | Arbeit | Karriere der Kammer, sprach mit Hertha Ulm, Gisela Raab und Anja Antoniali-Leistner über ihren Weg ins Bauingenieurwesen. Alle drei führ(t)en erfolgreich ein Ingenieurbüro und haben dieses vom Vater bzw. Schwiegervater übernommen. Alle haben ihren eigenen Führungsstil gefunden - und verrieten im Gespräch, was ihnen dabei wichtig ist.

Von patriarchalischen Strukturen zu Bottom-up-Prozessen

"Mein Vater hat das Büro als Patriarch geführt", sagten sowohl Gisela Raab, Geschäftsführerin der Raab Baugesellschaft in Ebensfeld mit über 200 Angestellten, wie auch Anja Antoniali-Leister, Geschäftsführerin des Ingenieurbüros Leistner in Bayreuth. Das hat beide geprägt. "Anfangs war ich immer morgens die Erste im Büro und abends die Letzte", erzählte Anja Antoniali-Leistner. Das habe sich erst geändert, als ihre Söhne geboren wurden. "Seitdem fange ich morgens erst gegen neun Uhr an und delegiere viel mehr", erzählte sie. 

Auch Gisela Raab kennt das Gefühl, "selbst und ständig" zu arbeiten. Sie genießt die neuen Freiheiten, die sie hat, seit ihre Kinder Julia und Benedikt in die Geschäftsführung eingestiegen sind. "Jetzt mache ich vor allem das, was mir Spaß macht. Ich probiere mich auch nochmal ganz neu aus. Ich mache jetzt z.B. genossenschaftliches Bauen, das ist Neuland für mich", sagt Raab begeistert. In die Baubranche wollte Raab schon als kleines Mädchen. "Ich habe mich mit 8 Jahren schon fürs Bauen interessiert und wusste, dass ich Ingenieurin werden wollte. Das hat sich nie geändert. Da ich schon früh Pläne lesen konnte, war ich im Vorteil, als wir Kinder uns unser Kinderzimmer auswählen durften. Ich hatte das schönste", lachte Raab.

Scheu vor Neuem hatte Gisela Raab noch nie. Als sie einst das väterliche Unternehmen übernommen hatte, war für sie klar: "Ich will eine andere Art von Führung!". Erste Maßnahme: Zukunftsworkshops. Sie wählte Mitarbeiter:innen aus, die miteinander in einem Workshop erarbeiten sollten, was im Unternehmen künftig anders laufen könnte bzw. sollte. Dabei ging sie nicht hierarchisch vor und ließ den bisherigen Führungskreis diskutieren. Stattdessen bezog sie die gesamte Belegschaft mit ein. "Wir sind einfach nach dem Alphabet gegangen. Jeder dritte war dabei. Egal ob Baggerfahrer oder Abteilungsleitung. Diese bunt gemischte Gruppe hat dann Vorschläge entwickelt. Es war mir wichtig, alle mitzunehmen", so Raab. Die Belegschaft dankte ihr dieses Vorgehen, das klar die Botschaft transportierte: hier sind alle wichtig. Die neue Chefin wurde gut akzeptiert. 

Sprung ins kalte Wasser

Während bei Raab die Firmenübergabe geplant war, wurden Anja Antoniali-Leistner und Hertha Ulm ins kalte Wasser geworfen. Nach dem plötzlichen Tod von Vater bzw. Schwiegervater mussten die jungen Ingenieurinnen schnell Verantwortung übernehmen.

"Kleinere Büros sind immer eng an den Inhaber gekoppelt. Nach dem Tod meines Vaters sind einige Kunden weggebrochen und ich musste mir neue suchen und Vertrauen aufbauen", erzählte Antoniali-Leistner. Hertha Ulm musste einen solch plötzlichen Führungswechsel immerhin nicht alleine stemmen. Sie und ihr Ehemann waren erst kurz mit dem Studium fertig, als der Schwiegervater verstarb und das junge Paar das Ruder übernahm. "Wir hatten das Glück, dass uns sowohl die Mitarbeiter wie auch die Kunden unterstützt haben. Das hat uns gerade in der Anfangszeit viel geholfen". Ulm hatte ihren späteren Ehemann bereits zu Schulzeiten kennengelernt. Sie selbst stammt aus einer Lehrerfamilie - dieser Beruf wäre daher auch für sie der naheliegendste gewesen. Doch ihr Schwiegervater warb bei ihrer Mutter dafür, dass Hertha gemeinsam mit seinem Sohn Bauingenieurwesen studieren sollte. Die Mutter war einverstanden - und Hertha Ulm ließ sich auf das Wagnis ein. 

"Da ich bereits zu Studienbeginn in festen Händen war, musste ich mir immerhin keine Sprüche anhören, dass ich das Studium nur begonnen habe, um mir einen Ehemann zu angeln", lachte Ulm, "Ich hatte ja schon einen". So hatte sie auch kaum Augen für die Kommilitonen, sondern konzentrierte sich auf Pläne und Rechenschieber. Sie fand schnell gefallen an der Materie: "Für Statik hatte ich immer eine Leidenschaft". 

Sie war froh, im Gegensatz zu Anja Antoniali-Leistner nicht neue Kunden an Land ziehen zu müssen: "Mit der Akquise bin ich nie warm geworden. Das war nichts für mich". Heute, mit fast 90 Jahren, ist Hertha Ulm noch zweimal die Woche im Büro und übernimmt kleinere Aufgaben. 64 Berufsjahre liegen hinter hier - ein arbeitsreiches, aber auch erfüllendes Berufsleben und ein Weg, den sie nicht bereut. Mehr über den ungewöhnlichen Werdegang des ältesten weiblichen Kammermitglieds gibt es im Interview mit Dipl.-Ing. Hertha Ulm.

Die Zukunft des Bauens? Gemeinsam, nachhaltig und mit KI!

Veränderungen in der Branche gab es viele in den letzten Jahrzehnten. Nicht nur, dass die Studierenden von heute (eine Gruppe der Hochschule Coburg war mit ihrem Professor, Holger Falter, eigens angereist) den Rechenschieber, der für Hertha Ulm unverzichtbares Werkzeug war, nur noch aus Erzählungen kennen. Die größten Herausforderungen der heutigen Zeit liegen für Gisela Raab in der immer größer werdenden Normenflut. Innovative Ansätze wie den Gebäudetyp-e sieht sie da als Schritt in die richtige Richtung. "Und wir müssen nachhaltiger werden", findet die erfahrene Ingenieurin. "Zum Glück", ergänzt Anja Antoniali-Leistner, "nimmt die Vernetzung der Gewerke untereinander zu. Das ist wichtig, aber wir könnten da noch eine Schippe drauf legen. Und wir sollten uns alle dringend stärker damit befassen, wie wir KI in unsere Prozesse effizient einbinden".

In diesen Punkten fand sich auch Ursula Sowa, Mitglied des Ausschusses für Wohnen, Bau und Verkehr im Bayerischen Landtag, und ausgebildete Architektin wieder. Sie dankte der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau dafür, dass sie sich stets um den Schulterschluss mit anderen Protagonisten der Baubranche bemühe. "Ingenieure vereinigt euch!", rief sie den Anwesenden zu und ermunterte sie, bestehende Probleme auch gegenüber der Politik klar zu benennen. "Es kann ja nicht sein, dass es in die Universitäten reinregnet. Schon gar nicht, wenn die Fachleute von morgen darin ausgebildet werden sollen. Sprecht so etwas an!", appellierte Sowa.

Klaus-Jürgen Edelhäuser, der als Vertreter des Vorstands der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau nach Bamberg gekommen war, freute sich über das große Interesse am neu gegründeten Netzwerk ingenieurinnen@bayika und lud alle ein, sich in die Kammerarbeit einzubringen und die verschiedenen Angebote zu nutzen.

Impressionen vom Regionalforum am 12. Mai 2026 in Bamberg

Fotos: Bayerische Ingenieurekammer-Bau


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Dienstag, 12. Mai 2026
17:30 - ca. 20:30 Uhr

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Platz der Menschenrechte 1
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